Beurteilung durch das Preisgericht
Mit der Entscheidung der Verfasser für eine allseitige Gestaltung der Fassaden des Telekom-Hochhauses als erkennbares Wohngebäude mit rhythmisierend angeordneten Balkonen und Fassadenbegrünungen leistet dieser Entwurf einen wertvollen Beitrag zur Lösung der schwierigen Aufgabe einer nicht zuletzt ebenso atmosphärisch stimmigen Umnutzung – auch wenn dadurch Abstandsflächen teilweise überschritten werden.
Der Ausweisung von Wohnungen an den attraktiven Stirnseiten des Gebäudes werden allerdings die beiden dort vorhandenen (aussteifenden) Treppenhäuser „geopfert“ und durch ein zentral angeordnetes Sicherheitstreppenhaus mit Feuerwehraufzug konstruktiv aufwendig ersetzt. Auch der vertikale Telekom-Technikschacht muss verlegt werden.
Unverständlich erscheint in diesem Zusammenhang der Erhalt von zwei Bestandsaufzügen im südlichen Gebäudeteil, was Erschließung und Orientierung im Gebäude verunklart – insbesondere im Erdgeschoss, das über unattraktive „Tunnelflure“ entfluchtet werden muss.
Dies ist vor allem dem in Richtung St.-Gebhard-Platz vorgelagerten viergeschossigen Vorbau geschuldet, der im Erdgeschoss bis zum Hausgrund des Hochhauses vollständig mit gewerblichen und dienenden Nutzungen überbaut ist. Der darüber liegende U-förmige Baukörper weist Wohnungen um einen Innenhof aus, wobei bei der Qualität der nach Südosten orientierten Wohneinheiten in den unteren Geschossen des Hochhauses deutliche Nachteile aufgrund fehlender Aussicht, problematischer Besonnung und fehlender Balkone in Kauf genommen werden müssen. Dieser Vorbau wird städtebaulich mit Blick auf die benachbarte St.-Gebhard-Schule als zu massiv kritisiert.