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  • DE-23683 Scharbeutz, DE-23683 Scharbeutz
  • 04/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-279124)

Seebrücken Scharbeutz und Haffkrug


  • ein 2. Preis Scharbeutz

    2. Preis - Blick vom Ufer auf die Eventterrasse, © Därr Landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    DÄRR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN, Halle/Saale (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Därr

    Mitarbeit
    Christoph Därr, Franziska Krüger

    In Zusammenarbeit mit:
    Bauingenieure: b & o Ingenieure, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Jeder Blick auf die Küste ist eine Momentaufnahme. Die erosive Kraft der Brandung kennt keinen Stillstand. Was kann das Vergehen von Zeit besser darstellen als permanente Veränderung. Gepaart mit den Jahres- und Tageszeiten und Ihren ihnen eigenen Lichtverhältnissen, zieht diese Dramaturgie Menschen unablässig in ihren Bann. Den Reiz einer Seebrücke, sich dabei über der schäumenden Brandung zu befinden und festen Boden unter den Füßen zu haben, steigert dieses Erleben. Dessen nicht genug, bieten moderne Seebrücken Orte und Situationen mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten, Ausstattungen und Sichten. Die Brücke nimmt die seichten Wellenformen der Promenade auf, damit wird die für den Ort bestimmende Identität auf die Brückenform übertragen.

    Inspiriert durch die natürliche Formensprache der Küstenlinie führt die Seebrücke ab Promenadenhöhe mit weitem Schwung hinaus aufs Meer. Der weite Bogen bietet dem Nutzer Schritt für Schritt andere Aussichten und lässt ihn das Panorama von Scharbeutz sowie die Neustädter Bucht genießen. Am Übergang Brückenvorplatz / Brücke, im Bereich Strand/ Wasser und am Kopf der Seebrücke weitet sich die in Bogenform gestaltete Seebrücke auf. Dort sind Event- u. Spielflächen sowie Sonnendecks für unterschiedliche Nutzergruppen mit nach Süden/Westen ausgerichteten Sitzstufen und Drehliegen vorgesehen. Über barrierefreie Rampen erreicht man am Brückenkopf tiefer angelegte Bootsanleger für Fahrgast-, Segel- und Motorboote. Am Beginn der Brücke, wird Wassersportzubehör auf Brücken- und Strandebene angeboten. Das DLRG Gebäude / Terrasse / Flaggenmast und Treppenzugang zum Strand ist dort platziert. Die erste Eventfäche (als Tribüne nutzbar) lädt mit einer nach Süden hin orientierten Sitzstufenanlage / Liegen zum Verweilen ein. Auf der Nordseite liegt das Spieldeck und der Südseite der hydraulisch bewegliche Badeeinstieg mit integrierter Rutsche. Ungewohnte Erlebnisse stehen für Nutzer zur Verfügung. Durch die unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten wird eine kompakte Anlage entstehen, die ein markantes unverwechselbares Bild vermittelt, ein Signet mit Wiedererkennungswert ist das Ziel.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Seebrücke schließt auf selbstverständliche Weise mittig an den Seebrückenvorplatz an. Der Auftakt mit dem seitlich orientierten Shop und dem daran angegliederten DLRG-Turm wirkt eng und kleinteilig. Ein großzügiger Zugang zum Strand ist somit nicht möglich. Darüber hinaus verstellen die zwei nebeneinander stehenden Baukörper in ihrer Massivität die Sicht. Die notwendigen Flächen für die, in diesem Bereich wünschenswerten Wassersportaktivitäten, sind eingeschränkt. Der Vorschlag eines zum Strand orientierten Spieldecks mit Rutsche ist ein schönes Angebot. Die Form der in einem Bogen verlaufenden Brücke bietet einen neuen und interessanten Aspekt zur Ausbildung von Seebrücken. Die Brücke beginnt mit einem aufgeweiteten und über Sitzstufen zum Strand hin orientierten, terrassierten Bereich. Von hier führt die Brücke über eine leichte Verengung zur Spitze, wo sie sich wiederum großzügig aufweitet. Beidseitig der Aufweitung führen Rampen zu den Anlegebereichen der Bäderschiffe und den Gastliegeplätzen für Boote auf + 1,5m. Der obere trapezförmige Bereich bietet durch gläserne Windschutzelemente und Sitzelemente eine gute Aufenthaltsqualität. Die Kopfseiten wirken insgesamt in der Gestaltung zu technisch und können in dieser Ausformung gestalterisch und räumlich nicht überzeugen. Die technische Idee der Hubanlage ist begrüßenswert, wirft gestalterisch jedoch viele Fragen auf.

    Insgesamt kann die Arbeit durch ihre positiven Aspekte überzeugen, jedoch wirkt sie in der Komposition zu gleichförmig und technisch, ebenfalls werden die beiden Schwerpunkte Strand und Meer gestalterisch negiert.