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  • 01/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-301381)

Objektplanung Gebäude / Objektplanung Freianlagen / Objektplanung Ingenieurbauwerke / Tragwerksplanung / Schallschutz, Raumakustik / Energieplanung/ -beratung / Lichtplanung / Technische Ausrüstung / Thermische Bauphysik / Fassadenplanung

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  • 2. Rang 2. Preis

    © BUR Architekten AG, vetschpartner Landschaftsarchitekten AG

    Landschaftsarchitekten
    vetschpartner Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    Mitarbeit
    Nils Lüpke, Anja Hildebrand, Carina Habelt

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: BUR Birchmeier Uhlmann + Rabinovich Architekten, Zürich (CH)
    Bauingenieure: Schnetzer Puskas Ingenieure, Zürich (CH), Basel (CH), Bern (CH)
    TGA-Fachplaner: Kannewischer Ingenieurbüro AG, Cham-Zug (CH)
    sonstige Fachplaner: Klarer Freizeitanlagen AG, Hallau (CH)
    Visualisierer: Filippo Bolognese

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Situierung des neuen Hallenbades folgt den städtebaulichen Grundüberlegungen des Masterplanes. Seine Setzung, als langgezogener Baukörper, begrenzt das bestehende Freibad im Osten und schafft auf der Westseite einen weiten Freiraum, welcher die Zugangsseite als öffentlichen, leeren Raum ausbildet. Dieser kann mit verschiedensten Nutzungen bespielt werden (multifunktionaler Platz). Die Parkierung wird von einem Baumkörper umfasst und wird damit Teil des öffentlichen Grünraumes. Als grosse, offene in Holz errichtete Halle gedacht, auf einen Sockel gesetzt und von einem lateralen Falttragwerk überdacht, erinnert das Hallenbad an umliegende Industriebauten und schafft damit eine interessante kulturelle Verortung im Kontext zwischen Alpstein und Bodensee, dem Bahnhof und dem nahegelegenen Buechenwald. Der Eingang, in die Gesamtanlage der Bäder, liegt übersichtlich im nördlichen Bereich, dem Bahnhofareal zugewandt. Das Freibad kann von hier aus direkt von einem offenen, gedeckten Durchgang, welcher zugleich die aussenliegende Eingangshalle des Hallenbades bildet, erreicht werden. Die Adressbildung ist klar. Die Gestaltung des Daches über dem Eingangsbereich wirkt etwas sehr gedrungen und ländlich und könnte durchaus konsequenter der Grundidee des Projektes folgen. Damit würde die Bedeutung und Prägnanz des Bauwerks als öffentliche Baute unterstrichen. Der Eingangsraum mit Empfang liegt strategisch optimal und eröffnet einen ersten Blick in die Badehalle. Von hier aus kann einerseits das Obergeschoss mit den Garderoben und Duschen über eine einläufige Treppe oder einen Lift erreicht werden und das Restaurant ist räumlich direkt und übersichtlich angegliedert. Der Betrieb für diesen Bereich kann damit mit minimalem Personalaufwand effizient und ökonomisch geführt werden. Das Restaurant mit Raumbezug in die Badehalle und die angegliederte Küche mit Ausschank für das Freibad sind mit dem Aussenbereich bestens in Beziehung gesetzt. Der Badegast betritt die grosse offene Badehalle vom ersten Obergeschoss über eine elegant geschwungene Freitreppe. Von dieser oberen Galerie aus kann er sich eine Übersicht über das vielfältige Badeangebot machen. Suboptimal erscheinen die Distanz sowie der Niveauunterschied zwischen Duschen und der Bäderlandschaft. Kinderbecken, Lehrschwimmbecken, 25 m Schwimmbecken und Rutschbahnanlage sind mit einer überdimensionierten Freifläche hintereinander angeordnet. Diese öffnen sich durch eine geschosshohe, die Horizontale betonende Fensterfront zum Aussenraum des Freibades mit seinen verschiedenen Schwimmbecken. Innenraum und Aussenraum verschmelzen zu einer weiten, grosszügigen und attraktiven Badelandschaft. Damit wird ein grösstmögliches Feld für das vielfältige Bade- und Freizeitangebot aufgespannt, eine Art Freiraumbühne für den Schwimmsport. Im Untergeschoss sind alle nötigen Lager und Technikräume übersichtlich und funktional angeordnet. Ver- und Entsorgung sind ebenfalls gut angedacht. Die klare Trennung zwischen Anlieferung Technik / Chemikalien und Publikumsverkehr ermöglichen sichere und gute betriebliche Abläufe. Die einfache Gebäudegeometrie, die vorgefertigte Tragstruktur des Obergeschosses und Materialisierung mit Betonsockel und zweigeschossigem Holzbau sind gute Voraussetzungen für eine ökonomische und nachhaltige Realisierung des Bauwerks. Die Anlieferung der Restauration befindet sich im Bereich «Zugang Hallenund Freibad» sowie dem «Oberdorfbachweg» (Veloweg). Diese Anordnung und die Anlieferung der Restaurationsnebenräume wie Anlieferung, Entsorgung und Lager Getränke ist suboptimal gelöst, da keine Trennung zwischen dem Publikumsverkehr Freibad und den betrieblichen Abläufen des Restaurationsbereichs vorhanden ist. Das Tragwerk der Dachkonstruktion ist in der geplanten Ausführung und Dachneigung zu überprüfen. Das Projekt überzeugt durch seine präzise Interpretation der Bauaufgabe, in Bezug auf seine städtebauliche Setzung und räumliche Einbindung in den bestehenden Kontext des Freibades und der Sportanlagen, seine effiziente und übersichtliche Raumorganisation und Raumfolgequalität, seine Materialisierung und die Schaffung eines für die Bevölkerung von Gossau wertvollen Ortes der Freizeitbetätigung. Leider liegen die Geschossfläche und das Gebäudevolumen deutlich über dem Mittelwert aller Projekte. Entsprechend hoch sind die zu erwartenden Baukosten.