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  • DE-22307 Hamburg, DE-22307 Hamburg
  • 01/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-320246)

Dieselstraße Baufeld 2c im Bezirk Hamburg-Nord


  • 3. Preis

    Lageplan, © GTL Michael Triebswetter, LH Architekten

    Landschaftsarchitekten
    GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt, Kassel (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: LH Architekten, Hamburg (DE)

    Preisgeld
    16.500 EUR

    Erläuterungstext
    Das Ziel des Gestaltungskonzeptes ist die funktionale und gestalterisch hochwertige Einbettung der neuen Wohnbebauung mittels des Freiraums in die bestehenden städtebaulichen und landschaftlichen Strukturen. Bestehende und neue Freiräume werden miteinander verknüpft, so dass für das Quartier wichtige Grünverbindungen entstehen.

    Die Verwendung von Hainbuchenhecken, die für das Viertel gestalterisch typisch ist, wird aufgegriffen und im fassadenseitigen Straßen- und Wegeraum als Abgrenzung zwischen öffentlichen und privaten Freiflächen verwendet. Die strenge und klare Wirkung der Hainbuchenhecken wird durch Baumreihen ergänzt und erzeugt einen „aufgeräumten“, klar strukturierten und zonierten Außenraum.

    Im Kontrast zu der offenen, geordneten Atmosphäre der öffentlichen Freiräume steht die introvertierte, dynamische Gestaltung der Innenhöfe. Polygonale Gräserbänder und –schollen strukturieren den halböffentlichen und privaten Freiraum und erzeugen vielfältige Nutzungs- und Aneignungsmöglichkeiten. Es entstehen spielerische, kontemplative und großzügige Orte innerhalb der Höfe. Räumlich grenzen sich die Höfe mithilfe der Gräser- und Strauchbepflanzungen offensiv vom öffentlichen Freiraum ab.

    Es entsteht eine gestalterisch klare Differenzierung zwischen INNEN und AUßEN.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Dieser Vorschlag zeigt sich als kräftiges, monolithisches Volumen, welches durch Hochpunkte an wesentlichen Gebäudeecken, großzügige Ausschnitte als gefasste Dachterrassen und vorspringende, massiv verblendete Balkone gegliedert ist. Die Fassade ist mit vorwiegend gleich großen Fensteröffnungen streng gerastert, was Assoziationen an gewerbliche Lofts hervorruft. Dieser Effekt wird durch die vertikale Gliederung und die dunkle Farbe der Fensterelemente unterstützt. Feine Rücksprünge in der Verblendfassade rahmen die Fensteröffnungen und geben der Architektur, zusammen mit dem strukturiert gemauerten Sockel, die notwendige architektonische Detaillierung. Die reduzierte Brüstungshöhe der Fenster und Balkone ist für die Qualität der Wohnungen und auch der Fassadenproportionen wertvoll. Die Größe der Fensteröffnungen wurde im Hinblick auf Kosten und sommerlichen Wärmeschutz allerdings kontrovers diskutiert. Positiv gewertet wurde die Erschließung der Wohnungen vom Straßenraum mit Treppenhäusern, die ebenfalls den Zugang zu den Innenhöfen ermöglichen. Die Tiefgaragenzufahrt ist im Gebäude integriert, was der Qualität der grünen Innenhöfe und deren Anschluss an den Straßenraum zugutekommt, jedoch zu Lasten von Wohnfläche geht. Die Anforderungen an den Wohnungsmix wurden nicht in Gänze erfüllt. Die 6-geschossigen Hochpunkte stärken die städtebauliche Figur, entsprechen aber nicht den Vorgaben des Baubauungsplanes.

    Insgesamt handelt es sich um einen soliden, gut durchgearbeiteten Wettbewerbsbeitrag, der die Jury aber nicht in allen Aspekten überzeugen konnte.

    Freiraum: Der Entwurf erhält Spannung durch den Kontrast von Strenge und Dynamik. Außen werden die Gebäude von geschnittenen Hainbuchenhecken gefasst, während das Bild der Innenhöfe durch polygonale Gräserbänder und Gräserschollen geprägt wird. Einzelne Solitärbäume- und –sträucher setzen Akzente.