loading
  • DE-65185 Wiesbaden
  • 06/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-9739)

Platz der Deutschen Einheit


  • 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Die LandschaftsArchitekten. Bittkau-Bartfelder + Ingenieure, Wiesbaden (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Dipl.-Ing. Konrad Deines Dipl.-Ing. cand. Michael Anstatt

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Maul – Chiaramonte Architekten, Wiesbaden (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau und Architektur
    Die Funktionen des Gebäudes, seine große Kubatur, seine topographische Position und die Idee, eine Verbindung nicht nur zwischen Stadtplatz und Quartierplatz, sondern auch deren
    Kommunikation mit dem Faulbrunnenplatz herzustellen, empfehlen die Bildung zweier unterschiedlicher Volumen, die sich einen Raum schaffen, - eine dreidimensionale Straße der Verbindung, Kommunikation, Ankunftspunkt zwischen Außenraum und Innenräumen. Ein Raum, der nicht nur eine Funktionstrennung darstellt, sondern vielmehr eine Einladung.
    Die beiden Volumen reagieren mit einer einzigen architektonischen Sprache in verschiedener Weise auf ihre eigenen Funktionen, wie auch auf den Kontext. Das Ergebnis ist ein scheinbarer Monolith, der geometrische Formen und die bildhauerische Beziehung zwischen Masse und Leere betont.

    Auf den unterschiedlichen Charakter der beiden Plätze reagiert die Sporthalle mit der Architektur ihrer Funktionen, wie auch in ihrer Materialität:

    - Auf den Stadtplatz mit ihrer repräsentativen Funktion durch die Semantik von steinernen Wänden mit klaren Formen und großen transparenten Öffnungen, wodurch schon von Weitem die Funktion der Halle sichtbar wird.

    - Auf den Quartierplatz, der seinen Charakter durch die Funktionen Verweilen, Flanieren, Spielen definiert, mit einer kleinen Oase mit Bäumen, Wasser und natürlichen Materialien, wo der Stein der Wände sich in einen vertikalen Garten verwandelt, der durch eine große Öffnung den Blick nach innen auf die Gastronomie und eine Kletterwand eröffnet.

    Diese Kletterwand verrät auch hier den sportlichen Charakter des Gebäudes, das jedoch hier die aktive Beteiligung am Sport auf alle, die teilnehmen wollen, erweitert.

    Erschließung
    Die Nutzung des Gebäudes im Erdgeschoss für großflächiges Gewerbe und Gastronomie, was einen kontinuierlichen Verkehr von Menschen, die Leben auf den Platz bringen,
    garantiert, und andererseits der Faulbrunnenplatz und die Busstation auf der Bleichstraße, verlangen, den Raum zwischen den beiden Gebäuden zu öffnen.
    Dieser Raum, der die Perspektive akzentuiert, öffnet sich hier keilförmig von der Schwalbacher Straße und der Fußgängerzone mit einer für Wiesbaden topologietypischen Steigung zum Foyer der Sporthalle, wie auch zu der Eingangshalle des Bürogebäudes, um schließlich durch eine großzügige und repräsentative Treppenanlage mit dem Faulbrunnenplatz zu kommunizieren.

    Foyer
    Das zweigeschossige Foyer erschließt durch eine Freitreppe und einen Luftraum die ersteEbene, wo sich die Räume für die Athleten und die Schüler mit allen damit verbundenen Funktionen befinden. Mit der nächsten Ebene, in der man Garderobe, Snackbar, Toiletten
    und die Zugänge zu den permanenten Tribünen findet, ist auch die veränderbare, perimentrale Galerie erreichbar.
    In der letzten Ebene findet man die VIP Lounge, die man sowohl vom Foyer aus als auch durch einen separaten Eingang erreichen kann. Durch Glaswände blickt man ins Foyer wie auch auf den Stadtplatz.

    Saal
    Der Saal besteht aus einem Spielfeld und seinen Tribünen, fest auf einer Seite und teleskopisch auf den anderen drei, um eine verschiedene Nutzung zu ermöglichen.
    Das Tageslicht erreicht ihn durch eine Wand, die auf den Platz hinausführt, ausgebildet als Kastenfenster, in dem der Sonnen- und Blendschutz untergebracht ist, der auch als graphische Kommunikationsfläche dienen kann.
    Seine Zugänglichkeit für die Athleten wie auch für die Schüler ist auch autonom aus dem Erdgeschoss möglich ohne das Foyer benutzen zu müssen.

    Freiflächen
    Um der stark verdichteten Innenstadt Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität zu verschaffen zeigt sich der Entwurf mit großzügigen Freiflächen und reduzierten Ausstattungselementen. So entsteht Platz für Aufenthalts-, Spiel- und Erholungsflächen sowie für Festivitäten, Märkte und Gastronomie.
    Die gestalterische Einbindung der Schwalbacher Straße in Form eines Verkehrsplatz stellt eine direkte Verbindung zur Innenstadt her.
    Um den Platz als Ganzes zu fassen und ihm den nötigen Halt zu verleihen zieht sich eine Bänderung von Osten nach Westen über den Platz.
    Ein weiterer Aspekt der Einheit findet sich in dem Dialog zwischen dem Wasserspiel und der Kunst, welche in Form von Cortenstahlblechen die Wasserfontänen abstrahiert. Um die räumlich prägnante Höhenentwicklung von Nord-Ost nach Süd-West zu betonen schiebt sich eine Sitzstufe aus dem Platz und stellt in Verbindung mit einer langen Bank, einer Baumreihe aus Corylus colurna und dem Wasserspiel das Herzstück des neuen Quartiersplatzes dar.
    Der Stadtplatz lebt von seiner Großzügigkeit und der alten Platane als grüner \"point de vue\".
    Der Platz ist mit Betonplatten mit Natursteinvorsatz aus Gneis Andeer im freien Verband mit wechselnden Größen belegt. Die Bänderung ist in gleicher Weise mit einem dunkleren Farbton ausgeführt. Der Verkehrsplatz wird mit einer bituminösen, grün-grau eingefärbten Deckschicht ausgeführt. Sieben 16 Meter hohe Leuchtstelen, die ebenfalls mit Gneis Andeer verkleidet sind und mittig in Verlängerung zu der Bänderung einen Leuchtkörper beinhalten, sorgen für die nötige Ausleuchtung. Am Eingang zur Bertramstraße wurden 6 Stellplätze hinzugefügt.
    Die neue Bedeutung des Faulbrunnenplatzes soll in Form einer leichten Überdachung unterstrichen werden. Des Weiteren gewinnt dieser Ort durch die Gestaltung eines neuen Faulbrunnens, Bänken und Hecken an Aufenthaltsqualität.
    Um eine dezente Einbindung der Gasreglerstation und der öffentlichen Toiletten zu gewährleisten wurde der nördliche Teil des Quartiersplatzes gewählt. Mit einer kunstvollen Verkleidung und einer sich anschließenden Pergola stellt dieser Körper den Abschluss des Quartiersplatzes dar und bietet gleichzeitig einen Schutz vor dem Verkehr auf der Bleichstraße.

    Technik
    Die zentrale Technik ( Heizung, Lüftung, Sprinkler) befindet sich teilweise in der Ebene des Untergeschosses mit der Zentrale für Be- und Entlüftung für Garage und Gastronomie.
    In der Erdgeschossebene unter der Eingangsrampe befindet sich die Zentrale für Be- und Entlüftung für das Gewerbe- und Bürogebäude, wie auch die Sprinklerzentrale In der dritten und vierten Ebene sind Be- und Entlüftung der Sporthalle vorgesehen. Die Heizung für diese ist über eine Heizdecke als geschlossene Decke mit integrierter Beleuchtung und Beschallung geplant.

    Statik
    Die Konstruktion des Tragwerks besteht im Wesentlichen aus einer Stahlbeton Skelett Konstruktion.
    Die Überspannung der Sporthalle folgt der Ausrichtung des Spielfeldes, dass sich somit auch in der Außenstruktur ablesen lässt. Eine weitere Besonderheit des Bauwerks stellt die Stahldachkonstruktion dar. Die Hauptbinder folgen der Spielfläche. Die Querträger tragen die Lasten quer zum Spielfeld ab. Die Querträger bilden über dem Spielfeld die obere Dachebene wieder. Seitlich des Spielfeldes werden die Querträger die untere Dachebene bilden. Das übrige Stahldach wird als Trapezblechdach ausgebildet.


    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.