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  • DE Hemer
  • 02/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-9751)

Hademareplatz / Ostenschlahstraße


  • Ankauf

    Übersichtslageplan Teil 1

    Landschafts- / Umweltplaner
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Martin Schedlbauer, Miriam Fay, Matthias Messner, Katrin Haas, Beate Scharbach, Kerstin Jordan

    Erläuterungstext
    Städtebauliches Gesamtkonzept

    Durch Freiwerden der ehemaligen Blücherkaserne sowie von Bahnflächen in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt besteht für die Stadt Hemer ein einmaliges Entwicklungspotential. Dabei sollten die zukünftigen Entwicklungen nicht isoliert auf dem Gelände der Kaserne stattfinden, vielmehr ist es wichtig, den städtebaulichen Impuls auf die gesamte Innenstadt auszudehnen. Das vorliegende Konzept nimmt den Faden des Gartenschaukonzeptes auf und entwickelt ihn zu einem tragfähigen Konzept für die Stadt Hemer weiter. Der Achse Ostenschlahstraße kommt dabei eine wichtige Be-deutung als Verbindung der Stadt mit dem Gartenschaugelände und zukünftigem Kulturquartier sowie mit der angrenzenden Landschaft Jüberg mit Felsenmeer zu.


    \"Kunst- und Kulturmeile\" Hemer

    Der Gedanke des Kulturquartiers mit Kulturforum wird aufgegriffen und über die neue Kulturachse an die Innenstadt als Zentrum des öffentlichen Lebens herangeführt. Die Plätze und Orte entlang der Kulturmeile werden zu Stationen mit jeweils künstlerischer Ausprägung. Es entsteht eine Platz-Raum-Folge mit kulturellem Aspekt, die Plätze und Orte können den Rahmen für kleinere und grö-ßere Veranstaltungen bieten, sind aber auch robust genug für die alltäglichen Nutzungen. Die Plät-ze zeichnen sich durch eine urbane, künstlerisch inszenierte Landschaftsgestaltung aus, unterstützt durch Kunstbeiträge an den prominenten Stellen – die Achse der Ostenschlahstraße wird zur \"Kunst- und Kulturmeile\" von Hemer.


    Neuer Stadtplatz, Städtebauliche Entwicklung auf dem Bahngelände

    Auf dem frei werdenden Gelände des Verladebahnhofs entsteht die Chance der Entwicklung der Innenstadt über die Bahnhofstraße hinweg. An der Schnittstelle der beiden wichtigen Verkehrsach-sen Bahnhofstraße und Ostenschlahstraße wird ein offener, freier Platz als Zentrum der städtebauli-chen Entwicklung vorgeschlagen. Neue Stadtkanten in Verlängerung des Hademareplatzes span-nen einen Raum auf, der als Bindeglied und Gelenk die neue Kulturmeile an die Innenstadt anbin-det. Die angrenzenden städtebaulichen Entwicklungsflächen können verschiedenste Nutzungen, von Einzelhandel, Büros, Hotelnutzung bis hin zu öffentlichen Einrichtungen wie z.B. das neue Schwimmbad aufnehmen. Im Osten bildet die geplante Seniorenwohnanlage den Abschluss.
    Schwerpunkt und Kristallisationspunkt des neuen Stadtplatzes bildet ein Glaskubus mit Cafe oder Restaurant, das den Platz belebt. In den umgebenden Gebäuden können sich in den Arkaden der Erdgeschoßzone weitere gastronomische Einrichtungen oder Läden ansiedeln. Die vorhandenen Einzelhandelsgeschäfte und Fachmärkte im südlichen Anschluss erhalten eine neue Orientierung. Das Hademarecenter erhält eine Erhöhung des Kopfgebäudes als neue Raumkante und bildet den Abschluss und Umlenkpunkt des Platzes. Während sich der Alte Markt in der Fußgängerzone eher durch einen ruhigen, introvertierten Charakter auszeichnet, entsteht ein robuster Platz des öffentli-chen Lebens, der auch die umgebenden Straßen einbezieht.
    Zur Zeit der Gartenschau finden hier die notwendigen temporären Stellplätze ihren Platz, der Glas-pavillon dient als Empfangspunkt und Infozentrum, hier gibt es eine erste Versorgung der Besucher mit Information sowie gastronomischen Angeboten.


    Wasserkonzept

    Dem Wasser kommt in Hemer eine besondere Bedeutung zu, stellt es doch den Ursprung und Grund für die ersten Ansiedlungen an dieser Stelle dar.
    Als Wasserband schafft es die Verbindung über die Bahnhofstraße hinweg bis in den Hadema-replatz und weiter über den Wasser-Spiel-Felsen bis in die Fußgängerzone. Die Geräuschkulisse der Fontänen und Wasserspiele mildert den Straßenlärm und macht diesen als weniger störend erlebbar. An den Anfangs- und Endpunkten der neuen Kulturmeile bilden Wasserkunstbeiträge die Klammer und Verbindung über die gesamte Achse hinweg. Die Fontänenfelder auf dem Hadema-replatz schaffen eine neue Aufenthaltsqualität im Vorfeld des Hademarecenters. In Verbindung mit den schon vorhandenen und neuen Cafes und Gastronomieangeboten entsteht ein Platzcharakter mit Verweilqualitäten trotz zeitweiliger Nutzung des Platzes als Stellplatzanlage.
    Im \"Kunst-Felsen\" wird das Wasser zum Spiel- und Erlebniselement.


    Drei Plätze

    Entlang der Kunst- und Kulturmeile bilden neben dem neuen, zentralen Stadtplatz drei Plätze je-weils ganz unterschiedliche Erlebnis- und Aufenthaltsräume unter künstlerischer Verwendung heimi-scher Landschaftsbilder. Es entstehen Orte mit jeweils unterschiedlicher Funktion und Ausdehnung, die Themen der umgebenden Landschaft in die Stadt transferieren und in einen neuen Kontext stellen. Es werden starke Bilder mit eigener Poesie erzeugt, trotzdem sind die Räume robust genug, um die jeweiligen Nutzungen aufzunehmen. Die Plätze können im Rahmen von kulturellen Events zu besonderen Orten werden und bilden einen individuellen, einzigartigen und feierlichen Rahmen für kulturelle Veranstaltungen.


    \"Kultur-Hain\" Hademareplatz, \"Hademarena\"

    Der Hademareplatz soll einerseits als Parkplatz mit ca. 180 Stellplätzen dienen, zugleich besteht der Anspruch, ihm seinen ganz eigenen Charakter zu verleihen, so dass er als Platz und besonde-rer Ort in der Stadt erlebbar wird. Dies bedarf einer starken räumlichen Ausprägung, da die um-liegende Bebauung nicht in der Lage ist, dem Platz eine angemessene und erlebbare Dimension zu geben.
    Es wird vorgeschlagen, den Hademareplatz mit einem Dach aus locker verstreuten, gläsernen bun-ten Schirmen zu überstellen, die einen ganz eigenen Raum bilden und dem Hademareplatz eine neue räumliche Qualität verleihen. Vorbild ist der lichte Buchenhain, wie er auf dem Felsenmeer anzutreffen ist. Es entsteht ein beinahe feierlicher Raum, der robust genug ist, die Autos aufzuneh-men ohne seinen Charakter zu verlieren.
    An Sonn- und Feiertagen sowie evtl. auch in den Abendstunden nach 20.00 Uhr ist der Platz frei von Autos und dient als Rollsportfläche für die verschiedensten Rollsport- und Fortbewegungsarten wie Inliner, Pliws und Heelys. Einige wenige Inseln in Form von überdimensionalen Bänken oder Holzdecks bilden Ruhebänke im \"steinernen Meer\". Im Rahmen von besonderen Veranstaltungen, wie Konzerten, Kleinkunstveranstaltungen oder auch für Open-Air-Kino und Public Viewing wird der Platz zur Veranstaltungsarena \"Hademarena\". Die Stämme der Lichtschirme stellen kein Hin-dernis dar, das lichte Schirmdach bietet Schatten und schafft eine einzigartige Erlebnisqualität. Bei Sonneneinstrahlung projiziert die Sonne farbige Lichtflecken auf den Boden, nachts werden sie zu Leuchtkörpern und tauchen den Platz in ein spannendes Lichtspiel mit spotartigen, farbigen Licht-flecken auf dem Boden.
    Das zentrale Feld ist um eine Stufe gegenüber der Umgebung abgesenkt, dadurch wir einerseits der Höhenunterschied zum Vorbereich des Rathauses abgefangen, zum anderen wird der Parkplatz dadurch auf natürliche Weise begrenzt. Es entsteht eine abgesenkte Rollsportarena, der Belag ist ebenmäßig und rollfreundlich, z.B. in Gußasphalt in verschiedenen Farben ausgeführt. Die grafisch markante Farbgestaltung markiert das Raster der Stellplätze, Bänder mit EAN-Strichcode weisen auf die kommerzielle Nutzung hin und markieren die Fahrspuren. Es entsteht eine starke grafische Wirkung und Unverwechselbarkeit des Platzes. Der Platz wird flankiert von Baumpflanzungen mit Gleditschien, die Raumkanten bilden und den lichten Charakter unterstützen. Die umgebenden Cafes und gastronomischen Einrichtungen tragen zur Belebung des Platzes bei. Eine Pergola mit transparenter Glaswand bildet den nördlichen Abschluss zur Wohnbebauung, hier kann bei Veran-staltungen eine temporäre Bühne oder Leinwand ihren Platz finden.


    Platz am Amselweg, \"Märchenhain\"

    Neben dem urbanen Hademareplatz bildet der neue Platz am Amselweg unter dem Motto eines \"Märchenhains\" das grüne Pendant. Ein Kirschblütenhain verleiht ihm einen grünen, verzauberten und märchenhaften Charakter, der Höhenunterschied zur Ostenschlahstraße wird durch Sitz- und Rasenstufen überwunden. Hier können während der Gartenschau sowie auch in der Dauernutzung über das Jahr hinweg kleinere Veranstaltungen stattfinden, wie Lesungen oder Theateraufführun-gen auf der Märchenbühne. Spielangebote für alle Generationen und Altersgruppen aus dem Themenkreis der Märchen führen Jung und Alt zusammen und laden zum Spielen und Verweilen ein. Der Hain bildet sowohl ein \"grünes Wohnzimmer\" für die anliegenden Bewohner als auch eine Station entlang der Kunst- und Kulturmeile\".
    Die vorhandenen Garagen werden durch Carports in gleicher Anzahl ersetzt, die zugleich den Raum zu den angrenzenden Wohnblocks hin fassen.


    Spielplatz \"Kunst-Felsen\"

    Eine lang gezogene Freitreppe schafft den Übergang und Anbindung der Kulturachse über den Hademareplatz an die Fußgängerzone mit dem Alten Markt. In die Treppe integriert ist der Spiel-platz \"Kunst-Felsen\" mit Wasserspiel, Kletterfelsen und verschiedenen Spiel- und Aufenthaltsmög-lichkeiten für alle Alterstufen. Die \"Kunst-Felsen\" greifen die landschaftliche Besonderheit des Fel-senmeeres auf und bringen das Thema auf künstlerische Weise in die Stadt. Zugleich findet das Wasserband in Form eines Wasserlaufs mit Stauwehren und Wasserspielen seine Fortsetzung.
    Ein künstlerisch gestalteter Brunnen bildet den Abschluss auf dem Alten Markt und spannt den Bo-gen auf zwischen Innenstadt und dem Gartenschaugelände mit dem Kulturquartier.


    Ostenschlahstraße

    Die Ostenschlahstraße erhält einen asymmetrischen Querschnitt. Auf der Nordseite wird ein ca. 4,00m breiter Gehweg als großzügiger Boulevard vorgeschlagen, der die Verbindung von der Innenstadt zum Kulturquartier herstellt. Der südliche Gehweg erhält eine normale Breite von 2,50 m, die Fahrbahn beträgt 6,50 m und nimmt auch den Fahrradverkehr auf. Die Straße erhält eine beidseitige Lindenallee mit schmalkronigen Linden, um die heterogene Bebauung zusammenzu-binden, und der Achse eine städtebauliche Fassung und Rückgrat zu verleihen. Die Achse wird beidseitig von einem kräftigen Plattenband eingefasst, begleitet von robusten Steinbänken, die immer wieder Ruhepunkte und Verweilplätze entlang des Weges bieten und das Band der Achse betonen.


    Materialien und Beläge

    Die gesamte Achse zwischen Innenstadt und Landesgartenschau wird in einem einheitlichen Belag aus Naturstein- oder Betonpflaster durchgepflastert, dadurch wird eine Verbindung der verschiede-nen Bereiche auch über die Bahnhofstraße hinweg gewährleistet. Der Kreuzungsbereich der Bahn-hofstraße und der Ostenschlahstraße wird überpflastert, mit den entsprechenden Verbundpflaster-systemen ist dies bei der prognostizierten Verkehrsbelastung auch machbar. Ebenso werden die Bereiche auf Höhe des Platzes am Amselweg sowie der Eingangsbereich in das Gartenschauge-lände überpflastert, um die besondere Bedeutung hervorzuheben. In den übrigen Bereichen kann die Fahrbahn mit einem farbig passenden Asphalt versehen werden. Der verwendete Pflasterbelag zeichnet sich durch ein relativ großes Format und eine ebenmäßige Oberfläche auf, ist daher be-sonders fußgängerfreundlich und eignet sich für alle Fortbewegungsarten wie z.B. für Inliner, Hee-lys oder Pliws.


    Lichtkonzept

    Die Kunst- und Kulturachse wird nachts durch ein besonderes Lichtkonzept inszeniert. Die einzelnen prägenden Entwurfselemente tragen zur Unverwechselbarkeit bei und schaffen jeweils eigene Stimmungen und Räume. Die \"Lichtbäume\" auf dem Hademareplatz werden nachts zu Licht-Kunst-Objekten, sie geben farbiges, spotartiges Licht auf den Platz und tauchen die \"Hademarena\" in farbige Lichtflecken. Der Glaskubus des Cafes auf dem neuen Stadtplatz wird zum Lichtkubus und leuchtet von innen heraus auf den Platz, ebenso wird das Wasserkunst-Band illuminiert und schafft eine eigene Atmosphäre. Die Lichtschirme mischen sich in den Märchenhain am Amselweg und sorgen auch hier nachts für eine entsprechende Illumination der Märchenbühne. Ebenso wird der \"Kunst-Felsen\" im Übergang zum Alten Markt des Nachts durch eine Lichtinstallation in Szene ge-setzt. Die Achse der Ostenschlahstraße wird begleitet von markanten Lichtstelen, die für die nötige Grundausleuchtung sorgen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.