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  • 12/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-341175)

Objektplanung Gebäude

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  • 1. Preis Baufeld 11

    1.Preis Baufeld 11: Gössler Kinz Kerber Kreienbaum Architekten BDA, © bloomimages

    Architekten
    Gössler Kinz Kerber Kreienbaum Architekten BDA, Berlin (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Daniel Kinz

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschafts- / Umweltplaner: BHF Bendfeldt Herrmann Franke LandschaftsArchitekten GmbH, Kiel (DE), Schwerin (DE)

    Preisgeld
    55.549 EUR

    Erläuterungstext
    Stadt Bauen

    Wohnen in einem neu entwickelten Stadtteil braucht Identifikation, Wiedererkennbarkeit und Maßstab. Der Entwurf besetzt einen Schlüsselstein des neuen Gebietes. Der Auftakt am Bahnhof zeigt Gesicht, die Häuser in den Gebietsstraßen sind als Einzelgebäude ablesbar und geben Orientierung. Der Hof wird als Grünanlage für die Bewohner entwickelt und übernimmt zugleich wichtige Erschließungsfunktionen.

    Das übergeordnete Prinzip ist die Einheit im Ganzen. Aus wenigen Themen – zwei Sortierungen Backstein, durchgängige Fensterformate mit Variationen in der Detaillierung und markante Gebäudeeinschnitte – entwickelt sich ein lebendiger Baustein, der trotz einer großen Vielfalt an einzelnen Gebäuden doch als ruhige Einheit gelesen wird.

    Der Auftritt und die Erschließung des Projektes reflektieren die Dualität von öffentlich genutzten Flächen in den Erdgeschossen von Quartiersplatz und Hauptstraße, und den privaten Zugängen der Wohngebäude.

    Am Quartiersplatz entwickelt sich die Bebauung der Höhenentwicklung folgend gestaffelt hinauf zur Kattenbrookstrift. Über die Fassaden transportiert sich ein zusammenhängendes Bild, das durch die entlang der gesamten Platzlänge geplante Arkade getragen wird.

    Das Eckgebäude am Kattenbrookstrift ist leicht überhöht und kennzeichnet den städtebaulich wichtigen Übergang von Grünzug und Allee. Die anschließenden Baukörper im Kattenbrookstrift sind als Familie von ähnlichen Gebäuden entworfen. Durch den Wechsel der Backsteine und die versetzten Höhen der Gebäude sind die einzelnen Häuser erkennbar und formulieren Adressen, eine besondere Farbgebung markiert die privaten Eingänge. Dieses Spiel setzt sich mit erdgeschossigen Ladenflächen bis zur Mailänder Straße fort, in der privatere Nutzungen dominieren. Der parallel zur Bahntrasse verlaufende Weg übernimmt vorwiegend dienende Funktionen.

    Stadt Erschließen

    Das Projekt wird für Bewohner ebenso entwickelt wie für von außen kommende Besucher und Kunden. Aus Richtung des Bahnhofes und des Quartiersplatzes kommen Fußgänger, während aus der Mailander Straße die Anfahrt mit dem PKW erfolgt. Radverkehr erfolgt ebenfalls für alle Nutzergruppen aus beiden Richtungen. Die Erschließung muss also mehrere Bedarfe gleichwertig abbilden.

    Für Fußgänger ist die direkte Erreichbarkeit wichtig. Arkade am Platz und Unterschnitt der Gebäude im Kattenbrookstrift formulieren eine Zone des Übergangs und des Eintritts. Die Eingänge der großen Gewerbeflächen Discounter und Drogerie sind direkt vom Platz aus ebenerdig erreichbar, hier liegen auch die Zugänge zu Gastronomie und einem Wohnhaus. Zwischen den Gewerbeeinheiten ist der Zugang zur Tiefgarage platziert.

    Mit dem PKW erreicht man die Tiefgarage aus der Mailänder Straße. Kunden nutzen die untere Parkplatzebene und von dort aus den zentralen Treppenaufgang mit Liften am Quartiersplatz. Über diesen Aufgang erreichen die Nutzer die beiden Märkte, aber auch den Platz selbst. Ein weiterer Ausgang steht am Kattenbrookstrift zur Verfügung, um die dortigen Nutzungen zu erreichen. Bewohner des Gebäudes nutzen die oberen Ebenen zum Parken und gelangen über vier Treppenhäuser auf die Ebene des Innenhofes. Dort können sie über die Grünanlage ihr jeweiliges Wohnhaus erreichen. Über den Hof erreichen die Bewohner auch zentrale Einwurfschächte für Abfälle, die Behälter selbst stehen auf der Erdgeschossebene in einem eigenen Raum. Anlieferung, Feuerwehr und Müllabfuhr nutzen den Erschließungsweg parallel zur Bahntrasse.

    Fahrradfahrer kommen ebenerdig über den Weg an der Bahntrasse zu zwei zentralen Abstellräumen im geförderten und im frei finanzierten Teil des Projektes. Ein erdgeschossiger Raum mit Werkstattmöglichkeit im geförderten Projekt, und eine weitere, mit einem Aufzug über drei Ebenen organisierte Einrichtung nehmen den überwiegenden Teil der Fahrräder geschützt auf. Dezentrale Anlehnbügel im Außenraum vervollständigen das Angebot. Auch die Radfahrer nutzen die Zugänge über den grünen Innenhof.

    Die Entwässerung des Projektes erfolgt über die Dachflächen der Gebäude und der Hofüberbauung. Die Gründächer der Wohngebäude und die intensive Begrünung des Hofes dienen hierbei als Puffer, sodass die Einleitung in im Bereich des Weges entlang der Bahntrasse angeordnete Rigolen verzögert und gedrosselt erfolgt. Aus den Rigolen versickert ein Großteil des Regenwassers, weitere Anteile müssen gegebenenfalls eingeleitet werden.

    Stadt Bewohnen

    Die zentrale Lage der Wohnungen bietet alle Möglichkeiten einer Stadt: Kurze Wege zu ÖPNV und Versorgern, ein lebendiges Umfeld und in der Nähe gelegene Parkflächen. Der Entwurf fügt eine weitere Komponente hinzu, den privaten Grünraum im Hof der Anlage. Neben der Erschließung aus der Tiefgarage und von den Fahrradstellplätzen, und damit dem unmittelbaren Zugang zu den Häusern, bietet er viel Raum für Spiel, Rückzug und kommunikativem Aufenthalt.

    Die Kommunikation der Bewohner untereinander aber auch mit Nachbarn aus dem Quartier wird unterstützt durch Gemeinschaftsräume im EG und im obersten Geschoss des Eckgebäudes. Hier ist kein teures Penthaus angeordnet, sondern ein Ort mit Weitblick für alle.

    Der Gedanke einer Übergangszone zwischen öffentlich und privat wird von der Arkade und dem Vorbereich im Erdgeschoss an den Wohnhausfassaden fortgeführt. Die Wohnungen selbst nehmen über die Loggien Dachterrassen Kontakt zur Stadt auf und bieten mit den Nischenfenstern an den Straßenseiten ein charakteristisches, attraktives Element. Diese Fenster machen aus einem gewöhnlichen Wohnraum etwas besonderes, sie laden dazu ein, hier Platz zu nehmen und das städtische Leben zu betrachten.

    Der Entwurf bildet einen schlüssigen Beitrag zur Entwicklung des neuen Stadtteils als lebendiges Quartier mit vielfältigen Möglichkeiten zum Austausch und zur Teilhabe. Robuste Fassaden mit abwechslungsreicher Gliederung und Gestaltung schaffen Identität und erzeugen ein markantes Bild.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.