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  • DE-50829 Köln
  • 05/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-342614)

Städtebaulicher Vorentwurf für das Pallottiner Areal in Rheinbach


  • 2. Preis

    Lageplan, Pallottiner Areal

    Architekten
    Konrath und Wennemar Architekten Ingenieure, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Modellbauer: ARCHIDA Architekturmodelle Ingo Kerst, Heiligenhaus (DE)

    Erläuterungstext
    Die Entwicklung des Pallottiner Areals in Rheinbach ist eine große Chance für die Weiterentwicklung des Stadtbilds. Die Größe und die zentrale Lage erfordern aber auch ein Höchstmaß an Sensibilität im Umgang mit den vorgefundenen städtebaulichen Strukturen.
    Die drei Lose unterscheiden sich hinsichtlich Ihrer Größe und Lage, daher reagieren wir mit unterschiedlichen städtebaulichen Konzeptionen.

    Los 1
    Das größte Los stellt Los 1 dar. Wir teilen das Los in die Baufelder 1A, 1B und 1C. Baufeld 1A wird von der Pallottiner Straße erschlossen, Baufeld 1B über die Schützenstraße. Beide Baufelder verfügen jeweils über eine eigene Tiefgarage, und stellen damit auch hinsichtlich ihrer Größe jeweils sinnvolle und eigenständige Vertriebsabschnitte dar. Die oberirdische Bebauung besteht im Wesentlichen aus dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern unterschiedlicher Größe, die als offene Blöcke angeordnet sind. Sie bilden zu den Außenseiten klare Adressen aus. Im Innenbereich werden den Erdgeschosswohnungen private Gärten zugeordnet, es verbleibt aber auch noch ausreichend Fläche für ein halböffentliches Freiraumangebot für die Bewohner der Obergeschosse. Die Blöcke sind nach Süden zum Gräbbach offen gehalten, der grüne Freiraum fließt vom Gräbbach in den Blockinnenbereich und macht den Gräbbach im gesamten Blockinnenbereich erlebbar. Die einzelnen Gebäude reagieren in ihrer jeweiligen Stellung und Höhenentwicklung auf die jeweilige Umgebung. Zur Schützenhalle wurden die Gebäude um ein Geschoss reduziert, außerdem ist die Orientierung der Gebäude mit den Eingangsseiten zur Schützenhalle so gewählt, dass hier Nutzungskonflikte vermieden werden.
    Zwischen den beiden Baufeldern des Loses 1 entsteht eine attraktive Wegeverbindung mit Aufweitungen und hoher Aufenthaltsqualität, die vom Gräbbach durch Los 1 und Los 3 an der Pallottikirche vorbei bis zur Koblenzer Straße führt. Ein wichtiges Gestaltungselement dieses Bereiches ist die offene Wasserführung, die anfallendes Regenwasser der angrenzenden Flächen bis in den Gräbbach leitet.
    Nach Norden werden die beiden Baufelder durch die in Ost-West-Richtung verlaufende Planstraße A begrenzt, die als Mischverkehrsfläche vorwiegend als Fuß- und Radweg gedacht ist. Nördlich der Planstraße A befindet sich das Baufeld 1C mit einer Mehrfamilienhauszeile, das entsprechend der Auslobung an die Pallottiner übertragen werden kann. Die Zeile verfügt über eine eigenständige Tiefgarage, die von der Schützenstraße erschlossen wird. Die Zeile schließt nach Osten zur Schützenstraße mit einem Gebäude ab, das mit nur zwei Vollgeschossen und kleinerem Fußabdruck im Maßstab in die Bebauung der Schützenstraße überleitet.

    Los 3
    Nach Westen mündet die Planstraße A in den neuen Pallottiplatz. Kernstück des Platzes ist die ehemalige Pallottikirche, die nun zur Kulturkirche Rheinbach geworden ist. Städtebaulich kann Sie Ihre Funktion am Platz nur erfüllen, wenn die heute geschlossene Südfassade zum Platz hin geöffnet wird. Das ist hinsichtlich der Gebäudegeometrie sehr überzeugend möglich, wie auch die städtebauliche Skizze des Pallottiplatzes zeigt. Als Nutzung können wir uns ein Kolumbarium weniger gut vorstellen, da mit dieser Nutzung eine Belebung des Platzes schwer möglich ist. Ob publikumsintensive Veranstaltungen sinnvoll sind, muss vor dem Hintergrund des möglichen Verkehrsaufkommens kritisch geprüft werden. Wir können uns sehr gut einen Raum für Kunst und Ausstellungen vorstellen, z.B. Glaskunst. Sehr gut vorstellbar sind darüber hinaus Nutzungsüberlagerungen, es könnten Räume für Begegnung in die Ausstellungen integriert werden, ebenso ein Kulturcafé. Seitlich der Kulturkirche ist eine Tiefgaragenzufahrt von der Pallottistraße für die neue nördlich angrenzende Bebauung vorgesehen. Hier können die erforderlichen Stellplätze für die Kulturkirche errichtet werden.
    Weitere Akteure des Pallottiplatzes sind ein dreigeschossiges Gebäude an der Ostseite des Platzes, in dem eine Mischnutzung aus Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss, z.B. ein Cradle-to-Cradle Shop, mit Wohnen in den Obergeschossen denkbar ist. An der Südseite des Pallottiplatzes schließt die Wohnbebauung Los 2 an, an der Westseite wird das Jugendmedizinische Zentrum mit seinen Einzelhandelsflächen einbezogen.
    Nördlich der Kulturkirche schließt ein Gebäudeblock an, der zur Aufnahme verschiedener Nutzungen geeignet ist. Die Bebauung soll gemäß Auslobung für Sonderformen des Wohnens geeignet sein, von altersgerechtem Wohnen über Wohngruppen bis hin zu Pflegeeinrichtungen. Die gezeigte Anordnung ermöglicht eine klare Adressierung zur Pallottistraße und zur neuen Wegeverbindung auf der gegenüber liegenden Seite. Im Innenbereich entsteht ein geschützter Garten, der für eine Pflegeeinrichtung auch vollständig abgeschlossen werden könnte. Der Block könnte auch vollständig als geschlossener Ring ausgebildet werden, wenn die Nutzung das aus logistischen Gründen erfordert. Das Gebäude an der Koblenzer Straße 2 würden wir erhalten, ein Abbruch und damit eine Vergrößerung der vorhandenen Öffnung zur Koblenzer Straße halten wir nicht für hilfreich.
    Östlich der Kulturkirche haben wir auf dem Nachbargrundstück die Möglichkeit zur Errichtung von zwei Mehrfamilienhäusern vorgesehen. Für die erforderlichen Stellplätze würden wir eine Erweiterung der südlich angrenzenden Tiefgarage unter den neuen Wohngebäuden der Pallottiner vorschlagen.

    Los 2
    Die Bebauung auf Los 2 vermittelt zwischen zwei unterschiedlichen Strukturen. Entlang der Pallottistraße beziehen sich Mehrfamilienhäuser mit Pultdächern auf die angrenzende Sporthalle und das neue entstehende Jugendmedizinische Zentrum. Nach Westen lockert sich die Bebauung auf, Einfamilienhäuser orientieren sich mit ihren Gärten zu den Gärten der bestehenden Einfamilienhäuser an der Straße „Stadtpark“. Die Einfamilienhäuser erhalten Garagen am Haus mit der Möglichkeit, in der Garageneinfahrt ein zweites Fahrzeug zu parken. Die Mehrfamilienhäuser und die zugehörigen Reihenhäuser werden auf einer gemeinsamen Tiefgarage errichtet.
    An der Südspitze der Bebauung haben wir die Kita angeordnet. Auch wenn die KiTa damit nicht unmittelbar neben der Grundschule angeordnet ist, ist eine fußläufige Verbindung über die Planstraße B auf kurzem und gefahrlosem Weg gegeben. Die Freiflächen der Kita gehen mit dem Grünraum des Gräbbachs eine hochattraktive räumliche Verbindung ein. Darüber hinauskann die KiTa über den Kreuzungspunkt Neugartenstraße / Stadtpark unabhängig von der Erschließung des übrigen Areals erschlossen werden.
    Denkmalgeschützte Bebauung
    Neben der bereits beschriebenen Entwicklung der Pallottikirche und der Integration der Gebäude zur Hauptstraße und Koblenzer Straße haben wir auch die Marienkapelle sorgfältig in das Konzept Integriert. Nach Süden und Westen soll der vorhandene Baumbestand ergänzt werden, um die Kapelle abzuschirmen und ihr eine Fassung zu geben. Anstatt die Kapelle zur Wegegabelung nach Südwesten freizustellen und zu „inszenieren“ setzen wir mit unserem Konzept auf Ruhe und Abschirmung zur Andacht. Die Bedeutung des kleinen Vorplatzes vor dem nordöstlichen Eingang unterstreichen wir, indem wir die vorhandenen Aufgänge nach Westen und Norden in unser Freiraumkonzept aufnehmen und einen weiteren Aufgang vom Gräbbach ergänzen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.