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  • DE Hemer
  • 02/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-9751)

Hademareplatz / Ostenschlahstraße


  • 4. Preis


    Architekten
    Büro für Architektur Stadt- und Freiraumplanung Lichtplanung Anke Deeken, Bremen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mitarbeiter: Zita Schulze Brexel Claudia Püst Christina Demenus Cornelia Jakob

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Neuordnungen (Aufgabe der Bahnflächen, Entwicklung eines neuen Stadtteils am Jüberg) werden der Stadt einen entscheidenden Entwicklungsschub geben.
    Die Landesgartenschau ist Motor dieser Entwicklung und ihr blühender Multiplikator.

    Der Hademareplatz
    Der Hademareplatz ist das Bindeglied zwischen Rathaus und Fußgängerzone auf der einen und Ostenschlahstraße und Kulturforum auf der anderen Seite. Er überspannt in seiner neuen Dimension die große innerstädtische Verkehrsachse der Bahnhofstraße, soll gleichzeitig attraktive Stadtmitte, großflächiger Parkplatz und gelegentlicher Festplatz sein.

    Diesen vielfältigen Ansprüchen entsprechend muss seine Gestaltung robust, großzügig und einprägsam sein, eine klare Form, die die unterschiedlichen Nutzungen und Architekturen in seinem Umfeld zusammenhält.

    Mit der Neuordnung der aufgegebenen Bahnflächen ergibt sich die Chance, das Stadtzentrum mit hochwertigen Nutzungen zu ergänzen und den Platz zumindest im Osten räumlich zu fassen. Mehrgeschossige Gebäude umgeben den Platz, in den Erdgeschossen Einzelhandel und Gastronomie, Dienstleistungen in den Obergeschossen. Ein größerer Gebäudekomplex bildet den Platzschwerpunkt im Osten und das Pendant zum heutigen Hallenbad, das mittelfristig durch eine publikumswirksamere Nutzung (z.B. Einzelhandel) ersetzt werden sollte.

    Zur Verbesserung der fußläufigen Verbindungen zwischen den neuen Quartieren östlich der Bahnhofstraße und der Fußgängerzone ist es notwendig, den fließenden Verkehr zu entflechten. Die Tiefgaragenzufahrt vom Knoten Bahnhofstraße / Ostenschlahstraße wird aufgegeben, die Garage nur noch aus Norden angefahren. Vom Knoten aus erfolgt die Zu- und Ausfahrt zu den oberirdischen Stellplätzen. Eine zweite Ausfahrt auf die Bahnhofstraße wird nordöstlich des Hallenbades angelegt.

    Grün
    Prägnante Grünstrukturen kennzeichnen die neue Stadtmitte, der langgestreckte Baumhain auf der Nordseite - gegenüber dem Parkplatz leicht erhöht, östlich der Bahnhofstraße flächenbündig - als Promenade und attraktiver Aufenthaltsbereich am Randes des Platzes. Die Wohnanlage am Spiethländer Weg wird so zum (Park)platz durch einen grünen Paravent geschützt.
    In die Platzfläche sind aus Süden locker Einzelbäume eingestreut. Von steinernen Scheiben gerahmt, erhalten sie ausreichend Wurzelraum auf dem Tiefgaragendach. Am Abend sind die Scheiben indirekt beleuchtet und prägen nach Geschäftsschluss als schwebende Lichtinseln unverwechselbar die neue Stadtmitte und den dann leeren Platz.

    Hochbeete mit Buchsskulpturen und Lavendelfeldern sind gleichzeitig Platzschmuck und Hinweis auf die Landesgartenschau. Im Westen des Hademareplatzes überspielt das Beet den Höhensprung zum Rathauskomplex.

    Am östlichen Platzrand verläuft - begleitet von einer Kirschbaumallee - der neue Radweg als regionale Verbindung.

    Wasser / Spielen
    Die Verbindung zum Neuen Markt über den Platz vor Taxi König wird als baumbestandener „Stadtbalkon“ prägnanter herausgearbeitet. Der Wasserspielplatz für Kinder und Erwachsene ist ein interessanter Anlaufpunkt und greift thematisch den Bezug zwischen Hademare = wasserreicher Ort und dem Hemerbach in der Hauptstraße auf. Ein kleiner Kiosk / Café lädt zum Sitzen und sich treffen ein.

    Die Ostenschlahstraße
    Die Ostenschlahstraße ist gleichzeitig wichtige innerstädtische Verbindungsstraße und attraktiver „Brückenschlag“ zum neuen Stadtquartier bzw. zunächst zum Gartenschaugelände. Damit erhält sie - zumindest temporär - auch eine hohe Bedeutung als Fußweg bzw. als „Achse der Nahmobilität“.

    Das trotz Verringerung der Fahrbahnbreite noch relativ schmale Gesamtprofil wird daher asymmetrisch aufgeteilt. Im Norden entsteht eine 3,70 m breite Promenade zwischen den Parkplätzen / dem Hademareplatz und dem Gartenschaugelände. Südlich an die Fahrbahn angrenzend wird eine neue Lindenreihe gepflanzt, die den schmaleren Gehweg
    auf dieser Seite begleitet.

    Square / Spielen
    Als grüner Trittstein auf dem Weg zur Landesgartenschau und als spannender Spielplatz für die umliegende Wohnbebauung wird der Platz am Amselweg neu angelegt. Ein Baumkarree rahmt das grüne Heckenlabyrinth, in dem auf kleinen Plätzen Ruhebänke und Spielobjekte angeordnet sind. Entwickelt aus dem Gelände, liegt der Grünplatz ein paar Stufen unterhalb der Promenade und wächst im Norden um drei Stufen aus dem Platz heraus. Außerhalb des Baumkarrees werden - integriert in die Platzgestaltung - einige Stellplätze für die Siedlung angelegt.

    Material
    Ein hochwertiges, einheitliches Material für die Plätze und Fußwege unterstützt das städtebauliche Ziel und verbindet die Bereiche miteinander.
    Es muss hohen Ansprüchen - auch den Belastungen aus der Parkplatznutzung und dem Anlieferverkehr - genügen. Vorgeschlagen werden (Beton)Werksteine mit veredelter Oberfläche, die mit unterschiedlichen Formaten von 30x30 cm bis 50x50 cm der Platzfläche eine dezente Struktur verleihen. Farblich passende Werksteine aus Naturstein für die Einbauten (Stadtbalkon, Mauern und Stufen unter dem Baumhain, „Baumscheiben“) unterstreichen die neue Platzqualität.

    Lichtkonzept
    Das Licht unterstützt das städtebauliche Leitbild und schafft am Abend interessante Aspekte.
    Lichtstelen und -poller mit unterschiedlichen Modulen und Optiken übernehmen gleichzeitig mehrere Beleuchtungsaufgaben (Straßen- und Platzbeleuchtung, Fußwegbeleuchtung und Anstrahlung von Baumkronen). Entlang der Ostenschlahstraße markieren sie die Promenade zur Landesgartenschau, auf dem Hademareplatz zeichnen sie die Platzkanten nach. Kleine Scheinwerfer in den Baumkronen des Haines projizieren das Blätterdach auf den Boden und verbreiten am Abend eine angenehme (Licht)Stimmung.
    Die „schwebenden Baumscheiben“ ziehen sich als durchgängiges Motiv über das gesamte neue Zentrum und verknüpfen so Verkehrsachsen übergreifend die einzelnen Teilräume miteinander.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.