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  • DE-03044 Cottbus, DE-03046 Cottbus
  • 09/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-332876)

Revitalisierung Schulstandort "Hallenser Strasse" in Cottbus


  • 1. Preis

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    Modellbauer
    modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: mayerwittig Architekten und Stadtplaner GbR, Cottbus (DE)
    Landschaftsarchitekten: hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin (DE)

    Preisgeld
    17.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit zeigt einen stimmigen Konzeptansatz, der ein einfaches Lösungsmodell für die Revitalisierung anbietet: Schulbau und Sporthalle werden getrennt voneinander positioniert, der bestehende Schulbau wird dabei durch einen 4geschossigen und unterkellerten Kopfbau an der Gulbener Straße zur dominanten Adresse. Durch den nach Westen verlängerten neuen Anbau und das Absetzen der Sporthalle parallel zur Hallenser Straße werden durch die Baumassen die Raumbezüge zur Gulbener bzw. Hallenser Straße gestärkt und auf dem Areal selbst drei Freiraumtypologien geformt, die auf den heterogenen Stadtraum hier ordnend wirken und für die Schulnutzung drei sehr unterschiedlich nutzbare Freiraumzonen anbietet. Dies sind ein ruhiger parkähnlicher Freiraum im Westen, der dem Hort gut zugeordnet ist, östlich des Schulriegels ein dichter, aktiv nutzbarer Bewegungsraum/Schulhof und vor der Turnhalle eine Sport- und Spielfläche.

    Die Erschließung verläuft zwischen den beiden Straßen entlang der Ostfassade des Schulbaus, die ebenerdigen Eingänge von Schule und Sporthalle werden sicher präsentiert. Die durch die Entwurfsverfasser vorgestellte Herleitung mit dem dafür notwendigen Rückbau des 2-geschossigen Bestandsbaus ist schlüssig und nachvollziehbar vorgetragen.
    Die Baukörperentwicklung folgt dem Typus moderner Schul- bzw. Sportbauten als schlichte Kuben. Die Fassadengliederung variiert am Schulbau zwischen der Lochfassade des Altbaus und einer Fensterbandstruktur im Neubau. Der Haupteingang zur Schule wird durch den Eckverschnitt und die Vollverglasung als Adresse erkennbar herausgestellt. Von den Bestandsgebäuden wird nur der 4geschossige Riegel erhalten und in Kombination mit dem Neubau aufgewertet. Durch die Ergänzung mit Treppenräumen an den Giebeln können hier Nutzungseinheiten bzw. eingeschränkt Lerncluster angeboten werden. Der Neubau selbst bietet in den Obergeschossen alternativ dazu eine Raumfolge aus Klassenräumen an, die um einen zentralen Mittelbereich angeordnet sind und damit modernen Lernhauskonzepten folgt. Die Separierung der Sporthalle vom Schulbau und die Randlage an der Hallenser Straße wird seitens des Auslobers als vorteilhaft gewertet.
    Die Funktionsschichtung und -adressierung im Schulbau ist gut und übersichtlich gelöst. Mensa, Schülerküche und Schulleitung liegen in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang, der Hort schließt sich daran als separates Cluster an. Die Kopplung mit einem eigenständigen und separiert abgegrenzten Freiraum an der Südwestseite werten diese Angebote hier deutlich auf.
    Die Mindestanforderungen an die Anzahl der eigenen Hortplätze werden erfüllt. Die separate Lage des hier zweigeschossigen Horts mit direkter Anbindung an den abgeschirmten Freibereich wird als gelungen bewertet.
    Der giebelseitige Anbau wird als sehr wirtschaftlich umsetzbar eingeschätzt. Die Ausbildung eines UG für Nebenfunktionen und Haustechnik ist mit einer Unterfahrung des Bestandes gut möglich (Länge < 12 m). Im Bestandsbau sind nur wenige Eingriffe in die Statik zu erwarten. Aus energetischer Sicht wird besonders die Nutzung von hochwirksamer Passivdämmung der Gebäudehülle in Kombination mit einer Lüftungsanlage mit WRG positiv und durch den Auslober wirksam bewertet. Das Konzept enthält zusätzlich Lichtkuppeln zur natürlichen Belichtung, die auch als natürliche Lüftungsöffnungen im obersten Geschoss nutzbar sind. Die Ausrichtung der Klassenräume nach Norden und Westen auch im neuen Anbau ist optimal und erlaubt blend- und überhitzungsfreien Unterricht.

    Das Preisgericht würdigt bei dieser Arbeit den strukturell einfachen und im Ergebnis sowohl räumlich und funktionell übersichtliche Lösung als auch seine gelungene Balance zwischen Bestand und Erweiterungsbedarf. Moderne Lernkonzepte werden ebenso ermöglicht wie die unabhängigen Nutzungen von Hort und Sporthalle. Die äußere Gestaltung widerspiegelt mit seinen ruhigen Fassaden als Putzbau und großzügigen Fensterbändern eine hier sowohl funktionell als auch wirtschaftlich auf das Notwendige reduzierte Auffassung.