Beurteilung durch das Preisgericht
Ein klar ablesbarer Baukörper nimmt unter Abriss des Jugendhauses alle geforderten Funktionen für den Neubau des Rathauses mit Polizeiposten auf. Allerdings sind bei der Flächenberechnung die Konstruktionsflächen nicht berücksichtigt, sodass der Baukörper in seiner Gesamtfläche zu klein ist.
Die Situierung an den westlichen Bereich des Grundstücks lässt Raum für die in seiner Länge ausreichende Tiefgaragenzufahrt.
Zudem nimmt der Baukörper Kontakt mit dem Kirchberg und der Laurentiuskirche auf. Die Größe des verbleibenden Platzraums ist im Vergleich mit dem Rathaus maßvoll. Im östlichen Bereich werden in einer Parktasche die notwendigen öffentlichen teils begrünten Parkplätze angeboten. Die Zufahrt zur Firma Betz ist gesichert. Auf der Längsseite des Rathauses spannen sich ein großzügiger Platzraum und ein gut einsehbarer Zugang mit Vordach auf. Lang gezogene Stufen betonen die Eingangssituation, zugleich ist ein barrierefreier Zugang gewährleitstet. Ein Wasserlauf vom Stoffelbach aus und Wasserspiele beleben den Platz und lassen vielfache Aktivitäten zu, die allerdings eine Bearbeitungstiefe vermissen lassen. Die Verknüpfung mit den nördlich der Hauptstraße gelegenen Platzbereichen wird lediglich mit zwei Zebrastreifen geschaffen. Ein durchgehender Platzcharakter wird vermisst. Zudem fehlen Aussagen zur Materialität der Flächen.
Im Erdgeschoss zeigt sich ein bis ins Dach durchgehendes Oberlicht im Foyer mit Wartemöglichkeiten zu dem im nördlichen Teil gelegenen Bürgerbüro. Das bis ins Dach durchgehende Oberlicht muss aus brandschutztechnischen Gründen überprüft werden.
Mittig und zum Platz orientiert liegt der voll verglaste Sitzungssaal. Durch die Öffnung der Fensterflächen lässt sich der Platzraum nutzen.
Der Eingang zum Polizeiposten im Süden ist richtig zur Platzseite orientiert. Der notwendige Flächenbedarf ist teilweise im Untergeschoss untergebracht.
Die Tiefgarage bietet die geforderten 25 Stellplätze, die abgeschlossene Garage für die Polizei ist untergebracht.
Im zweiten und dritten Obergeschoss ist die Anordnung und Orientierung der Büroflächen mit mittig gelegenen Nebenräumen gut ablesbar, allerdings sind an der Nord-Ost-Ecke im ersten Obergeschoss die Räume gefangen.
Im zweiten Obergeschoss zwischen den innen liegenden Nebenräumen sollen Lufträume bis zum Dach die innenliegenden Wartezonen im ersten Obergeschoss belichten.
Die fünf flach geneigten Dachflächen sollen auf der Nordseite verglast und auf der Südseite mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet werden.
Die vorgeschlagene Stahlbetonweise mit einer hinterlüfteten Klinkerfassade und stehenden Fensterformaten wirkt schematisch. Auch die Sichtbarkeit der geneigten Dachflächen lässt eine spannungsreiche Ausgestaltung des Baukörpers vermissen.
Der Beitrag wird hinsichtlich seiner städtebaulichen Konfiguration und Funktionalität anerkannt, überzeugt aber nicht hinsichtlich der freiraumplanerischen Konzeption.