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  • DE-49356 Diepholz, DE-27239 Twistringen
  • 08/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-332196)

Erweiterung der Haupt- und Realschule in Twistringen


  • Anerkennung

    kein Bild vorhanden
    Modellbauer
    modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: LUKAS DROSTE ARCHITEKTEN BDA, Kassel (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die gewählte, aneinandergereihte Anordnung ähnlich ausformulierter Volumina, die sich über Vor- und Rücksprünge zu dem linear gestreckten Hauptbaukörper der Schule hinzugesellen, überzeugt in städtebaulicher Hinsicht und ordnet sich wohltuend in den Bestand ein. Mit der Ausprägung geht jedoch einher, dass die Ost-West-Ausrichtung zu Lasten der Anbindung in die Ortsmitte nach Süden zu stark geschwächt wird und einige, großkronige Bäume, die den Weg nach Süden säumen, gefällt werden müssen.

    In der Fassadensprache finden sich einige Elemente, die auch in der Bestandsarchitektur anzutreffen sind und den kontextuellen Gedanken des städtebaulichen Footprints unterstreichen: Wandscheiben in Sichtmauerwerk wechseln mit raumhohen Verglasungen, die ähnlich den Glasfassaden des Bestands gestaltet sind. Im Grundrisslayout überzeugt die über Arkaden klar definierte Anordnung der Haupteingänge, deren Lagen zusammen mit dem Haupteingang in das Bestandsgebäude den Schulhof räumlich begrenzen. Die Wegeführung im Inneren überzeugt mit einem spannungsvollen Wechsel aus räumlicher, gefasster Enge, Aufweitungen in die Seitenräume des Schulareals, je nach Lage steinern oder nach Süden gerichtet in die Grünräume mit gewachsenem Baumbestand.

    Allein die Lage des Küchentraktes in der Mensa schmälert die attraktive Lage zum begrünten Freibereich der Schule und verhindert hier eine angemessene Verzahnung von innen und außen zugunsten der neuen Schulachse. Im Detail kann die Organisation der einzelnen Cluster jedoch nicht überzeugen. Barrierefreiheit lässt sich beim Schulhaus aufgrund der Eingeschossigkeit der Baukörper unproblematisch herstellen, bei der Mensa wird der Zugang über dem Gelände folgenden Sitzstufen, die in Bezug auf eine multifunktionelle Nutzung der Mensa zu begrüßen sind, aber einen barrierefreien separaten Zugang erfordern, kontrovers diskutiert.

    Der Entwurf weist eine sehr schlechte Flächeneffizienz vor. Die Fassaden lassen eine den heutigen Standards entsprechende energetische Konzeption erwarten. Im Hinblick auf die zu erwartende Wirtschaftlichkeit kann die Wartungsfreundlichkeit der eingeschossigen, hochwertigen Fassadenelemente Erwähnung finden. Die gewählte städtebauliche Grunddisposition erfordert allerdings eine Interims- Containerlösung mit Kosten, die angesichts der zur Verfügung stehenden Grundstücksfläche, nicht plausibel in der Öffentlichkeit zu vertreten sind.

    Insgesamt leistet der Entwurfsverfasser einen städtebaulich stimmigen Beitrag, dessen Stringenz sich im Inneren nicht wiederfinden lässt und zusätzlich aufgrund der notwendigen Interimsmaßnahmen als nicht vertretbar erscheint.


INFO-BOX

Angelegt am 30.09.2019, 13:45
Zuletzt aktualisiert 30.09.2019, 13:50
Beitrags-ID 4-180857
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