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  • DE-88239 Wangen
  • 07/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-324731)

Neubau einer Reitanlage in Wangen im Allgäu


  • Anerkennung

    © KohlmayerOberst Architekte

    Architekten
    KohlmayerOberst Architekten, Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Tragwerksplaner: Maffeis Engineering, Solagna (VI) (IT)

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit dem Entwurf des Neubaus einer Reithalle wird dem städtebaulichen Band der Landesgartenschau am Übergang zur Landschaft ein skulpturales Objekt eingefügt. Einem Schlussstein gleich fasst das lineare Haus parallel zum ERBA-Kanal den Landschaftsraum.

    Charakteristisch für den Entwurf ist der zentrale Entwurfsgedanke alle Funktionen unter einem mehrfach geschuppten Dach anzuordnen. Die horizontal gegliederte Holzstruktur mit ihrer futuristisch fast fremdartigen Anmutung liegt fest verankert im Talraum der Oberen Argen.

    In der Endphase der verkehrstechnischen Neugliederung des Geländes wird die Reithalle von Südwesten angefahren. Diese Gegebenheit führt dazu, dass die Anordnung der Nutzungen Reithalle-Heulager-Pferdeboxen nicht optimal gelöst ist. Diese Bereiche über eine Wegeverbindung zwischen Halle und Springplatz beziehungsweise Abreitplatz anzudienen wird vom Preisgericht kritisch gesehen. Überhaupt ist der ruhende Verkehr mit den Abstellflächen für die Pferdeanhängern und die Entfernung zu den Pferdeboxen nicht zufriedenstellend gelöst.

    Die direkte Verbindung von Reithalle zum Springplatz und der freie Ausblick mittels eines „Landschaftsfensters“ mag im Preisgericht überzeugen. In Kombination mit dem doch eher aufwändigen Tragwerk und den hierfür vorgeschlagenen Auswechselungen erscheint es allerdings zu Formal entwickelt. Zudem erschließt sich die nach innen geneigte Dachfläche vor dem Hintergrund der klimatischen Bedingungen in Wangen im Allgäu, nicht. Bei der Betrachtung des Tragwerks fällt auf, dass die abgeschnittenen Fußpunkte der 3-Gelenkrahmen statisch konstruktiv nicht logisch und akzeptabel sind.

    Die Gestalt des Hauses ist von einem expressiven Ausdruck geprägt. Die ausgeklügelte Linienführung mit ihrer unterschiedlichen Höhenentwicklung verleiht dem Haus einen Endpunkt und eine Zeichenhaftigkeit, die bildgebend für den neuen Auftritt des Reitervereins sein könnte.

    Kritisch wird die Ausbildung einer thermisch offenen Reithalle gesehen, hier steht der Entwurf im Widerspruch zu den vom Bauherren geforderten Funktionen. Die Tageslichtführung mittels axialem Oberlichtband dürfte im täglichen Betrieb zu unerwünschten Beeinträchtigungen für Reiter und Pferd führen.

    Der Entwurf stellt einen überraschenden Beitrag dar, der seine Qualitäten aus der konsequenten Durcharbeitung bezieht und mit seinem ganzheitlichen Ausdruck eine Zeichenhaftigkeit bietet, die weit über Wangen ausstrahlen könnte.