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  • DE-16816 Neuruppin, DE-16816 Neuruppin
  • 09/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-294051)

Um- und Ausbau der Wilhelm-Gentz-Grundschule inklusive Neubau einer Zweifeld-Turnhalle in Neuruppin


  • 1. Preis Zuschlag

    kein Bild vorhanden
    Tragwerksplaner
    ifb frohloff staffa kühl ecker, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: CKRS - Architektengesellschaft mbH, Berlin (DE), Berlin (DE)
    Tragwerksplaner: ifb frohloff staffa kühl ecker, Berlin (DE)

    Preisgeld
    21.600 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die bestehende Kubatur der Schule wird bis auf den Riegel rückgebaut und mit einem mehrgeschossigen Flügel gen Gerhart—Hauptmann-Straße und der Halle zu einem neuen kompakten Volumen gefügt, das zu den verschiedenen Seiten 2 markante unterschiedliche figurale Erscheinungen und Silhouetten generiert.
    Durch die klare 4 geschossige Kubatur zum Straßenraum (Gerhart-Hauptmann-Straße) und zum Schulgelände gelingt es der Arbeit, die städtebaulichen Beziehungen im Kontext neu und deutlich zu definieren und eine maßvolle Präsenz an der richtigen Stelle zum öffentlichen Raum zu erzeugen.
    Sowohl zum Straßenraum als auch zum Schulhof präsentiert sich die Arbeit mit klaren Raumgrenzen, offenen Fassaden und einem zeitgemäßen Gesicht. Mit Selbstverständnis eröffnet die rückspringende Gebäudeecke einen einladenden Haupt-Eingangsbereich auf barrierefreiem, (neu topographisch anzulegendem) Straßenniveau, der alle „Schulkinder mit offenen Armen“ umfängt.
    Der bisher bekannte Eingangsbereich zum Pausenhof bleibt in dieser Funktion für den Schul-Alltag erhalten, ein dritter Eingang für externe Nutzer der Sportflächen wird sinnfällig an der Nordecke angeboten.
    Diese multiple Adressierung schafft es, die bisherige Infrastruktur, z. B. mit Fahrradabstellplätzen ergonomisch zu nutzen, aber auch die neuen Parkplatzflächen für PKW und Fahrrad gut anzubinden.
    Die neu entstandene Freifläche im Südosten wird Bestandteil der Lerninsel „Ernährung“ und soll als Obstwiese in Ergänzung zum bisher vorhandenen Schulgarten genutzt werden. Dabei wird die Wegebeziehung zur Integrationseinrichtung im Kastaniensteg beibehalten. Im Inneren empfängt der Schulbau mit einem attraktiven Entrée das durch eine hölzerne Treppenlandschaft die Schüler zum Benutzen und auch Verweilen anregt. Dieses choreographische Instrument ordnet spielerisch die internen Wegebeziehungen zur Sporthalle, zu den gemeinschaftlichen genutzten Räumen Speisesaal und Verwaltung im Flügel sowie zu den Lerninseln, die sich bis auf die Naturwissenschaft und Technik im Bestandsriegel befinden.
    Über die Schnittflächen im Speisesaal und in den Kommunikationszonen der Lerninseln im Riegel partizipieren diese Räume am Leben der eingefassten Halle. Gegenseitige raffinierte Licht und Sichtbeziehungen sind in allen Geschossen ermöglicht.
    Die Lerninseln sind für die Schüler klar auffindbar und gut organisiert. Garderoben und „servingspaces“ befinden sich auf jeder Etage.
    Die auf dem Terrain situierte Sporthalle erhält eine sichtbare Dach-Konstruktion aus Holzfachwerkträgern, die sowohl im Inneren als auch im Äußeren zu einem unverkennbaren Erscheinungsbild / Silhouette führt.

    Der Haupteingang des Bestandsgebäudes wird als Grundlage der Gestaltung genutzt. Er ist deutlich bzw. maßstabsgebend, wird aber in seiner Außenkonstruktion überformt, um mit dem Neubauteil eine einheitliche Ausdrucksform zu erzielen. Hierbei wird die Verwendung von Holz als Oberfläche für die Naturparkschule besonders gewürdigt. Die Fassade des Bestandgebäudes behält charakteristische Elemente wie Treppenhausachsen bei und negiert so seine Herkunft nicht. Wünschenswert wäre der Erhalt des plastischen Bildwerkes am Hofeingang.

    Die Eingangshalle stellt mit ihrer Multifunktionalität und gestalterischer Kohärenz, auch mit der Fassade ein wirkungsvolles Entree zu einem modernen Schulgebäude dar. Durch die kompakte Bauweise werden bereits gute energetische Voraussetzungen geschaffen. Der Einsatz von Holz als nachwachsender Rohstoff sowohl für die Konstruktion als auch als Fassadenabschluss ist zu begrüßen. Durch die Holzfassade ist es möglich, naturbelassene Dämmmaterialen in ausreichender Dimension zu verwenden. Das Gebäude wird für den Einsatz einer PV Anlage vorbereitet, die Verwendung von Fernwärme wird vorgesehen. So kann eingeschätzt werden, dass mit dem Entwurf ein innovatives energetisches Konzept umgesetzt werden kann.

    Die Arbeit überzeugt durchgehend in allen Maßstäben in ihrer funktionalen und gestalterischen Sinnfälligkeit und Kohärenz und verspricht damit ein zeitgenössisches, innovatives und kindgerechtes Haus zu werden, das für die Naturparkschule eine anspruchsvolle und einmalige Adresse / Heimat generieren kann.


INFO-BOX

Angelegt am 05.04.2019, 17:24
Zuletzt aktualisiert Nie
Beitrags-ID 4-172051
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