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  • DE-37520 Osterode
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-333641)

Freiraumgestaltung Kornmarkt in Osterode am Harz


  • 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    [ f ] landschaftsarchitektur gmbh, Solingen (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    3.600 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Zentrale Idee des Entwurfs ist die Schaffung eines großzügigen einheitlichen Stadtbodens. Gerahmt wird diese zentrale Platzfläche von einer breiten gebäudebegleitenden Vorzone. Das Konzept ist in seiner Formensprache und Materialität geeignet, auf die übrige Altstadt Anwendung zu finden. Die Aufenthaltsqualität des Platzes wird mit dem vorgelegten Konzept gestärkt, ebenso die Multifunktionalität.

    Die Verfasser schlagen vor, den vorhanden Gehölzbestand auf dem Kornmarkt vollständig zu entfernen, um den Blick auf die historischen Fassaden - insbesondere auf das Rinnesche Haus - freizustellen und dem Platz seine ursprünglichen Proportionen zurückzugeben. Damit wird auch die Sichtachse von Westen kommend über den Kornmarkt bis zur Marktkirche freigestellt – wenn auch mit kleinen Einschränkungen. An die historische Bebauung im Westen des Kornmarktes wird durch einen Hain aus Amberbäumen und Eichen behutsam erinnert, somit wird auch die Dimension des ursprünglichen Platzes wieder erlebbar gemacht. Die Anfahrbarkeit für die Feuerwehr in diesem Bereich ist zu prüfen.

    Im Osten des Platzes wird eine großzügige Brunnenanlage vorgeschlagen. Der Brunnen ist als höhenmäßig abgestuftes dreigeteiltes Objekt mit Fontänenfeld, Wasserbecken und Wassertisch dargestellt. Die genauere Ausgestaltung allerdings ist den Unterlagen nicht zu entnehmen.

    Die zentrale Platzfläche wird als Kleinpflaster in Granit in wildem Verband gestaltet, die Frage der Wiederverwendung des vorhandenen Pflasters bleibt ungeklärt. Die Vorzone wird mit kleinformatigen Granitplatten belegt. Die Verwendung von Naturstein wird aus denkmalpflegerischer Sicht positiv angesehen, ebenso die Differenzierung in einen zentralen Platz und die Vorzone an den Gebäuden. Die Begehbarkeit und Barrierefreiheit auf dem Platz ist mit den vorgeschlagenen Materialien angemessen. Zur barrierefreien Erschließung der Eingänge der den Platz rahmenden Gebäude wird keine Aussage getroffen.

    Die Ausstattungselemente sind in einheitlicher zurückhaltender Gestaltung vorgesehen. Dies ist dem historischen Umfeld angemessen. Insgesamt wird die Ausstattung des Platzes hinsichtlich Quantität und Qualität im Hinblick auf die Bildung kommunikativer Sitzgelegenheiten kritisch gesehen. Positiv werden die Aussagen zur Gestaltung und Ausstattung der privaten Gebäude wie Werbetafeln usw. eingeschätzt.

    Die Ausleuchtung erfolgt über Wandleuchten, die zeitgenössisch in Anlehnung an historische Vorbilder gestaltet sind. Positiv ist einzuschätzen, dass die Platzfläche auf diese Weise von Einbauten freigehalten werden kann. Allerdings ist die Montage an den privaten Gebäuden einschließlich der Versorgungsleitungen sehr kritisch einzuschätzen, weil die Umsetzung sich schwierig gestaltet.

    Die Vorgaben an eine ausreichende Veranstaltungsfläche zur Abwicklung des Marktgeschehens einschließlich der notwendigen KFZ-Erschließung werden in hohem Maße erfüllt. Auch weitere Veranstaltungen sind mit diesem Entwurf ohne Probleme zu realisieren.

    Der Entwurf ist in seiner Wirtschaftlichkeit angemessen und kann einen guten Beitrag zur Lösung der gestellten Aufgabe leisten.