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  • DE-57439 Attendorn
  • 06/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-352710)

Neubau Kirche und Gemeindezentrum in Neu-Listernohl


  • 1. Preis

    Perspektive, © DEEN architects

    Architekten
    DEEN architects, Münster (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    5.100 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf besticht durch die zeichenhafte skulpturale Gebäudekubatur, die dem vorhandenen Glockenturm einen Hochpunkt an der Südostecke des Kirchenraumes diagonal gegenübersetzt. Die Eingänge in die nebeneinander liegenden Foyers von Kirche und Gemeindezentrum erhalten so eine deutliche räumliche Fassung. Geschickt wird der Glockenturm in die Materialität der Fassade eingebunden und damit selbstverständlicher Teil des Ganzen. Gewürdigt wird die Annäherung vom Augustinusplatz über einen weiteren Platz, den 'Vorplatz', dessen klare Formulierung mit abschließender Baumreihe, dem Vordach als Schnittstelle zwischen innen und außen sowie dem parallel dazu ausgerichteten Foyer, das Kirchenraum und Gemeinderäume erschließt: Alles Orte, die offen und einladend wirken und Treffpunkte für die Gemeinde bilden. Noch nicht gelungen ist jedoch der Zugang vom Foyer in den Kirchenraum, der gemessen an der gesamten Breite des Foyers zu klein ausfällt. Ebenfalls kritisch gesehen wird die strukturelle Ausrichtung des Raumes, die sich aus der Dachgeometrie und dem gewünschten Hochpunkt an der Gebäudeecke ergibt. So überzeugend das Volumen des Kirchenraumes von außen wirkt, so problematisch ist sein Zuschnitt bezüglich der Anordnung des Hochaltars vor der Querwand mit fallender Traufe, der ihn an dieser Stelle peripher erscheinen lässt. Der Hochpunkt des Sakralraumes mit der (Haupt-)Belichtung wirkt hier räumlich verschoben. Die Belichtung über die Öffnung im Hochpunkt akzentuiert zwar die Raum-Ecke, erreicht jedoch die liturgischen Orte nicht und lässt die gewünschte sakrale Atmosphäre vermissen. Vermutlich ist diese räumliche Verschiebung der möglichen Zuschaltbarkeit BEIDER Gruppenräume zum Kirchenraum mit der gewünschten Blickbeziehung zum Altarbereich geschuldet. Insgesamt wird der Zusammenhang zwischen Lichtführung im Raum, Platzierung von Hochaltar, Altarbereich und Kirchenbänken besonders kritisch diskutiert, wobei die Anordnung als Circumstanz grundsätzlich begrüßt wird. Die Platzierung der Orgel in der 3-seitig umschlossenen Nische wird infrage gestellt. Sehr gelungen ist die klare Organisation des Gesamtgrundrisses mit den Gruppenräumen als verbindende Mitte zwischen Kirchenraum und dienenden Räumen sowie zwischen Kirchplatz und Garten. Ebenfalls ausdrücklich gewürdigt wird die zentrale Lage der Küche mit direktem Zugang zu den Gruppenräumen und zum Foyer. Der Entwurf ist sehr sparsam im Flächenverbrauch - geradezu eine Punktlandung in der Umsetzung des Raumprogramms - hier würde die Ausnutzung des überdachten Volumens wie in Modell und Dachaufsicht dargestellt, die noch vermisste räumliche Großzügigkeit herstellen und auch das A/V-Verhältnis verbessern. Insgesamt stellt der Entwurf einen sehr gelungenen Beitrag für den neuen Typus 'Kirche + Gemeindezentrum' dar: EIN Haus lässt vielfache Nutzungen zu, die den öffentlichen Vorplatz genauso einbinden wie den eher privaten Garten im Westen.


INFO-BOX

Angelegt am 06.09.2019, 15:54
Zuletzt aktualisiert 09.09.2019, 17:09
Beitrags-ID 4-179926
Seitenaufrufe 56