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  • DE-66119 Saarbrücken, DE-66123 Saarbrücken
  • 04/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-317057)

Neubau Forschungsgebäude Zentrum Biophysik der UdS in Saarbrücken


  • 4. Preis

    Neubau Forschungsgebäude Zentrum Biophysik der UdS in Saarbrücken, © Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten mbB, München

    Architekten
    Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten mbB, München (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Städtebau
    Die klare orthogonale Struktur des Campus wird konsequent weitergeführt.
    Die Baufluchten des östlich angrenzenden Neubaus werden aufgenommen.
    Die westliche Baukörperkante fluchtet mit der Bebauung im Süden.
    Mit dem 3-geschossigen Neubau entsteht eine aus der Hanglage resultierende abgestufte Höhenentwicklung zwischen den Pharmaziegebäuden im Westen und Osten.

    Erschließung
    An der Straße D entsteht gegenüber des Praktikumsgebäudes für Pharmazie ein großzügiger Vorplatz zum überdachten Haupteingang. Der Vorbereich zum Haupteingang liegt im Zentrum der Verbindungsachsen Campuszugang - Mensa - Bushaltestelle. Fahrräder können witterungsgeschützt neben dem Haupteingang abgestellt werden.
    Durch Pflasterung, Sitzmauern und Bepflanzung gegliedert, dient er ebenso dem Aufenthalt für Mitarbeiter, Studenten und Besucher.
    Die Anlieferung mit Kurzzeitparkplätzen erfolgt im Süden von der bestehenden Lieferstraße.
    Betritt man das von außen bereits erlebbare Foyer, befindet man sich in einem großzügigen Raum, von dem die Seminarräume erschlossen werden und der auch für Meetings genutzt werden kann. Entlang des überdachten Zugangs ist eine Ausstellungsfläche mit Teeküche angeordnet, die für Workshops genutzt werden soll.
    Die 2 Obergeschosse werden durch eine einläufige Treppe erschlossen. Alternativ kann einer der beiden Personenaufzüge gewählt werden.

    Funktion
    Die Labore gliedern sich U-förmig um den Innenhof und entlang der Fassade an der Anlieferstraße.
    Die hochinstallierten Räume werden kompakt zoniert.
    An der West-Ost- und Nordfassade gliedern sich die zugehörigen Bürozonen flexibel zugeordnet um die Laborzonen, so dass die Mitarbeiter kurze Wege haben.
    2.OG : Lehrstühle Prof. Ott, Prof. Lautenschläger und Prof. Wagner
    1:OG : Lehrstühle Prof. Seemann, Prof. Jacobs, Juniorprof., Nachwuchsgruppe.
    Theoretischen Lehrstühle, gemeinsame Räume und Anlieferung mit zugeordnetem Lastenaufzug sind im EG situiert, ebenso die Physiklabore, in die schwere Geräte eingebracht werden müssen. Gemeinsame Laborzonen, die kein Tageslicht benötigen befinden sich Im UG.
    An der großzügigen Ost-West- Verbindungsachse sind die Treppen und Aufzüge angeordnet.
    Hier entstehen attraktive Begegnungs- und Kommunikationsbereiche:
    - im EG Innenhof, Seminarräume und workshop- / Ausstellungsfläche mit catering;
    - im 1. OG möblierte Dachterrasse und Sitzbereiche entlang der Fassade;
    - im 2.OG überdachter Freibereich/ Loggia und Sitzbereiche wie 1.OG
    Auch die Sozialräume sind hier zentral zusammengefasst.
    Brandschutz
    Flächen für die Feuerwehr:
    Bewegungsflächen werden im öffentlichen Straßenraum abgebildet.
    Anleitern und Aufstellungsflächen sind nicht erforderlich, da alle Rettungswege baulich sichergestellt werden.
    Baulicher Brandschutz:
    Rettungsweglängen max 35 m
    Rauchschutzabschnitte max 30 m
    Alle 3 notwendigen Treppen haben einen direkten Ausgang ins Freie.
    Die Büro- und Laborzonen sind in der Regel in Nutzungseinheiten von ca.400 m² organisiert. Vor den Treppenräumen werden die Rettungswege aus unterschiedlichen Nutzungseinheiten über notwendige Flure sichergestellt.
    Für Erleichterungen zur Umsetzung des Architektonischen Konzeptes des Eingangs- und Foyerbereichs mit Seminarzonen und einer sich bis in die Obergeschosse erstreckenden Freitreppe wird eine automatische Löschanlage kompensatorisch herangezogen.

    Fassade
    Im Foyer ist eine großformatige Pfosten-Riegel-Fassade mit dreifach-Verglasung vorgesehen.
    Die Ost-West- und Nordfassade, wo alle Büros situiert sind, ist durch auskragende Betonfertigteile gebändert. Feststehende luftdurchlässige Paneele vor den Nachtöffnungsflügeln und Schiebeelemente aus Alulochblechen vor den raumhohen Festverglasungen gliedern die Fassade und erzeugen ein dreidimensionales Licht- und Schattenspiel. Der gewünschte Blendschutzgrad kann von den Mitarbeitern flexibel eingestellt werden.
    Für alle Labore an der Südfassade und im Innenhof sind Glaspaneele vor den Brüstungen vorgesehen.

    Baukonstruktion – Tragwerk
    Das Tragwerk des 3- geschossigen Institutsgebäudes ist als Stahlbetonskelettbau konzipiert.
    Das Stützenraster 7,20m X 7,20m baut auf einem Vielfachen des konsequent umgesetzten und für Laborgebäude bewährtem Grundraster von1,20m auf.
    Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt durch die Treppen- und Aufzugskerne.

    Nachhaltigkeit Energieeffizienz Technik
    Für den Neubau der Biophysik soll ein Gebäude errichtet werden, welches einen energetischen Passivhausstandard aufweist. Aspekte wie Langlebigkeit, ein ressourcenschonender Umgang mit Rohstoffen und Energie sind die Kernthemen dieses nachhaltigen Gebäudes.
    Die Gebäudehülle definiert Rahmenbedingungen, die maßgeblichen Einfluss auf den Komfort im Innenraum sowie die Gebäudetechnik und die damit verbundenen Energieaufwendungen hat. Die Gebäudestruktur wird optimiert, um den Energieverbrauch für Heizung, Warmwasser, Lüftung, Klima und Beleuchtung zu reduzieren.
    Gebäudehülle
    Die Bauteilqualitäten orientieren sich an dem Passivhaus- Energiestandard. Für die wesentlichen Flächen der thermischen Hülle des Gebäudes werden folgende Zielgrößen definiert:
    Dach: Udach  0,14 W/(M² K
    Außenwände: Uaw  0,15 W/(M² K)
    Fenster: Uw  0,7 W/(M² K)
    Sonnenschutz Und Sommerlicher Wärmeschutz
    Umlaufend auskragende Fertigteile reduzieren den Wärmeeintrag ins Gebäude. Im Hinblick auf den Sommerlichen Wärmeschutz und damit den Thermischen Komfort im Sommer sind senkrechte Schiebeelemente aus Lochblech vorgesehen.
    Es wird eine Versorgung mit Fernwärme und Photovoltaik vorgeschlagen.
    Es stehen ca. 2000m² Dachfläche für PV zur Verfügung.
    Wärme- und Kälteübergabe erfolgt über Bauteilaktivierung der Betondecken.
    Büroräume können natürlich belüftet (Nachtlüftung) 3 facher Luftwechsel
    Laborzonen werden maschinell klimatisiert, Luftwechselrate 25m³/h/m²
    Die Technikzentralen sind im UG situiert, Rückkühler und Abluft befinden sich auf dem Dach.
    Die vertikale Verteilung erfolgt über 2 Zentralschächte.

    Wirtschaftlichkeit
    Der kompakte Baukörper ist mit einem A/V Verhältnis von 0,25 schon von seiner Geometrie wirtschaftlich und energiesparend konzipiert. Extensiv begrünte Dachflächen und die Pfosten-Riegel-Konstruktion der Fassade sind wartungsarm, nachhaltig und gewährleisten eine hohe Wirtschaftlichkeit.
    Durch die Verwendung von nachhaltigen Baumaterialien werden die Lebenszykluskosten minimiert.
    Alle auf dem Grundstück vorhandenen Medientrassen werden erhalten und können genutzt werden.

    Außenanlagen
    Sowohl Grünanlagen und Straßenbäume außerhalb des Planungsgebietes sowie Bestandsbäume auf dem Baugelände bilden ein übergeordnetes Grünstrukturgeflecht.

    Aufenthaltsbereiche – Bewegungsräume
    Der großzügige Außenraum bietet Besuchern und Mitarbeitern diverse Aufenthaltsbereiche. Sitzbänke mit Gräsern die am Haupteingang sowie im Innenhof frei verteilt sind, Baumcluster aus Bestandsbäumen und Neupflanzungen, Pflanzbereiche für die Förderung und Bewahrung der Biodiversität bieten Orte zum verweilen und regenerieren. Flächenversiegelung wird soweit möglich vermieden.
    Gleichzeitig bietet die offene Gestaltung des Außenraums Verbindungswege zur Umgebung.
    Jedem Geschoss ist zusätzlich ein privater Außenbereich zugeordnet, dort ist ungestörter Gedankenaustausch und Aufenthalt der Mitarbeiter im Freien möglich.

    Dachlandschaft und Regenwassermanagement
    Die Dachflächen sind als begrünte Solardächer geplant. Durch die Verbindung von extensiver Dachbegrünung und PV-Modulen werden die zwei wichtigen Themen der Energiegewinnung und der Niederschlagswasserrückhaltung umgesetzt. Das anfallende Niederschlagswasser wird gespeichert und verzögert an Rigolen und Versickerungsmulden weitergeleitet.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 24.04.2019, 10:26
Zuletzt aktualisiert 26.04.2019, 13:21
Beitrags-ID 4-172955
Seitenaufrufe 84