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  • DE-45127 Essen
  • 07/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-308171)

Neubau BürgerRatHaus in Essen


  • Anerkennung

    © Gina Barcelona Architects / JSWD Architekten

    Architekten
    GINA Barcelona Architects, Barcelona (ES) Büroprofil

    Verfasser
    Albert de Pineda , Jaime Batlle , Diana Carbonell , Eva Damiá , Davide Lorenzato

    Mitarbeit
    Laura Carlos, Diane Letourneau, Alvaro Valcarce

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: JSWD Architekten, Köln (DE)
    Landschaftsarchitekten: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE)
    Bauingenieure: ZWP Ingenieur-AG, Köln (DE), München (DE), Stuttgart (DE), Wiesbaden (DE), Berlin (DE), Hamburg (DE), Bochum (DE), Dresden (DE), Köln (DE), Köln (DE)
    Bauingenieure: AWD Ingenieurgesellschaft mbH, Köln (DE), Berlin (DE)
    Bauphysiker: TOHR Bauphysik, Bergisch Gladbach (DE)

    Erläuterungstext
    Neubau BürgerRatHaus in Essen

    Lage im Stadtzentrum

    Das Entwurfskonzept für das neue „BürgerRatHaus“ entsteht aus einer aufmerksamen Analyse der Stadt Essen, ihrem historischen Zentrum und der Umgebung. Das Wettbewerbsgrundstück befindet sich an einer besonderen Stelle, in direkter Nachbarschaft zu drei typologisch sehr unterschiedlichen Stadtbezirken. Im Osten grenzt das Baugrundstück an drei bis viergeschossige Wohnhäuser mit traditionellen Satteldächern. Im Süden, Richtung Hauptbahnhof, befinden sich mehrheitlich Bürogebäude. Das historische Stadtzentrum nordwestlich des Baugrundstücks verdient besondere Beachtung. Hier befinden sich hochwertige Freiräume für die Essener Bürger, der Essener Dom sowie die Fußgängerzone. Im direkten Umfeld befinden sich außerdem das denkmalgeschützte Kolpinghaus, das Haus der katholischen Kirche sowie die Alte Synagoge am Edmund-Körner-Platz.

    Architektonisches und freiraumplanerisches Konzept

    Das neue Gebäude des Bürgerrathauses nimmt einen aufmerksamen Dialog mit den umgehenden Gebäuden auf und präsentiert sich dabei als selbstbewusster neuer Stadtbaustein. Die eigenständige Form reagiert logisch auf alle Nachbargebäude und bildet um das Gebäude neue städtebauliche Räume unterschiedlicher Funktion und Qualitäten.
    Zentraler Freiraum ist der Vorplatz des Gebäudes. Er verbindet über eine große Freitreppe zwei Geländeniveaus, von dessen oberen das Stadtzentrum Essens über eine neue Fußgängerbrücke direkt an das neue BürgerRatHaus angebunden wird. Durch diese Anbindung wird das Gebäude nicht nur inhaltlich, sondern auch stadträumlich neues öffentliches und soziales Zentrum für die Essener Bürger. Die große Freitreppe bietet dabei unter Integration grüner Bereiche eine dynamische, neue Stadtlandschaft, die zum Verweilen einlädt.

    Das Volumen des Entwurfes bildet eine bildhauerische Großform, die sich um einen großen Hof als Herz des Projekts gruppiert. Über den Hof werden alle Bereiche des Gebäudes, belüftet und belichtet. Das Programm lässt sich in zwei Haupt-Kategorien unterscheiden: das Frontoffice, mit einem offenen Charakter und das Backoffice, mit Arbeitsplätzen für die Mitarbeiter*innen. Diese Dualität in den Funktionen ist von außen deutlich ablesbar. Der öffentliche, zweigeschossige Bereich der unteren beiden Niveaus beinhaltet die öffentlichen Funktionen und transportiert diese Nutzungsverteilung durch seine transparente, gläserne Fassade. In den oberen Geschossen werden die Bürobereiche des Back Offices untergebracht und mit einer gerasterten Fassade versehen, die der geforderten Funktionalität und Flexibilität für zukünftige Veränderungen Rechnung trägt.

    Fassaden Dialog

    Der Neubau bildet im gestalterischen Dialog mit den bestehenden Gebäuden in der Umgebung ein städtebauliches Gleichgewicht. Die Fassade des Projektes versucht die heterogene umliegende Baustruktur zu beruhigen und respektiert dabei die Proportionen der Straße. Der enge Zusammenhang mit der Stadt äußert sich durch bauliche die Komposition der Fassade. Die klassische Dreiteilung der Gebäude in der Umgebung wird in den neuen Entwurf übernommen. Durch Betonung der konstruktiven Elemente entsteht eine horizontale Gliederung der Fassade, aufgeteilt in Sockel, Obergeschosse und das geneigte Dachgeschoss.

    Die Fassade des Entwurfes ist klare Antwort auf die Aufgabenstellung: die ersten beiden Niveaus beinhalten den öffentlichen transparenten Teil des Projekts, die Obergeschosse sind als rhythmisierte Rasterfassade dargestellt, die obersten Dachgeschosse springen leicht zurück und bilden dabei eine leichte Neigung. Dies generiert zum einen gestalterischen Abschluss des Gebäudes mit Austritten für die Mitarbeiter, zum anderen wird durch die Anlehnung an einem klassischen Satteldache die Fassadenhöhe visuell reduziert und die Traufkanten der Umgebung übernommen. Die Kuppel der Alten Synagoge und die Spitze des Glockenturms der Altkatholischen Kirche bleiben als formgebende Charaktere der Stadt-Skyline erhalten und werden nicht durch das neue Rathaus beeinträchtigt.

    Qualität der Bereiche und Innenraum Konzept

    Im Erdgeschossbereich, das Projekt versucht eine totale Kontinuität zwischen Außen- und Innenbereich zu erschaffen, der zeigt der öffentliche Charakter des neues Bürger Rathaus. Das Frontoffice ist als einen freien offenen Bereich begriffen, ein sehr natürliches belichtete Bereich, bürgerfreundlich und flexibel um die verschiedenen Leistungen anzubieten.
    Das Innenhof, das Herz des Projekts, belichtet alle die Bereiche mit natürliches Licht. Die großzügigen Bereiche erzeugen Synergien die bieten einen wertvollen Bereich für die Unterhaltung zwischen die Bürger*innen und die Mitarbeiter*innen.
    Die Arbeitsplätze sind entlang der außen und der innere Perimeter verteilt, um die maximale Besonnung zu erreichen. Die beide Perimeter-Bände haben eine 5,40m Tiefe folgen eine 1.35m Rastermodul, so dass die gewährleisten die maximale Flexibilität für die Bürofunktion. Zwischen beide Bände, im zentrale Bereich befinden sich die Abteilungsbezogene und Stockwerkbezogene funktionale Sonderflächen, und dazu die Technik und Nebenflächen, die Sanitärblöcke, die notwendigen Treppenhäuser und die Kerne.

    Die inneren Bereiche generieren interessante Sequenzen von verschiedene mögliche Benutzungen: Aufenthaltsbereiche für die Mitarbeiter, Pausen-Ecken, Räume für informelle Unterhaltungen, Erholung und Freiräume als Loggien die schauen Richtung die Stadt. Das Projekt bietet damit ein neues Idee die verwandelt die traditionelle Büro Flur als „verschwenderisch“ Fläche in einem „lebender“ Fläche des Gebäudes, sehr nützlich für alle die informellen Aktivitäten der Gebäude die erhöhen die Arbeitsqualität und generieren einen positiven Einfluss für die Arbeitsatmosphäre.

    Die Grünbereiche gewinnt eine große Bedeutung im Entwurfskonzept. Im Außenbereich, auf dem neuen Bürger Platz, sind grüne „Inseln“ geplant, die erzeugen ein attraktives öffentliches Bereich. Diese grünen Inseln handeln als Schallschutzfilter zu dem dichten Verkehr der Bernestraße und begleiten der Benutzer um eine wertvolles Aufenthaltsplatz zu generieren.
    Konsequenterweise zu dieser Kontinuität Effekt zwischen Innen- und Außenbereich im Erdgeschoss, das Grün geht im Gebäude hinein und taucht im Frontoffice auf neben der Wartebereiche des Frontoffice. Der Innenhof ist auch als grünen Herz gedacht. Durch die Verglasung das Atrium, der Benutzer kann die Vertikale Garten an den Fassaden von dem Backoffice Innenhoff. Im Kontrast mit den äußeren Fassaden, wo das Gebäude passt sich an die Farben und Materialen der Umgebung an, für die Innenfassade entwickelt sich ein Pflanzenbett-Systeme die ermöglichen das Wachsen von Kletterpflanze und kleine Blumen.
    Die vielfältigen Vorteile von eine begrüntes innen Fassade sind, unter anderen, dient als natürlichen Sonnen- und Sichtschutz, generiert ein angenehmen Micro Klima im Gebäude und bietet ein gemütlicher Blick aus den Arbeitsplätze.

    Energie- und Gebäudetechnikkonzepts

    Die angenehm temperierte Zuluft, etwas kühler als die Raumluft, wird durch Quellluft-Auslässe aus dem Flurkoffer in die Räume eingebracht und kann sich dort im Bodenbereich verteilen. Die erwärmte, verbrauchte Abluft steigt nach oben und gelangt durch schallgedämmte Überströmelemente in den Flur, wo sie an zentralen Schächten abgesaugt wird. Abluftkanäle innerhalb der Etage entfallen dadurch komplett.
    Öffenbare Fensterelemente erlauben jederzeit eine natürliche Belüftung. Verbunden mit einer Aufklärung der Nutzer lässt sich in milden Monaten die mechanische Belüftung in Teilbereichen gänzlich ausschalten, um Energie zu sparen.

    Die Heiz- und Kühllast der Räume ist durch die hohen Bauteilqualitäten und den ausgewogenen Verglasungsanteil in Kombination mit dem außenliegenden Sonnenschutz bereits optimiert. Die Raumheizung und Raumkühlung erfolgt ausschließlich durch an der Rohdecke eingeputzte Kapillarrohrmatten. Dieses System vereint die energetischen Vorteile einer Betonkernaktivierung mit der Reaktionsschnelligkeit und Einzelraum-Regelbarkeit einer kostenintensiven Heiz-Kühldecke. Zudem hat der verwendete Akustikputz eine sehr effektive schallabsorbierende Wirkung.
    Der gesamte Deckenbereich bleibt frei von sicht- oder hörbaren technischen Installationen (Heizung, Lüftung, Akustik), bei gleichzeitig höchstem Raumkomfort. Die volle lichte Raumhöhe bleibt maximal erhalten und kann Ihre Wirkung entfalten. Auch eine freie Stellung der Trennwände ist möglich.
    Zuluft-Kanäle sowie Leitungen für das Heizen und Kühlen werden ausgehend von den Kernzonen ausschließlich über die Flurdecke verteilt. Die mechanische Lüftung erfolgt vollständig innerhalb der brandschutztechnisch abgeschlossenen Einheiten. Elektrische Gewerke werden im flexibel öffenbaren Doppelboden im Flur verteilt. Die Luft- und Wasser-Gewerke sind dadurch sauber von den Elektro-Gewerken getrennt.

    Eine konsequente Auslegung aller Verbraucher erlaubt eine hohe Kaltwassertemperatur von 16-18 °C Verbunden mit einem hybriden Rückkühlwerk ist eine freie Kühlung (ohne Kältemaschine) in sehr vielen Stunden des Jahres möglich. Für die Spitzenlastkälte steht eine Kompressionskältemaschine zur Verfügung.
    Zudem kann die nächtliche Kälte über die Kapillarrohrmatten direkt in den Geschossdecken eingespeichert werden. Eine prädiktive Regelung berücksichtigt Wettervorhersagedaten und kann vorausschauend die Nachtkühlung aktivieren.
    Angesichts der Bauteilqualitäten und der internen Wärmelasten fallen die Heizlast und der Heizwärmebedarf gering aus. Die Abwärme aus der durchgehend laufenden IT-Kühlung kann im Winter dank niedriger Heizwassertemperatur von 30 °C sehr energieeffizient für die Beheizung verwendet werden. Für den eventuellen Restbedarf steht die Fernwärme zur Verfügung.
    Sollte sich zukünftig an den Umständen der Fernwärmeversorgung etwas ändern, ist die Technik dank niedrigster Heizwassertemperatur hervorragend für einen Betrieb mittels Luft-Wärmepumpe mit Ökostrom geeignet.
    Ergänzt wird das Konzept durch eigene, wirtschaftliche und ökologische Stromerzeugung mittels einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 15.07.2019, 14:32
Zuletzt aktualisiert 17.07.2019, 16:33
Beitrags-ID 4-177090
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