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  • DE-68161 Mannheim, DE-68259 Mannheim
  • 05/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-326868)

Entwicklung des Epiphanias-Areals in Mannheim - Feudenheim


  • 1. Preis

    Modellfoto, © STORCH + FEDERLE

    Architekten
    Storch + Federle Freie Architekten Partnerschaft mbB, Mannheim (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Karin M. Storch , Thomas Federle

    In Zusammenarbeit mit:
    Investoren: Evangelische Stiftung Pflege Schönau, Heidelberg (DE)

    Preisgeld
    13.500 EUR

    Erläuterungstext
    Grundidee: Die Baukörper fließen zwischen die vorhandenen Bäume.
    - Der Baumbestand kann ausnahmslos erhalten werden
    - "bewegte Fassaden" ... vermeiden die Verschmelzung des Neubaus mit der Kirche
    - Die Epiphaniaskirche wirkt ihrer Bedeutung entsprechend weiterhin als Solitär

    Alles aus Holz!
    - Alle oberirdischen Teile der beiden Baukörper entstehen in reiner Holzbauweise, was bei Gebäudeklasse 3 bereits heute ohne Probleme möglich ist.

    Warum Holzbau?
    - Holzbauten sind klimaneutral.
    - Holz speichert große Mengen CO2.
    - Holz ist ein nachwachsender und damit nachhaltiger Baustoff. - Holzbau ist schnell.
    - Holzbauten bieten von Anfang an ein perfektes Raumklima.
    - Holzbauten bieten eine hohe Behaglichkeit.
    - Holz ist der perfekte Baustoff in Zeiten des Klimawandels

    Stadträumliches Konzept
    - Ersatzbau für Gemeindehaus konserviert Ensemblewirkung
    - "konkav" gefaltete Platzwand fokussiert Vorplatz und Eingang Kirche
    - öffentlicher Durchgang fördert Belebung des Kirchenvorplatzes
    - Sitzbänke und neue Bäume für höhere Aufenthaltsqualität

    Nutzungskonzept Kindergarten
    - Eingang getrennt von Zugang für Hausbewohner
    - Zugang Tiefgarage über Treppenhaus möglich
    - Grundrisslayout differenziert in
    > "privaten", abschließbaren Gruppenbereich
    > vorgelagerte Allgemeinräume
    - Allgemeinräume vermietbar für Feste

    Nutzungskonzept Wohnungen
    - von der Kulturkirche nutzbar z. B. bei Konzerten
    - Treffpunkt für gemeinsame Haus-Aktivitäten
    - Mix verschiedener Wohnungsgrößen zur Förderung der sozialen Durchmischung
    - vorrangig große Wohnungen zum Ausgleich des bestehenden Defizits
    - rollstuhlgerechte Familienwohnungen
    > bessere Chancen für Familien bei der Wohnungssuche
    - hoher Anteil sozial geförderter Wohnungen


    Mitarbeit:
    Erika Pisa, Jan Matthies

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit nur zwei Baukörpern längs der Andreas- Hofer und der Arndtstraße wird das Grundstück bebaut. Mit dieser Setzung bleibt der baumbestandene Grünraum in seiner heutigen Form erhalten. Mit großer Konsequenz schlagen die Verfasser ein ökologisch ausgerichtetes Ensemble vor, welches darauf verzichtet, sich am städtebaulichen und architektonischen Umfeld zu orientieren. Vielmehr wir eine unverwechselbarer Ausdruck gesucht, der seine Kraft aus einer eigenen Formensprache entwickelt.
    Sowohl durch die Baukörperausformung, die mit einer bewegten Form den Erhalt aller Bäume ermöglicht, als auch durch die Holzkonstruktion, und die Haustechnik (PV- Dach, Pellet- Heizung, Ladestation für E- Autos) wird dem ökologischen Anspruch Rechnung getragen. Die Verfasser formulieren den Willen, ein nahezu klimaneutrales Haus zu errichten.
    Bis auf das Maisonetthaus in der Südwestecke des Grundstücks werden die Wohnhäuser jeweils mit nur einem Erschließungskern erschlossen. Dies unterstreicht die Adressbildung dieser ungewöhnlichen Häuser. Die dadurch entstehenden 4 -6 Spänner müssen mit den Nachteilen dieser Erschließungsform leben: dunkle Flure, keine Querlüftung, einseitige Ausrichtung von Wohnungen. Besonders positiv ist hervorzuheben, dass sich der Investor bereit erklärt, die Hälfte der Wohnungen als bezahlbare Mietwohnungen an den Markt zu bringen.
    Die Erschließung sowohl der Wohnungen als auch des Kindergartens erfolgt richtigerweise straßenseitig. Ein kleiner Weg trennt die Kirche vom Freibereich der beiden Häuser. Um dem Gartenbereich eine gewisse Intimität zu geben und um den Baumerhalt zu garantieren, ist dessen Niveau leicht abgesenkt. Die Tiefgarage wird von der Nadlerstraße angefahren. Durch die Lage der Abfahrtsrampe hat das Maisonetthaus keinen Grünraum und ist von Verkehr umgeben. Die Stellplätze östlich der Kirche befinden sich auf einer städtischen Grünfläche und sind daher nicht akzeptabel.
    Die Fassadengestaltung mit einer schrägen Holzverschalung setzt den spezifischen Entwurfsansatz auch in den Ansichten fort. Nicht überzeugen können die Glasfugen. Um den architektonischen Ausdruck zu stärken, wäre wünschenswert, die Dachschrägen deutlicher auszuformulieren.
    Mit diesem ungewöhnlichen Haus könnte Feudenheim einen attraktiven Stadtbaustein erhalten, der zeigt, wie ein ökologischer Anspruch konsequent in Architektur umgesetzt werden kann.