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  • DE-61231 Bad Nauheim (Hessen), DE-65197 Wiesbaden
  • 02/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-309897)

Neubau eines Lehr- und Lernzentrums der Hochschule RheinMain am Campus Kurt-Schumacher-Ring in Wiesbaden


  • 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    G2 Landschaft PartG mbB, Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Gert Lübs

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: DFZ ARCHITEKTEN, Hamburg (DE)

    Preisgeld
    48.333 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen einen kompakten Baukörper vor und platzieren diesen geschickt mit Abstand zur bestehenden Bebauung. Die Setzung ist deutlich und präzise, sie lässt eine angemessene und maßstäbliche Entwicklung für den Campus erwarten. Die starr anmutende Gestaltung der vorgeschlagenen Heckenkabinette im Außenraum auf der Westund Ostseite wird im Preisgericht kritisch diskutiert. Sie erscheint im Widerspruch zur flexiblen Grundrissfigur des Gebäudes zu stehen. Der Eingang über einen Vorplatz auf der Westseite sowie die Ausbildung des Foyers mit angrenzendem Café können überzeugen. Die Vertikalerschließung in die Obergeschosse des Lernzentrums ist funktional mit einem zentralen Treppenhaus gelöst. Die vorgeschlagene flexible Lernlandschaft mit eingestreuten Lesehöfen, Bibliotheks- und Rückzugsbereichen wird sehr positiv bewertet. Es besteht jedoch im Freihandbereich ein deutliches Flächendefizit. Das räumliche Angebot in den Obergeschossen wird der Idee eines zukunftsfähigen und flexiblen Lerngebäudes vollauf gerecht.
    Diesem positiven Eindruck steht der Seminar- und Hörsaalbereich im Erd- bzw. Sockelgeschoss entgegen. Die Erschließungs- und Sammlungsflächen wirken nicht ausreichend dimensioniert. Es fehlt an Außenraumbezug und Aufenthaltsqualität. Das Gebäude bezieht seine Gestalt durch die vierseitig umlaufenden Laubengänge. Die Anmutung wird im Preisgericht eingehend diskutiert. Die Fassadenausbildung erscheint konsequent wirft aber hinsichtlich der Nutzung im Alltag viele Fragen auf. In wie weit lassen sich die Laubengänge vor dem Hintergrund sicherheitstechnischer Belange der Bibliothek tatsächlich nutzen? Dies gilt auch für die Zugänglichkeit der außenliegenden Treppen im Erdgeschoss. Die vorgeschlagene Stahlbetonkonstruktion im Erd- und Sockelgeschoss erscheint schlüssig. Die Holz-Beton-Verbundbauweise der Obergeschosse ist wenig konkret in der Darstellung und müsste auch hinsichtlich der brandschutztechnischen Ausführung überprüft und konkretisiert werden. Die Nutzfläche (NUF 1-6) des Entwurfes liegt über dem Wert der Vorgabe. Der Technikflächenanteil liegt deutlich unter dem Durchschnitt und ist nicht ausreichend. Die hessischen Vorgaben zur Energieeffizienz können im Rahmen des Entwurfs gut eingehalten werden. Die Wärmeversorgung soll durch die anliegende Fernwärme erfolgen. Die Stromversorgung soll durch eine Photovoltaik-Anlage ergänzt werden. Die vorgeschlagene Größe schöpft das Potential der Dachflächen nicht vollständig aus. Der erhöhte Glasflächenanteil in der Fassade erlaubt den Schluss, dass das Gebäude zumindest in Teilflächen mechanisch gekühlt werden muss. Die Relation von Investitionskosten zu Energieeinsparpotential wird als angemessen bewertet. Insgesamt handelt es sich um einen besonderen Beitrag im Verfahren. Der Entwurf überzeugt hinsichtlich seines Ausdruckes als Lernzentrum, weist aber die genannten Mängel im Bereich der Lehrflächen (Seminarräume und Hörsaal) auf.