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  • 1. Preis

    Christoph Graupner Schule Aussenperspektive, © STUDIOSF Simon Fischer & Architekten GmbH

    Architekten
    STUDIO SF Simon Fischer & Architekten GmbH, Mannheim (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Simon Fischer

    Mitarbeit
    Ayse Kilicaslan, Kai Kretschmer, Andra Blanz

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: GDLA I GORNIK DENKEL landschaftsarchitektur partg mbb, Heidelberg (DE)

    Preisgeld
    28.000 EUR

    Erläuterungstext
    Neugliederung des Schulgebäudes in zeitgemäße Kubaturen und in eine klare städtebauliche Struktur.

    Ziel ist es die Christoph Graupner Schule neu zu gliedern und eine zeitgemäße Kubatur zu schaffen. Dabei soll eine neue gemeinsame Mitte gebildet werden, welche für ein einfaches Zurechtfinden der Schüler sorgt. Im neuen Zentrum befindet sich eine 3-geschossige Halle, welche das Gebäude als Fixpunkt zoniert und eine besondere Raumatmosphäre schafft. Zusätzlich werden in jedem Geschoss Bezüge zum Außenraum geschaffen, diese gewährleisten verschiedene Aufenthaltsqualitäten - kommunikativ und aktiv oder ruhig und geschützt. Das pädagogische Konzept findet Raum sowohl in Klassenzimmern und Differenzierungsräumen als auch in den direkt angegliederten Kommunikationsflächen, sodass eine individuelle Förderung zustande kommt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf überzeugt mit einem stringenten städtebaulichen Konzept dreier gegeneinander verschobener Kuben. Anstelle des bisherigen Terrassenbaus tritt ein klarer, kubischer Baukörper als neue Setzung in einer sehr angemessenen Architektursprache. Der Bestandsbau wird dafür um einen weiteren Bauteil im Osten ergänzt, während im Westen das eingeschossige Bewegungszentrum im Bestand und seiner gesamten Charakteristik erhalten bleibt. Der östliche Zubau bildet zugleich eine angenehme Raumkante zum Zugang des Bürgerparks.
    Der Bestand wird so auf kluge Weise in ein neues Gebäudekonzept überführt, das vorhandene Qualitäten erkennt und wahrt sowie durch geschickte Ergänzungen erweitert. Darüber hinaus werden die Adressbildung der Schule und die Formulierung des Haupteingang von der Jury als sehr gelungen gewürdigt. Die Qualität des Foyers wird durch das darüber liegende Atrium zusätzlich gestärkt und eine neue, großzügige Mitte entsteht. Die in der räumlichen Darstellung dargestellten Glasbrüstungen müssten aufgrund der visuellen Barrierefreiheit durch deutlich wahrnehmbare Elemente ersetzt werden.
    Die starke Offenheit des Foyers in Richtung des öffentlichen Raums sollte aus Sicht der Schule durch ein Möblierungskonzept ergänzt werden, welches das unkontrollierten Hinauslaufen der Schüler verhindert und den Raum angemessen zoniert. In diesem Zusammenhang wird auch die Offenheit der Mensa diskutiert und hinterfragt.

    In allen Geschosses finden sich gut organisierte, großzügige Grundrisse, mit einer völlig neuen Grundidee und Lesbarkeit innerhalb derer sich die Bedürfnisse der Schule gut umsetzen lassen. Die Schulräume sind – bei angemessen großen Öffnungen – sehr gut belichtet. An verschiedenen Stellen werden Angebote zum Abstellen von Rollstühlen und anderen Hilfsmitteln dargestellt, die noch erweitert werden könnten. Die Anzahl der Umkleiden innerhalb des Bewegungsbereichs erscheint zu gering und müsste in einer weiteren Bearbeitung überprüft werden. Die Sanitär- und Hygienebereiche sind richtig platziert und bieten die Möglichkeit einer Fensterlüftung. Die Summe der Sanitärflächen sollte überprüft und, wenn nötig, erhöht werden.
    Aus Sicht des Brandschutzes erscheint die Grundkonzeption grundsätzlich nachvollziehbar und realisierbar. Der Vorschlag von Brandschutztoren und -vorhängen wird aufgrund der spezifischen Nutzer allerdings als so nicht realisierbar eingeschätzt. Vermutlich würden hier Abschnittstrennungen durch Glaswände- und Türen erforderlich. Der Bereich des Atriums wird brandschutztechnisch als funktionierend eingeschätzt. Die angrenzenden Kommunikationsbereiche müssten hinsichtlich des Brandschutzes noch optimiert werden. Zudem wäre die Umsetzung der Bauabschnitte in Hinblick auf den weiter laufenden Schulbetrieb vertieft zu untersuchen. Die Gestaltung und Ausführung der Fassaden wird für die Nutzung als angemessen sowie über den Lebenszyklus als wirtschaftlich eingeschätzt.
    Aufgrund des Erhalts des westlichen Flachbaus mit dem Bewegungszentrum bleiben die
    Baumstandorte in diesem Bereich unangetastet. Somit kann das vorhandene, parkartige Schulgelände vollständig erhalten werden. Die Dachflächen sind mit extensiver Begrünung dargestellt.
    Die Nutzung von solarer Energie ist durch Fotovoltaik-Elemente vorgesehen.
    Die maßvolle BGF des Gesamtgebäudes lässt eine angemessen wirtschaftliche Realisierung erwarten. Insgesamt gelingt dem Entwurf eine souveräne städtebauliche und architektonische Neuformulierung des Schulgebäudes unter kluger Einbeziehung des Bestandes, die als besonders wertvoller Beitrag zum vorliegenden Wettbewerb gewürdigt wird.