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  • DE-82178 Puchheim
  • 06/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-324246)

Neue Stadtmitte Puchheim


  • 3. Preis

    © bauchplan ).(

    Landschaftsarchitekten
    bauchplan ).(, münchen (DE), wien (AT) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: leupold brown goldbach architekten, München (DE), Boston (US)

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das vorgeschlagene städtebauliche Konzept schreibt die wesentlichen Setzungen des Masterplanes mit zwei zweigeschossigen und einem markanten dreigeschossigen Baukörper im Süden fort. Der nördliche Baukörper der Musikschule wird nach Osten an den Rand des Wettbewerbsgebietes gerückt, wodurch die Straße der Kulturen verschwenkt und über den Platz der Kulturen geführt wird. Das südliche Gebäude bindet über eine Terrasse räumlich an das ins Gelände modellierte Parkdeck an die Kennedywiese an und schafft somit eine direkte Wegebeziehung vom Bürgerpark in die neue Stadtmitte Puchheims.

    Die als ‚Entrees’ bezeichneten platzartigen Aufweitungen zur Adenauerstraße hin und zwischen Alter Schule und Pfarrhaus schaffen eine wohltuende räumliche Verbindung zum gegenüberliegenden Jugendzentrum und über den Grünen Markt zum Kirchplatz St. Josef. Somit verankert sich der Platz der Kulturen in idealer Weise mit der örtlichen Umgebung. Die Alte Schule wird freigestellt und vorbildlich barrierefrei in das Ensemble eingebunden, was der besonderen Stellung als wichtigem historischen Gebäude in angemessener Weise Rechnung trägt. Im Norden wird zum Grünen Markt ein Biergarten vorgelagert, nach Süden über Sitzstufen und eine Freitreppe der Höhenversatz zum Platz der Kulturen geschickt überwunden.

    In Fortführung dieses zentralen Platzes öffnen sich von allen drei Gebäuden die Foyers zum Platz hin und bieten so die gewünschten Synergieeffekte der verschiedenen kulturellen Institutionen. Der Austausch der einzelnen Nutzungen wird räumlich erlebbar und lässt einen lebendigen und belebten Stadtraum erwarten. Eine besondere Stärke liegt in der Verbindung von Bibliothek und Volkshochschule über einen Steg im 1.Obergeschoss und deren direkte Anbindung an den Bürgerpark. Unverständlicher ist jedoch, dass der Steg weder im Modell noch in der Perspektive dargestellt ist. Auch die Darstellung des Fassadenkonzeptes in den Grundrissen ist nicht eindeutig ablesbar. Bibliothek und Volkshochschule laden über Terrassen zum Verweilen ein und treten in Form eines Platzbalkons in Dialog mit den Freiflächen im Erdgeschoss.
    Als nachteilig wird der großflächig überdachte südliche Zugang von der Adenauerstraße aus gesehen, da er trotz der vorgeschlagenen Lichtkuppeln eher eine Barriere aufbaut.
    Die Vielzahl von Vor- und Rücksprüngen an allen Gebäuden führt nur begrenzt zu räumlichen Qualitäten und verunklärt die Beziehungen der Baukörper untereinander. Diese Unruhe im architektonischen Gesamtbild setzt sich in der Fassadensprache und der vielfach gefalteten Dachlandschaft fort. Die vorgeschlagene Holzverschalung an Wand- und Dachflächen wird nicht als adäquate Lösung gesehen.

    Die innere Organisation der Gebäude ist geschickt gelöst und lässt einen funktionalen Betrieb aller Nutzungen erwarten. Die Bibliothek wird über zwei Geschosse mit freiem Grundriss entwickelt, der vielfältige Möglichkeiten zur Einteilung von Medienangebot, Arbeits-, Lese- und Kreativzonen bietet. Der Lagerraum im EG ist nicht ausreichend dimensioniert. Auch die Größe des Foyers ist nicht angemessen.
    Im Gebäude der Volkshochschule sind im Erdgeschoss kleinteilige Übungs- und Verwaltungs-räume vorgeschlagen. Bei den Gymnastikräumen im EG würde ggf. auf ausreichenden Sichtschutz zu achten sein. Der Veranstaltungssaal im 1.Obergeschoss ist gut an die VHS-Terrasse angebunden. Das Stuhllager verstellt jedoch die räumliche Anbindung des Foyers an den Saal und somit einen stärkeren Bezug zum Platz der Kulturen.

    Als äußerst positiv wird die Anordnung des Musiksaales an prominenter Stelle an der Straße der Kulturen gesehen. Der Saal öffnet sich nach Norden und erweitert das räumliche Angebot mit einem bespielbaren Außenbereich in den angrenzenden Stadtpark. Auch das großzügige Foyer der Musikschule wird von Nutzerseite begrüßt. Hingegen scheint die abgelegene Lage des Büros 1 im EG verbesserungswürdig.

    Positiv bewertet wird die Umlenkung der Straße der Kulturen zwischen die neuen Baukörper. Der Entwurf lässt so interessante Raumabfolgen bei den Freiflächen erwarten. Ein teppichartiger, einheitlicher Oberflächenbelag vermittelt eine angemessene Großzügigkeit. Die tanzenden Lampions als Beleuchtungskonzept könnten allerdings überinstrumentiert wirken. Positiv bewertet werden außerdem die Einbeziehung der angrenzenden Topografie und des Freitheaters in der östlich gelegenen Parkfläche, sowie das Spiel mit zwei unterschiedlichen Bewegungsebenen. Der durch die Ausformulierung der südöstlich gelegenen Terrasse entstehende Tunnelgang sollte ggf. auf seine Qualität als öffentlicher Durchgangs- und Zugangsraum überprüft werden.

    Grundsätzlich ist eine hohe Aufenthaltsqualität in dem Ensemble aus Alter Schule, Neubauten und anschließender Topografie erkennbar.

    Durch die geschickte Entwicklung der polygonalen Grundrisse entstehen kompakte Baukörper, die eine wirtschaftliche Errichtung der Gebäude erwarten ließen, wenngleich die Raumgrößen teilweise an der unteren Grenze der Vorgaben liegen.
    Die gewünschte abschnittsweise Realisierbarkeit ist gegeben.

    Das vorgeschlagene Konzept bietet einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Neuen Stadtmitte Puchheims und versteht es, in angemessener Weise in einem heterogenen städtebaulichen Um-feld eine prägnante Architektur zu etablieren.