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  • DE-36396 Steinau an der Straße
  • 08/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-336593)

Neubau der Kindertagesstätte „Märchenwald“ in Steinau an der Straße


  • 1. Preis


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    Architekten
    AG5 Architekten + Stadtplaner PartGmbB, Darmstadt (DE)

    Verfasser
    Joachim Klie , Christoph Kornmayer , Andres Krause

    Preisgeld
    11.490 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    1. Raumprogramm:
    Das Raumprogramm wurde grundsätzlich eingehalten. Kleinere Abweichungen sind in den Bereichen Stiefelgang, Nebenräumen, teilweise in den Gruppenräumen, Verwaltungsräume sowie in der Küche festzustellen. Diese Abweichungen wären in einem weiteren Planungsschritt zu überarbeiten.

    2. Gestalterische, städtebauliche und räumliche Qualität:
    - Städtebau:
    Die Baumasse wird in einem kompakten quadratischen, dreigeschossigen Baukörper auf dem nördlich gelegenen Planbereich positioniert. Somit werden die Freibereiche der Kita auf dem westlichen und südlichen Gelände im Bestand belassen. Der alte Baumbestand und die Bepflanzung bleiben nachhaltig erhalten. Die Freianlagen sind gut gegliedert. Der Baukörper steht frei und hält einen ausreichenden Abstand zu den umgebenden Gebäuden und lässt dem Bestandsgebäude genügend Freiraum.

    - Gebäude:
    Der Zugang erfolgt von Norden im Bereich der vorhandenen öffentlichen Zufahrt, die baulich erhalten bleibt. Durch die Positionierung des Haupteingangs im vorderen Bereich dieser Zufahrt ist die Erschließung deutlich zur Stadt (Brüder-Grimm-Straße) orientiert; es entsteht eine einladende Eingangssituation mit Vorplatz.
    Im Erdgeschoss befindet sich ein zentrales Foyer, das in allen drei Geschossen die übersichtliche Ordnung der Grundrisse definiert. An das Foyer angeordnet befinden sich die vertikalen Erschließungselemente wie die Treppen, die außen an das Gebäude angelagert sind, sowie der Aufzug. Die Funktionen gruppieren sich ebenfalls um das Foyer.
    Im Erdgeschoss sind es die Gemeinschaftsnutzungen, die Verwaltung, sowie die Technikräume, die teilweise auf Grund der Hanglage unterhalb der Geländeoberfläche liegen. Im 1. Obergeschoss, das ebenerdig durch die Hangsituation direkt an den Außenbereich angeschlossen ist, befinden sich die Gruppenräume der Kita (Ü3-Gruppen) sowie die dazugehörigen Intensivräume, die erforderlichen Nebenräume und ein Schlafraum. Der zentrale Bereich ist als großzügiger Spielflur ausgebildet. Durch die Anbindung an die außen angelagerten Treppenräume entsteht eine interessente und nutzbare Bewegungsfläche. Dieses Prinzip wird konsequent auch im Obergeschoss in den Gruppenbereichen der Krippengruppen (U3 + AÜ) fortgeführt. Als Außenbereich werden hier zwei großzügige Dachterrassen angeboten.
    Durch die Anordnung der Räume und gebäudeinternen Freibereiche entsteht eine positiv zu bewertende Belichtungs- und Belüftungssituation der Aufenthaltsräume. Wünschenswert wäre die direkte Zugänglichkeit der Freibereiche im Garten vom Krippengeschoss – dies ist durch die vorgeschlagene Erschließung nicht gegeben.
    Die Wegeführung vom Gebäude zu den Spielflächen ist weit. Die Spielflächen sind nicht direkt an das Gebäude angelagert, was die Aufsicht erschwert.

    Im Dachgeschoss sollten Wickelmöglichkeiten für die Krippenkinder planerisch noch vorgesehen werden.

    Weiterhin sollten in allen Geschossen Bäder mit Duschbereichen vorgesehen werden.
    Zusätzlich zu den beiden Treppenhäusern sind weitere Elemente wie Balkone und Terrassen an den Baukörper angelagert, während die Dachterrassen in den Baukörper eingeschnitten sind. Die Gebäudehülle selbst ist klar mittels einer umlaufenden Lamellenstruktur aus Holz in den Obergeschossen gegliedert.
    Das Erdgeschoss ist gestalterisch zurück- und abgesetzt. Die Fassadengestaltung behauptet sich selbstbewusst im heterogenen Umfeld.

    3. Wirtschaftlichkeit:
    Der Vorschlag, die Baumasse in einem kompakten Baukörper unterzubringen, ermöglicht eine nachhaltige, wirtschaftliche Bauweise. Die Bruttogeschossflächen sind optimal ausgenutzt. Mit den Kennzahlen liegt der Entwurf deutlich unter dem Durchschnitt.
    Die Betriebskosten erscheinen zunächst durch den hohen Anteil an technologischen Gebäudeeinrichtungen hoch. Durch die gewählte Ausführung in Niedrigenergiebauweise kann dies ausgeglichen werden.

    4. Barrierefreiheit:
    Die Barrierefreiheit ist durch einen Aufzug in allen Geschossen gegeben.

    5. Energieeffizienz:
    Für das Gebäude wird eine Niedrigenergiebauweise (EnEV – 30%) vorgeschlagen. Geplant sind eine solargestützte Warmwasser- und Heizungsanlage, eine PV-Anlage sowie eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Für die Vorerwärmung bzw. Kühlung ist ein Erdwärmetauscher vorgesehen.
    Es ist vorgesehen, das anfallende Regenwasser als Bauchwasser nutzbar zu machen. Eine extensive Dachbegrünung und die Verwendung regenerativer Baustoffe wie Holzfaserdämmung, Zellulose sowie Holzwerkstoffe für die Fassade stehen für einen ressourcenschonenden Entwurfsansatz.

    6. Planungs- und baurechtliche Beurteilung:
    Die planungs- und baurechtliche Umsetzbarkeit ist bei der Ausführung in drei Vollgeschossen gegeben.
    Brandschutztechnisch ist der Entwurf zu optimieren. Dabei gilt es, die räumliche Qualität zu bewahren.


INFO-BOX

Angelegt am 27.08.2019, 13:47
Zuletzt aktualisiert 29.08.2019, 11:24
Beitrags-ID 4-179493
Seitenaufrufe 31

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