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  • DE-72074 Tübingen
  • 10/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-340542)

Radstation mit Gastronomie Europaplatz in Tübingen


  • 3. Preis

    © Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA

    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Paul Gemmeke

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Den Verfassern ist es gelungen einen überzeugenden Endpunkt der Parkanlage zu formulieren. Dem vorgeschlagenen eingeschossigen Baukörper gelingt es die unterschiedlichen Bereiche Park, Bahnhof und die anschließende Bebauung geschickt zu vernetzten, wenngleich die formale Ausformulierung der Dachform kontrovers diskutiert wurde. Die Außenräume die durch die städtebauliche Setzung entstehen sind gut proportioniert und lassen eine hohe Aufenthaltsqualität erwarten.

    Die Rampe liegt zwischen den zwei Funktionsbereichen Café und Fahrradstation. Kritisiert wird, dass dadurch die Rampe nicht einsehbar ist. Durch großzügige Verglasungen entstehen gute Sichtbezüge zwischen allen Funktionsbereichen.
    Die Fahrradstation orientiert sich in Richtung Bahnhof, der Zugang der öffentlichen WCs ist diskret über eine separate Erschließung gelöst. Besonders positiv bewertet wurde die Ausrichtung der Gastronomie, die sich nicht nur Richtung Park, sondern auch in Richtung Bahnhof orientiert und somit auch zur Belebung des Europaplatzes beiträgt.
    Der vorgeschlagene Lichthof, der sich durch die Dachfläche stanzt, belichtet den Werkstattbereich im Untergeschoss. Zusammen mit dem vorgeschlagenen Baum bildet er eine interessante Geste, welche die Funktion der Fahrradstation auch vom Bahnhof sichtbar macht.

    Im Untergeschoss können die Lastenräder sowohl von der öffentlichen Fahrradgarage sowie von der Fahrradstation erreicht werden. Fraglich ist die natürliche Belichtung der Rampe: es ist unklar ob der Dachausschnitt und die Belichtung von den Stirnseiten ausreichend ist. Besonders stellt sich die Frage bei Nacht, da die Rampe hinter der Fahrradstation liegt.

    Die architektonische Sprache ist sachlich und selbstbewusst. Die Materialität ist reduziert auf geschosshohe Verglasungen und Lamellen. Der breite darüber liegende Dachrand ist mit einer Holzverschalung bekleidet.

    Das Materialkonzept und die ansprechenden Kompositionen der Fassaden zeugt von einer sicheren Handschrift des Verfassers.
    Wirtschaftlich betrachtet ist davon auszugehen, dass das Gebäude zu angemessenen Kosten erstellt werden kann.
    Durch die klare Grundrissstruktur wird das Weiterentwicklungspotential als günstig eingeschätzt.

    Insgesamt handelt es sich um ein kompaktes, gut proportioniertes Gebäude mit überwiegend guten funktionalen und formalen Qualitäten.