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  • DE Aachen
  • 09/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-9686)

Kompetenzzentrum Motorentechnik der RWTH Aachen


  • 1. Preis


    Architekten
    LEPEL & LEPEL Architekt Innenarchitektin PartG mbB, Köln (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Reinhard Lepel

    Mitarbeit
    Reinhard Lepel Architekt BDA Monika Lepel Innenarchitektin BDIA Dipl.-Ing. Andres Payk Dipl.-Ing. Jan Tenbücken Boris Felsecker, Architekt

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf (DE), Köln (DE)
    Bauingenieure: KEMPEN KRAUSE INGENIEURE GmbH, Aachen (DE), Berlin (DE), Ingolstadt (DE), Euskirchen (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Düsseldorf (DE)
    Bauingenieure: ZWP Ingenieur-AG, Köln (DE), München (DE), Stuttgart (DE), Wiesbaden (DE), Berlin (DE), Hamburg (DE), Bochum (DE), Dresden (DE), Köln (DE), Köln (DE)

    Erläuterungstext
    Erläuterungsbericht

    Der Ansatz
    Kompetenz leitet sich ab von lat. competentia, = Zusammentreffen.

    Beziehungen gestalten
    Im Kompetenzzentrum für Motorentechnik treffen zwei extrem unterschiedliche Nutzungsformen zusammen, sollen sich ergänzen und eine Einheit bilden. Die unterschiedlichen Nutzungen spiegeln sich in der extrem unterschiedlichen räumlichen und technischen Ausbildung der Gebäude wieder.

    Aussenbeziehung
    Der Bürobaukörper „z-house“ vermittelt zwischen beiden Erschließungsachsen. Die skulpturale Hülle des Verwaltungsgebäudes schiebt sich vor die bestehenden Institute, bildet mit dem Prüfstandsgebäude zur Straße hin eine städtebauliche Figur von hoher Prägnanz und damit die Adresse zur Forkenbeckstraße. Das Gebäude schafft einen öffentlichen Vorplatz und leitet zu den Eingängen des Institutes. Zur entgegen gesetzten Seite bildet das Gebäude einen rückwärtigen Betriebshof für die interne Anlieferung aus. Hier befindet sich die Zufahrt zum Rollenprüfstand und zu den PKW-Stellplätzen.

    Beziehung zwischen den Baukörpern
    Die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen des Zentrums werden jeweils optimal räumlich umgesetzt. Das „Zusammentreffen“ von Theorie und Praxis wird räumlich und gestalterisch erfahrbar in Beziehung gesetzt.

    Räume für Theorie, Lehre und Verwaltung sind Denkräume, Kommunikationsräume und Konzentrationsräume - Innovation braucht Kommunikation. Sie werden gestaltet durch einen lang gestreckten 4-geschossigen, gläsernen, extrovertierten und geschwungenen Baukörper, der ein Maximum an innenräumlicher Flexibilität besitzt. Eine weit gespannte Tragkonstruktion lässt unterschiedlichste Raumaufteilungen (open space, Zweispänner, combi office) zu. Ziel ist es, Kommunikation und Austausch unter den Mitarbeitern zu optimieren. Gleichmäßige, abgerundete Gebäudekanten, weiß abgesetzte Geschoßdecken und horizontal umlaufende Fassaden unterstreichen die universelle Nutzbarkeit der Innenräume. Ein textiler Sonnenschutz fährt bei Bedarf flächig vor die Verglasung und minimiert den Wärmeeintrag bei gleichzeitiger Transparenz.

    Der Baukörper des Motorenprüfstandes ist ein introvertierter, lang gestreckter, geschlossener Hallenkorpus. Starr und massiv, strukturiert und organisiert durch die räumlichen und technischen Bedingungen der Prüfstände. Aussen dunkel eingefärbte Sichtbetonwände, schmale Fensterbänder - Lüftungsschlitze unterstreichen den Charakter. Die natürliche Belichtung der hellen Halle erfolgt über großzügige Lichtbänder im Dach. Hierüber erfolgt auch die Entrauchung und Entlüftung. Das Gebäude ist von außen nicht einsehbar.

    Die Werkstätten, Lager und Laboratorien sind ebenerdig in unmittelbarer Nähe zu den Rüst- und Montageflächen gelegen. Dieser Bereich bildet das wichtige Bindeglied zwischen Motorenprüfstand und Bürotrakt.

    Die Aussenräume
    Das zentrale Wasserbecken des Vorplatzes gestaltet sich aus zwei konzentrisch angeordneten Stahlringen aus schwarzen Beach-pebbles und einer Wasserfläche analog einer Ölwanne. Akzentuiert wird das Ensemble durch eine Ölweide. Zum Fraunhofer-Institut hin definiert eine mit dunklem Basaltschotter gestaltete Gabionenwand den Hof. Eine berankte Stahlpergola mit Alulamellen überstellt und beschattet die parkenden Autos. Streifen aus Bambuspflanzungen mit schwarzen Trieben akzentuieren die unterschiedlichen Raumkanten und erzeugen durch ihre Bewegung im Wind Dynamik. Das Zusammenspiel der Beläge aus Asphalt im Bereich der Funktionsflächen und geschliffenem und dann angerautem Beton mit Eisensplitteinstreuungen im Bereich der repräsentativen Flächen schafft zusätzliche Akzente von Licht und Schatten.

    Die Tragkonstruktion
    Die hohe räumliche Flexibilität des Verwaltungsgebäudes wird erreicht durch eine Stützenkonstruktion mit weiten, vorgespannten Betonflachdecken. Unterzüge werden vermieden. Die Stützen werden mit Pilzköpfen versehen. Durchgehende Treppenhauskerne und Versorgungsschächte geben dem Gebäude die erforderliche Steifigkeit. Alle haustechnischen Versorgungsleitungen werden über einen Doppelboden geführt. Die Flachdecken werden nicht abgehängt und können für eine Betonkernaktivierung hinzugezogen werden. Die Hallenkonstruktion der Motorenprüfstände wird mit Spannbrettbindern überspannt. Aus Gründen des Schallschutzes werden Dach und Wand aus massiven Fertigbetonteilen erstellt.

    Gebäudetechnik
    Als funktionales Bindeglied zwischen Energiekanal und Motorenprüfstand sehen wir einen dreigeschossigen Technikturm vor. Wärme und Kälte für statische Heizung und RLT sowie Strom und Druckluft werden vom RWTH über einen Energiekanal zur Verfügung gestellt und in den Technikturm eingespeist. Die Anbindung der Institutsgebäude erfolgt über Rohrbrücken.

    Kälte / Heizung
    Kühl- und Kaltwasser wird im Technikturm über geschlossene Kühltürme und elektrisch angetriebene Kältemaschinen erzeugt. Die Kühltürme sind mit Registern zur Verhinderung von Schwaden ausgerüstet. Das Kühlwasserniveau von ca. 40/50 °C reicht sowohl für ein Flächenheizsystem als auch für die RLT-Geräte aus. Büro, Lehrbereich und Werkstätten werden daher über Bauteilaktivierung, oder Fussbodenheizung beheizt. Fernwärme wird daher nur in Stillstandszeiten benötigt. Wegen des dauernden Wärmeüberschusses sind Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung nicht vorgesehen.

    Lüftung
    Haupttrassen für Werkstätten und Prüfstände werden in den Unterzügen oberhalb der Kranbahn und über den Arbeitsplätzen geführt. Verbrennungsluft und Außenluft für die Arbeitsplätze werden temperaturgeregelt separat für jeden Prüfstand augeführt. Die abgestrahlte Motorwärme wird durch Umluftgeräte abgeführt. Bei Teilbelegung wird über die Umluftgeräte mit Abwärme aus den anderen Prüfständen geheizt.

    Energie / Strom
    Transformatoren werden teilredundant ausgelegt. Für die Ausrüstung der Bremssysteme der Prüfstände schlagen wir vor die Wellenleistung durch Generatoren zur Stromerzeugung nutzbar zu machen (notwendig für dynamische Tests) und nur einen Teil der Wellenleistung durch Wirbelstrombremsen und Kühlwasser abzufahren. Mit dem erzeugten Strom können die Institutsgebäude und die eigene Kälteerzeugung kostenlos versorgt werden. Der Überschuss könnte in das RWTH-Netz zurückgespeist werden. Das Potential beträgt ca. 20 % der eingesetzten Energie. Bei einer mittleren Nutzungszeit von 3 000 h/a und einem Arbeitspreis von ca. brutto 100 EUR/MWh ergibt sich ein Einsparpotential von ca. 900.000,00 EUR/a.
    Mehrkosten für Generatoren und Schaltanlagen können durch Verkleinerung der Kühlwasserversorgung ausgeglichen werden.

    Brandschutz
    Die nach Bauordnung notwendigen Brandschutzeinrichtungen, sowie Zugangskontrollsystem, GLT-Aufschaltung und Datennetz sind vorgesehen. Alle Prüfstände erhalten zur lokalen Brandbekämpfung ein Sprühnebel- Hochdruck-System.

    Kraftstoffe werden unterirdisch gelagert. Die Versorgung der Motoren erfolgt über die Kraftstoffbar im Technikturm und einen ringförmigen Bodenkanal der alle Prüfstände erreicht.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.