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  • DE-70173 Stuttgart, DE-70376 Stuttgart
  • 07/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-307341)

Rosenstein – Ideen für den neuen Stadtteil Stuttgart 2018


  • 1. Preis Nach Überarbeitung

    Lageplan des Rosenstein Quartiers in Stuttgart

    Energieplaner
    ee concept gmbh, Darmstadt (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: asp Architekten GmbH, Stuttgart (DE)
    Landschaftsarchitekten: Koeber Landschaftsarchitektur GmbH, Stuttgart (DE)
    Verkehrsplaner: Koehler & Leutwein - Ingenieurbüro für Verkehrswesen, Karlsruhe (DE)
    Sachverständige: Dr. Bouteiller Consulting, Berlin (DE)

    Preisgeld
    70.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Arbeit gelingt es überzeugend, mit stark an den Bestand angelehnten räumlichen Strukturen und baulichen Typologien die vier neuen Quartiere an die bestehenden Stadtgebiete anzubinden. Die wesentlichen städtebaulichen Achsen und Straßenräume werden aufgenommen und gliedern schlüssig die neuen Baufelder. Verbunden durch den zu einem Park umgenutzten Gleisbogen entstehen vier unterschiedliche Quartiere mit erkennbarer Atmosphäre in einer aus dem Kontext abgeleiteten Maßstäblichkeit.

    Besonderes Element - die neue Mitte - ist der Gleisbogenpark, der u. a. mit einem zentralen Radweg, Bewegungsflächen, sozialen und kulturellen Einrichtung durch das gesamte Areal verbindet. Er führt bis zur geplanten Konzerthalle an der Wolframstraße und integriert das Überwerfungsbauwerk, das mit kulturellen Nutzungen belebt wird. Als „Grünes Band“ und als verkehrsbaugeschichtliches Relikt wird der Gleisbogen sehr gut erfahrbar - alle wichtigen Teile des Denkmals bleiben erhalten.

    Die Hauptbelüftungsachse findet durch Verbreiterung des Unteren Schlossgartens Berücksichtigung. Die lokalklimatische Bedeutung des Störzbaches ist hingegen nicht berücksichtigt.

    Die neuen Quartiere erfahren eine weitere Gliederung im nachbarschaftlichen Maßstab: Blockrandtypologien gruppieren sich schlüssig um einen kleinen öffentlichen Platz, der jeweils mit einem Quartiers-Hub als Solitärgebäude akzentuiert wird. In dem Hub befinden sich neben Stellplätzen auch Einrichtungen der sozialen Infrastruktur. Eine minimierte Ringerschließung bindet diese quartiersbezogenen Mobilitätspunkte an.

    Alle Quartiere sind nutzungsgemischt vorgesehen, mit schwerpunktmäßig gewerblicher Nut-zung in den Erdgeschossen und Wohnnutzungen in den Obergeschossen. Funktionale Schwerpunkte bilden die beiden Campusanlagen. Sie liegen richtig gesetzt zu Beginn und Ende des Rosensteinviertels am Übergang zum Park. Der Campus im Norden greift jedoch mit seinen Sportflächen zum Teil in den Rosensteinpark ein. Auch scheinen die Flächen für die Bildungseinrichtungen nicht ausreichend groß dimensioniert.

    Rund um die Wagenhallen wird mit der Maker-City eine neue Bautypologie vorgeschlagen, die den experimentellen Charakter des Ortes aufnimmt und für die entsprechenden Nutzungen vorgesehen ist.

    Die kulturellen Einrichtungen akzentuieren als Sonderbausteine städtebaulich wichtige Ge-lenke bzw. Übergänge. Lediglich das Lindenmuseum am nordöstlichen Rand erscheint etwas schwer erreichbar.

    Insgesamt wird ein funktionierendes Mobilitätskonzept angeboten. Im Bereich Nordbahn-hof/Gäubahntrasse kollidiert die Planung jedoch mit den projektierten und vorhandenen Gleisanlagen. Die Ost-West-Verbindungen sind bei der vorgeschlagenen Topographie an der Parkkante barrierefrei schwer umsetzbar. Die Radwegeverbindung entlang des Schlossgartens liegt zu nahe am Naturdenkmal „Platanenallee“, ebenso bieten die Terrassen und Böschungen zwischen Rosensteinviertel und Schloßgarten zu wenig Platz für die erforderli-chen, ökologischen Ausgleichsflächen.

    Die S-Bahn-Unterbauung in der Athener Straße wurde nicht berücksichtigt. Flächen für das Nordkreuz sind nicht freigehalten, ebenso wird auf den Bestand der Gäubahn keine Rücksicht genommen.

    Der aus energetischer Sicht kompakte Entwurf zeichnet sich durch eine gute Süd-orientierung aus. Das Verhältnis der Dachflächen als Energiesammler zur gesamten Nutzfläche erlaubt es, das dargestellte Plusenergiekonzept umzusetzen.

    Insgesamt bietet die Arbeit sehr solide und gut durchdachte Lösungen für die gestellte Aufgabe an. Sie lässt aber ein wenig Experimentierfreude und Zukunftsvision vermissen. Die durchweg sehr moderate Höhenentwicklung der Bebauung wird der exponierten Lage des außergewöhnlichen Grundstücks nicht ganz gerecht.