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  • DE-88178 Markt Heimenkirch
  • 03/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-317795)

Umbau des ehemaligen Brauereigasthofes Sonne in Markt Heimenkirch


  • 1. Preis


    Architekten
    schürmann dettinger architekten, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: BL9 Landschaftsarchitekten, München (DE)
    Tragwerksplaner: Mayr | Ludescher | Partner Beratende Ingenieure, München (DE), Stuttgart (DE)
    Modellbauer: Matthes Max Modellbau GmbH, München (DE)

    Preisgeld
    26.750 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit besticht durch den Ansatz, den bestehenden Baukörper auf seine ursprüngliche, historische Hausform mit Satteldach und klar strukturierten Fassaden zurückzuführen und mit einem eigenständigen Anbau nach Südosten zu ergänzen. Dadurch entsteht ein Gebäude mit ortsbildprägendem Charakter, das sich gut in den örtlichen Kontext einfügt.

    Zur Kemptener Straße wird ein Dorfplatz mit gastronomischem Angebot ausgebildet. Die gewünschte öffentliche Nutzung der Fläche wird durch den Bezug zwischen öffentlich wirksamen Erdgeschossnutzungen und dem angrenzenden Außenraum weiter gestärkt. Positiv bewertet wird auch der südöstlich vorgelagerte Gemeinschaftsgarten für die Hausgemeinschaft. Durch den Verzicht auf ein Nebengebäude können die Wegebeziehungen in die angrenzenden Quartiere optimal ausgebildet werden.

    Durch den nach Südosten ausgerichteten Laubengang wird die vom Auslober gewünschte soziale Komponente sehr gut umgesetzt. Gemeinschaftsräume und nachbarschaftlich nutzbare Freiräume tragen zudem zur Stärkung des Nachbarschaftsgedanken bei. Der von den Verfassern vorgeschlagene Wohnungsmix und die Wohnungsgrößen zur Sicherstellung einer Förderfähigkeit weichen von den Vorgaben der Auslobung ab und müssten im Falle einer Beauftragung angepasst werden. Die Anforderungen an den Brandschutz
    werden durch zwei Treppenhäuser gut umgesetzt.

    Bei der Fassadengestaltung orientieren sich die Verfasser an dem historischen Zustand von vor 1934 und beseitigen nachträglich zugefügte Applikationen und Anbauten. Die ruhige Putzfassade und das Ziegeldach fügen sich gut in den lokalen Kontext ein und verleihen dem Gebäude eine klare Gestaltsprache. Der vorgeschlagene Laubengang nach Südosten ordnet sich dem Gesamtbaukörper klar unter. Mit der geplanten Umsetzung in Holz werden regionale Bauweisen aufgegriffen und zeitgemäß interpretiert. Die vorgeschlagene Duplexgarage stellt dagegen weder unter funktionalen, noch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten einen nachvollziehbaren Lösungsansatz dar.

    Innenräumlich kann das Gebäude mit seiner klaren Grundstruktur und der hohen Flexibilität in der Raumzuordnung überzeugen. Aufenthaltsräume werden konsequent nach Osten und Westen orientiert. Inwieweit die Wohnungen bei einer Raumtiefe von 18 Metern ausreichend belichtet werden können, wird im Plenum kritisch diskutiert.

    Aufgrund der klaren Gebäudestruktur, der reduzierten, ortstypischen Materialwahl und der übereinander gestapelten Sanitärkernen ist mit einer wirtschaftlichen Umsetzung zu rechnen.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen sehr gelungenen Wettbewerbsbeitrag dar, der die historischen Bezüge des Gebäudes aufgreift, ihm einen eigenständigen Charakter verleiht und ein hohes Maß an gemeinschaftlichen Angeboten aufweist.