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  • DE-87561 Oberstdorf
  • 07/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-322563)

Neubau der Oberstdorf Therme


  • ein 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Ursula Hochrein , Axel Lohrer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: löhle.neubauer_architekten BDA pmbb, Augsburg (DE)

    Preisgeld
    44.000 EUR

    Erläuterungstext
    Durch eine Folge unterschiedlicher Platzbereiche wird das neue Bad einladend in das Weichbild von Oberstdorf eingebunden. Das klassische Straßenprofil wird aufgegeben, verkehrsberuhigte Zufahrten, barrierefreie Behindertenstellplätze, Vorbereiche mit Bänken und Fahrradabstellplätzen werden Teil dieser Platzfolge und locker mit Solitärbaumen überstellt. Der so entstehende Baumschleier geht nahtlos in die rückwärtige Baumkulisse über. Grün umspielt so den Neubau, öffnet sich nach innen zu einer sonnigen Liegewiese und verdichtet sich zu den umgebenden Nachbarn zu einer abschirmenden grünen Membran.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser (Innen) der Arbeit schlagen einen U-förmigen Baukörper mit drei abgestaffelten Ebenen vor. Der Baukörper wird von Norden mit einem gut dimensionierten Vorplatz erschlossen. Hier ist die Adresse der neuen Therme Oberstdorf richtigerweise. Die U-förmige Figur öffnet sich sinnfällig nach Süden in Orientierung und Geste und ermöglicht so die einmaligen Ausblicke auf die Gebirgsketten im Süden und Osten in allen Ebenen.

    Die Funktionen sind richtig an- und zugeordnet: Die Badehalle im Erdgeschoss samt begleitendem Umkleidetrakt im Erdgeschoss nutzt den großzügig im Süden vorgelagerten Freibereich. Die Saunalandschaft im Obergeschoss und Dachgeschoss entwickelt eine ebenso mit guter Orientierung und Ausblick ausgestattete Saunaterrasse im Dachgeschoss. Der Gastronomiebereich im Erdgeschoss mit richtig zugeordneter Küche (samt einer funktionierenden Anlieferung) befindet sich auf der Ostseite in direkter sinnvoller Nachbarschaft zum Kleinkind-Badebereich. Der direkt zwei Geschosse darüber angeordnete Gastrobereich der Sauna kann auf kurzen vertikalen Weg versorgt werden.

    Die Versorgungsräume von Küche, Sauna, Verwaltung sind schematisch und in Teilbereichen zwanghaft der Geometrie des Baukörpers untergeordnet und bedürfen der Korrektur. Das Angebot von Nutz- und Verkehrsflächen – insbesondere im Saunabereich - ist sehr großzügig und nicht immer sinnvoll gewählt. Dies führt unter anderem auch zu wirtschaftlichen Kennwerten im Vergleich im oberen Drittel und zu einer Überschreitung des Kostenrahmens.

    Die formale Ausprägung als facetiertes Volumen mit gezielten Einschnitten und Öffnungen ist konsequent und ablesbar vorgeschlagen. Die Materialisierung von Fassaden- und Dachflächen mit einer Holzschalung ist schlüssig, in der Frage der Dauerhaftigkeit aber herausfordernd.

    Die vorgeschlagene ‚Hybridbauweise‘ des Tragwerks erscheint ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Die vorgeschlagenen Abstandsflächen nehmen Rücksicht auf die benachbarte Wohnbebauung. Die vorgeschlagene Namensgebung wird vom Preisgericht erkannt: THE.O ist freundlich und nahbar konotiert und entspricht dem Entwurfsansatz. Die männliche Zuordnung wird der Erläuterung bedürfen.

    Freiräume:
    Die Aussagen zur Gestaltung des Außenraums sind sehr abstrakt. Übergänge von Innen nach Außen sind nicht dargestellt. Durch die Positionierung des Gebäudes relativ weit im Süden entsteht auf der Nordseite neben dem Vorplatz ein sehr breites Belagsband, das zur Prinzenstraße führt. Die Funktionsfähigkeit mit Überlagerung von Taxivorfahrt und Parkplätzen ist kritisch. Die Tiefgaragenzufahrt funktioniert so parallel zur Promenadenstraße im direkten Einmündungsbereich nicht. Insgesamt ist der hohe Versiegelungsgrad nicht nachvollziehbar.