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  • DE-49176 Hilter a. T.W.
  • 07/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-328513)

Neubau Kindergarten / Teilneubau der Grundschule Wellendorf


  • 3. Preis

    Abgabeplan, © mharchitekten GmbH

    Architekten
    mharchitekten GmbH, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Ute Michaelsen

    Mitarbeit
    Antonia zu Dohna, Maria Jurado Obis

    In Zusammenarbeit mit:
    Brandschutzplaner: Lorenz + Müller Ingenieurbüro, Holzminden (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Für den neuen Kindergarten und die Schulerweiterung wird zusammen mit dem Alten Schulhaus ein Ensemble aus fünf ähnlichen Bausteinen für Kindergarten, Mensa und Schule entwickelt. Das Alte Schulhaus bildet dabei das Grundmodul. Diese Bausteine gruppieren sich wie ‚kleine Häuser‘ um einen Platzraum, eine lichtdurchflutete Galerie welche die gemeinschaftlichen Nutzungen für Kindergarten und Schule beinhaltet und als offener Kommunikationsraum fungiert.

    Für die Schulerweiterung sind die verschiedenen Räume im Altbau und in einem der neuen ‚Häuser‘ untergebracht, welche durch die zweigeschossige Galerie miteinander verbunden sind. Das zweite neue ‚Haus‘ im Bereich der Schule beinhaltet im Obergeschoss die Verwaltungsräume der Schule. Das Erdgeschoss dieses mittleren ‚Hauses‘ ist mit der Schulmensa, der Mittagsbetreuung und der gemeinsamen Küche das verbindende Element zwischen Schule und Kindergarten.

    Die beiden ‚Häuser‘ für den Kindergarten erhalten jeweils die Gruppenräume mit ihren zugeordneten Nebenräumen für die U3 Kinder im Erdgeschoss und die Gruppenräume für die Ü3 Kinder im Obergeschoss. Die Galerie bildet auch für den Kindergarten das zentrale Verbindungselement und ist vielseitig nutzbar. Die offene Spieltreppe verbindet die Geschosse und die Spielflure der Galerie.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen eine Gruppe gleichartiger Gebäude als Ergänzung zum alten Schulgebäude vor. Es entstehen gut proportionierte, ablesbare Einzelbaukörper, die durch eine großzügige Galerie miteinander verbunden werden. Die Neubauten mit ihren Flachdächern und der klaren Fassadengestaltung nehmen sich wohltuend gegenüber dem Altbau zurück. Innen- und Außenräume verzahnen sich eng miteinander. Als verbindendes Element zwischen Kita und Schule bietet die Galerie eine Vielzahl von individuellen Nutzungsmöglichkeiten. Sie ist jedoch von außen kaum wahrnehmbar und verschwimmt optisch mit den Anbauten. Die Erschließung von Westen und Osten sowie den Altbau von Süden ist funktional, der Kita Eingang liegt jedoch etwas versteckt.

    Das neue Schulgebäude bietet eine gute Zuordnung von Differenzierungsräumen zu Klassenräumen. Das 3. Gebäude als Verwaltungs- und Mensatrakt funktioniert in der Zuordnung der Funktionen gut, die Verwaltung im 1. OG ist allerdings etwas schwer auffindbar. Insgesamt bietet der Schulbau durch den großzügiger Empfangsbereich und die klare Galerieachse eine gute Orientierung. Flure und Treppenhäuser werden zu nutzbaren Verkehrsflächen mit Büchertürmen, Kommunikationsräumen und Sitztreppen. Der Spielgarten ist direkt von den zwei nördlichen Klassenräumen zugänglich und bietet ein zusätzliches Freiraumangebot beispielsweise für den Unterricht im Freien. Die gleichzeitige Anlieferung zur Mensa über den Spielgarten ist jedoch ungünstig. Ein Ballspielfeld fehlt.

    Auch die Kita wird in drei einzelnen Gebäudetrakten organisiert, die zur Identifikation der Gruppen mit ihrem „Haus“ beitragen. Der gut einsehbare offene Spielflur bietet spontane Spielmöglichkeiten. Zum Teil müssen zwischen den Gruppen jedoch längere Wege in Kauf genommen werden. Der Verwaltungsbereich ist gut organisiert, das Büro im OG für Besucher allerdings etwas schwer auffindbar. Störungen könnten sich zw. Mensa und Schlafraum ergeben. Das großzügige, gut geschnittene Kitafreigelände eröffnet gute Gestaltungsspielräume und erlaubt die Differenzierung in U3 und Ü3 Bereiche. Kritisch angemerkt wird die Ausrichtung der Terrassen- und Außenklasse nach Norden.

    Die Kennzahlen bewegen sich weitgehend im Durchschnitt und lassen eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten.

    Das Ensemble gefällt durch seine differenzierte Anordnung und kleinteilige, fast schon dörfliche Struktur, die hohe Anzahl der Gebäudekörper und unruhigen Gebäudefluchten werden jedoch an diesem Ort kritisch gesehen.