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  • DE-45131 Essen
  • 03/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-322506)

Wohnen im Quartier ESSEN 51


  • Anerkennung

    Blick vom Krupp Park, © Hiroshi

    Architekten, Stadtplaner
    Nattler GmbH, Essen (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Essen 51 - Wohnen im Quartier - good environment

    Essen 51 präsentiert sich an dieser Stelle als modulares Band, das sich aus individuellen Baufeldern in Ost-West Richtung aufspannt.

    Am querenden Grünzug reagiert die durchgängige Kette der einzelnen Baublöcke durch einen respektvollen Versatz, der dem durchziehenden Freiraumelement den für seine Entfaltung der Wirkung notwendigen Raum verschafft um gleichzeitig mit seiner besonderen Stellung für Kontinuität im städtebaulichen Gefüge zu sorgen, da sie die hier klaffende Lücke in der straßenbegleitenden Bebauung der Haus-Berge-Straße füllt und so wichtige prägende städtebauliche Kanten besetzt.

    Das vorgeschlagene städtebauliche Ensemble findet seinen ikonenhaften Auftakt vor großzügiger Grünkulisse im Zusammenspiel aus historischem Fördergerüst Zeche Amalie und der sich diagonal kreuzenden optionalen futuristischen Hochhausscheibe. Als gebauter Strukturwandel zugleich identitätsstiftendes Zeichen dieses neuen Stadtquartiers in Essen.

    maßgebende Prinzipien prägen den Entwurf:

    IDENTITÄT - Fördergerüst Amalie und dessen moderne Transformation, Icon für "Strukturwandel" und Stadtquartier der Zukunft

    VERNETZTE STRUKTUREN - steigern die Wirkung und den Wert einzelner Elemente, (das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile) Baulich durch Einfügung eines Modulbandes aus individuellen Baukörpern in die vorgefundene Umgebung.
    Bezogen auf den Freiraum Verknüpfung von Niederfeldsee und dem green core von Essen51 zu einer zentralen Gewässerlandschaft und Grünzone als identitätsstiftender Mittelpunkt einer starken community. Der Krupp-Park schafft mit der neuen Grünanlage am Berthold-Beitz-Boulevard den Sprung über die bisherige Barriere der Pferdebahnstraße und erschließt Essen51 zusätzliche attraktive Freiräume.

    KONTINUITÄT - im Grünzug ohne den bisherigen Bruch oder Versatz an der Südspange

    VIELFALT - im Städtebau, Interpretation der Typologie von Block und Zeile. In der Architektur modulare Grundrisse in variantenreichen Typen

    ORIENTIERUNG - Abschrägen/Höhenstaffelung der Baukörper gibt vielfältige Blickbezieh-ungen in angrenzende Freiräume frei. Klares Konzept, einfache Struktur, gute Orientierung

    BESTANDSINTEGRATION - eindeutiger Bezug zur angrenzenden Bebauung, Übernahme und Ergänzung prägender städtebaulicher Kanten, Aufnahme der vorhandenen Maßstäblichkeit und Körnigkeit der Umgebung.
    Erhalt und städtebauliche Integration von z.T. denkmalgeschützten Bauwerken (Ziegelmauer an der Sterkrader Straße, Helenstraße Nr.110, Funbox mit geplanter Aufstockung, Förderturm Zeche Amalie etc.)

    VORRANG GRÜN - die moderate Verdichtung eines urbanen Standorts erhält eine mehr als ausgleichende Freiflächengestaltung durch Seen, offene Wasserläufe und Parks mit ruderaler Vegetation, autofreie Innenhöfe, urban gardening auf Dächern und traditionellen Schrebergärten, Freizeit und Sport.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die westliche Hälfte des Entwurfs folgt der Idee der fast geschlossenen Straßenrand Bebauung an der Sterkrader Straße und der Zollstraße. Zwei harte Kanten werden formuliert: an der Sterkrader Straße wird die Ziegelmauer erhalten, hinter der Straßenrad begleitende 60-110 m lange Baublöcke stehen.
    An der Zollstraße ist eine 400 m lange Straßenrandbebauung geplant, die perfekt nach Südwesten orientiert ist und den fast geraden Verlauf der Zollstraße auflöst.
    Zwischen diesen Kanten stehen Wohnhöfe. Im östlichen Teil werden alle alten Gebäude erhalten, die Helene Straße 110 beinhaltet die Kita und bildet einen ansehnlichen Mittelpunkt des Quartiers. Die Funbox wird um weitere vier Geschosse erhöht.
    Während im westlichen Teil die klassischen Gebäudeformen geplant sind, entstehen rund um den Schacht Amalie an der Pferdebahnstraße ungewöhnliche und sehr untypische Kubaturen, die zunächst mal sehr fremd sind in der Umgebung von Altendorf.
    Aus Sicht des Preisgerichts bietet das Wohngebäude (ca. 20 Stockwerke) in Anlehnung an ein Schachtgerüst keinen Mehrwert.
    Die Vorgeschlagene Erschließung funktioniert überall.
    Die Tiefgaragenzufahrten funktionieren ebenfalls; die südliche Tiefgaragenzufahrt Pferdebahnstraße in Verbindung mit dem großen Parkplatz ist allerdings eine Anfahrt der „autogerechten“ Stadt; diese sollte auf keinen Fall angestrebt werden.
    Der Entwurf ist im westlichen Teil als sehr wirtschaftlich anzusehen, weil er einer Standardtiefe von 13,50 m anbietet. Alle Gebäude mit terrassierten Dächern sind sehr viel aufwändiger in der Herstellung.