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  • DE-33415 Verl
  • 02/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-314654)

Erweiterung der Gesamtschule und Neubau eines Hallenbades in Verl


  • 2. Preis

    © rheinpark_r Ralph Röwekamp Architekten

    Architekten
    rheinpark_r Ralph Röwekamp Architekten, Bochum (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: FAR frohn&rojas Planungsgesellschaft mbH, Berlin (DE), Santiago de Chile (CL), Los Angeles (US)
    TGA-Fachplaner: Fuhrmann + Keuthen, Kleve (DE), Essen (DE)

    Preisgeld
    50.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser der Arbeit prägen den Begriff der »Schulpromenade« mit deren Hilfe sie die Ordnung und Orientierung im Gesamtkonzept der neuen Gesamtschule herstellen.
    Entlang der Ost-West-Achse sind nachvollziehbar und gut lesbar die Haupteingänge und die wichtigen Orte der Schule und auch die des Hallenbades aufgereiht. Die Eingänge orientieren sich großzügig und richtig nach Süden und erschlie¬ßen auf direktem Wege das Foyer, das PZ sowie die dreigeschossige Halle des Neubaus.
    Das freie Atrium, genannt Lerngarten, schafft auch innenräumlich eine jederzeit leichte Orientierung. Das PZ wird durch mobile Glaswände und optionale Hubpodeste funktional aufgewertet und gewinnt durch die Öffnung des Daches. Der dreigeschossige Neubau, der die Klassen- und Differenzierungsräume aufnimmt, ist geprägt durch die dreigeschossi¬ge Halle sowie durch die differenzierte Gliederung der geschlossenen und offenen Räume im Klassenraum/Gruppenraum /individuelle Lernräume.
    Die Struktur wird kontrovers diskutiert: die vielfältigen Möglichkeiten der Differenzierung wurden gewürdigt, kritisiert wird die Kleinteiligkeit und die fehlende Übersicht, kritisiert wird auch der eingeschränkte Bezug zum Tageslicht bei den Gruppenräumen.
    Die Verfasser bieten für den dreigeschossigen Neubau einen konsequenten Holzbau an, der sich in einer sehr klar ge¬gliederten aber dennoch ausreichend differenzierten Fassade darstellt. Der große Unterschnitt des südlichen Eingangs ist funktional nachvollziehbar, wird jedoch bezüglich der Raumqualität und bezüglich des Motivs der Kreuzstützen auch kritisch gesehen. Ebenfalls kritisch wird, hinsichtlich der Sicherheitsaspekte, der offene Zugang zum Hofbereich hinter der Mensa gesehen.
    Das Hallenbad wird mittels der Promenade und der damit verbundenen Duchwegung in das Konzept gut integriert. Es ist gut nachvollziehbar orthogonal in den Entwurf integriert, kritisch gesehen wird jedoch der östlich entstehende drei¬eckige Stadtraum. Der Raum zwischen Schule und Hallenbad wiederum und auch der Bezug zum Kühlmannplatz werden gewürdigt.
    Die Hauptnutzebene des Hallenbades ist in das 1. Obergeschoss verlegt, wodurch die Durchwegung ermöglicht wird. Das Konzept ist nachvollziehbar, die Frage des Einblickschutzes ist damit gelöst. Die Frage der Barrierefreiheit und die Erfor¬dernis eines Aufzuges werden jedoch kritisch bewertet.

    Freiraum
    Die Arbeit versucht mit der Idee eine in Ost-West-Richtung verlaufende Schulpromenade ein ordnendes Element in dem komplexen Gebäudegefüge zu etablieren.
    Die Ost-West-Verbindung findet sich einerseits im Gebäudeinneren, aber auch als lineare Erschließung vor dem Gebäude¬komplex. Von hier aus werden die Hauptzugänge der Gebäude erreicht. Die Darstellung der äußeren Funktionslinie bleibt dabei allerdings schematisch und geht über die grafische Darstellung nicht hinaus.
    Die Freiflächen der Schule gliedern sich in den bestehenden Schulhof an der Sporthalle im Westen, dem Lerngarten im Innenhof sowie dem Schulhof zwischen Erweiterungsbau und Schwimmhalle. Die Freiräume scheinen gut und übersicht¬lich proportioniert, sind aber weiterhin räumlich separiert und bleiben in der Darstellung schematisch. Eine Nutzung des eher urbanen Innenhofes als Schulgarten erscheint unrealistisch.
    Der Eingangsbereich zur Schwimmhalle vom Friedhofsweg aus, sowie die Anordnung von Parkplätze im Grundstückszwi¬ckel können zu Konflikten mit der angrenzenden Wohnbebauung führen.
    Die Arbeit überzeugt vor allem durch ihr konsequentes Grundkonzept und stellt damit einen wertvollen Beitrag im Ver¬fahren dar.