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  • 2. Preis

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    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: SPREEN ARCHITEKTEN, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die L–förmige Gebäudekonfiguration fängt den Raum an der Bunzlauer Straße auf und formt die wünschenswerte Platzsituation vor dem Einzelhandelsmagneten. Mit dem Winkel wird ein eindeutiger Endpunkt des langgestreckten Bunzlauer Platzes gebildet. Die sich in den oberen Geschossen auflösende Baumasse fügt sich maßstäblich in die Umgebung ein und gibt der Bunzlauer Straße das Volumen eines guten Abschlusses.
    Das „Wäldchen“ wird als wesentlicher Bestandteil in das städtebauliche Konzept integriert. Es bildet sich ein neuer Mittelpunkt mit einem offenen Platz einerseits und der Errichtung eines identitätsschaffenden Bauwerks andererseits. Der Vorschlag, den Bunzlauer Platz als durchgehend homogene Fläche ohne Bäume, als Kontrapunkt zum neuen Platz mit dem erhaltenen Wäldchen zu gestalten, ist zwar interessant, aber nicht realisierbar: die Konsequenz wäre, dass 2 Plätze mit ähnlicher Ausrichtung unmittelbar aneinander liegen. Der nördliche Fußweg endet in selbstverständlicher Weise an dem neuen Quartiersplatz, auf dem qualitätvolle Aufenthaltsbereiche geschaffen
    werden. Es wird als misslich empfunden, dass das grüne Wäldchen nicht genutzt werden kann, da es durch eine umlaufende Schwelle abgegrenzt werden soll und in einer Mulde liegt.

    Die Verknüpfung des Quartiersplatzes, des kleinteiligen Einzelhandels und des großen Magneten wird sinnvoll gelöst. Die Zugangssituation zum Magneten ist möglicherweise zu schmal gewählt und wird im Übrigen durch das hohe Gebäude im Süden stark verschattet. Die Situierung von kleineren Einzelhandelseinheiten an der S-Bahn ist eine gute Idee. Zugangssituation und Zufahrt des Hotels sind großzügig gewählt, das Foyer ist bis zur Bahnseite durchgesteckt. Der Zugang zum Restaurant muss stets ohne Durchgang durch das Foyer des Hotels gewährleistet sein, um Hemmschwellen abzubauen. Man gelangt
    trockenen Fußes von der Parkgarage ins Hotel; auch der Konferenzbereich des Hotels ist von der Garage auf kurzem Wege erreichbar. Die Einzelhandelsflächen im 1. und 2. OG sind sehr aufwändig gestaltet und kaum zu vermieten. Die Hotelnutzung hat eine wirtschaftliche zweihüftige Erschließung. Das funktionell gestaltete „L“ löst sich in den Standardgeschossen in zwei Akzentuierungen auf. Die angrenzenden drei verschiedenen Hotelzimmertypen sind positiv zu bewerten. Die gewählte Gebäudeform ermöglicht einen hervorragenden Lärmschutz sowohl für den Platz als auch für die Wohnbebauung; die Fassade des Hotels ist allerdings mit baulichen Lärmschutzmaßnahmen
    für beide Winkelseiten auszurüsten. Der spielerische Umgang mit offenen und geschlossenen Fassadenteilen löst das Bauvolumen
    angenehm auf. Die Auflockerung der begrünten Parkhausfassade mit Elementen der Platzfassaden wurde als Idee wohlwollend aufgenommen, jedoch fehlen Aussagen zur konkreten Umsetzung.
    Die Fassade zum Bunzlauer Platz wirkt auf Grund der zurückgesetzten Proportionen nobel und ist nur der zurückhaltende Hintergrund des identitätsstiftenden Wäldchens.
    Die Ver- und Entsorgung für das Hotel sowie die Anlieferung für den kleinteiligen Einzelhandel sind nicht geklärt. Dieser Entwurf hat viele guten Seiten, seine Schwäche liegt aber in der Konkurrenz der beiden Plätze.