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  • DE-39104 Magdeburg
  • 09/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-333743)

Neugestaltung des Platz-Ensembles "Alter Markt" in Magdeburg


  • 3. Preis

    Perspektive Alter Markt, © capattistaubach

    Landschaftsarchitekten
    capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Thomas Steinborn, Ana Stifanic

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Dreiklang der Platzanlage von Alter Markt, Platz Bei der Hauptwache und Martin-Luther-Platz wird in seiner Eigenart und städtebaulichen Wertigkeit angemessen differenziert. Der Martin-Luther-Platz besetzt kraftvoll mit einem den Bestand ergänzenden Hain die stadträumlich wichtige Über-Eck-Beziehung von Ernst-Reuther-Allee und Jakobstraße. Durch die Umorganisation der Außengastronomie des Ratskellers kann hier eine echte grüne Oase entstehen.
    Auch nachts, durch das vorgeschlagene ,Spider-Netz' als Transformation der Guericke-Halbkugel atmosphärisch ausgeleuchtet, wird eine gute Überleitung zur Johanniskirche und dem Elbraum angeboten. Ein richtig positionierter großer Wasserspiegel im Übergang zum Alten Rathaus unterstützt diese einladende Geste. Lediglich die Lutherbänke erscheinen in ihrer Ausgestaltung etwas überdimensioniert, bieten jedoch - im Zusammenhang mit der Wasserfläche - einen attraktiven Aufenthaltsbereich.
    Der Platz Bei der Hauptwache wird in seiner jetzigen Form und Dimension weitestgehend erhalten. Durch eine kraftvolle, an den Otto-von-Guericke-Brunnen formal angelehnte Bank entsteht auch hier ein besonderer Ort zum Sitzen und Beobachten, mit schönem Blick zum Alten Rathaus. Begrüßt wird hier insbesondere die Überleitung zur Jakobstraße durch L-förmig angeordnete Baumreihen, die auch vor Gebäudeerstellung einen attraktiven grünen Rahmen für den Platzbereich formulieren. Die Spenderbäume werden erhalten und durch ergänzende Pflanzungen als Rückgrat der Bank in ihrer räumlichen Wirkung gestärkt.
    Der Alte Markt wird mit einem eigenständigen großformatigen Plattenbelag, dem sogenannten Stadtparkett entsprechend seiner Wertigkeit gut inszeniert. Die wenigen Elemente Eulenspiegelbrunnen, Magdeburger Reiter und die neue Baumreihe an der Platznordseite sitzen richtig im ,Stadtparkett'. An der Südseite wird ein lineares Band, die sogenannte ,Magdeburger Chronik' als überleitendes Element zur Johanniskirche richtig positioniert. Die technische Machbarkeit und Dauerhaftigkeit dieses entwurfsbestimmenden Elementes sind noch nicht ausreichend nachgewiesen. Die Kombination mit der Versorgungstechnik für das Marktgeschehen wird kritisch diskutiert.
    Die Verlagerung der Gastronomie des Ratskellers auf den Alten Markt wird ausdrücklich begrüßt und unterstützt die angestrebte Lebendigkeit des Platzes. Der Übergang zum lnnenhof Buttergasse wird sehr gut gelöst. Die Bankanordnung an der Platznordseite wirkt beliebig.
    Dem Lichtkonzept fehlt durch die Vielzahl der gewählten Leuchtentypen, die dem Entwurf zugrundeliegende konzeptionelle Konsequenz. Lichttechnisch sind einzelne Bereiche, wie der Martin- Luther-Platz, etwas überinstrumentalisiert.
    lnsgesamt stellt der Beitrag einen robusten Vorschlag zur lnszenierung des Alten Marktes und der angrenzenden Platzräume dar und fügt über einen ansprechenden Stadtboden diese zu einem einheitlichen Ganzen zusammen.