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  • DE-31135 Hildesheim
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-332880)

Neubau Klinik für Psychosomatik in Hildesheim


  • 1. Preis


    Energieplaner
    ee concept gmbh, Darmstadt (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: HSP Hoppe Sommer Planungs GmbH, Stuttgart (DE)
    Landschaftsarchitekten: Kienleplan GmbH, Leinfelden-Echterdingen (DE)
    Tragwerksplaner: INGENIEURGEMEINSCHAFT BAUEN GmbH, Stuttgart (DE)
    Bauingenieure: Rücken & Partner Göttingen GmbH, Göttingen (DE)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Ein länglicher Ost-West-orientierter Baukörper, der die Proportionen der vorhandenen Architektur aufgreift, wurde um ein Atrium angeordnet und fügt sich in Dimensionierung und Orientierung gut in die Liegenschaft ein. Der Bau kann durch seine schmale Form und trotz der Bebauung am Hang die Anzahl der innenliegenden Räume reduzieren, erzeugt aber auch längere Wege als ein kompakterer Entwurf.
    Der Haupteingang liegt zentral auf der Nordseite, wenn auch etwas verdeckt vom Nachbargebäude, und ist durch den rückgesetzten Eingang überdacht. Der Empfang, ein Treppenhaus und ein Aufzug befinden sich in unmittelbarer Nähe und sind durch die Lage am Innenhof natürlich belichtet, was den Bereich offen und hell wirken lässt.
    Eine zweite Erschließungszone für die Tagesklinik wurde westlich angeordnet. Die Trennung dieses separaten Einganges vom Hauptzugang wird positiv beurteilt, auch wenn – anders als in der Tagesklinik selber – der Eingang im Erdgeschoss liegt, wogegen sich eine Anlieferung am Zugang Obergeschoss befindet. Ein Austausch der Erschließungen Tagesklinik und Anlieferung bietet sich an, zumal ein Aufzug für Vertikaltransporte und ein Empfang im Obergeschoss für Tagesklinikpatienten zur Verfügung stehen. Über die Staffelung am Hang sind beide Geschosse auch ohne Lift barrierefrei erschlossen. Es wäre zu prüfen, ob 2 Aufzüge notwendig sind.
    Die Therapieräume orientieren sich um den blickgeschützten Innenhof herum, welcher ebenfalls für Therapiezwecke genutzt werden soll. Durch diesen Innenhof und durch die Sheddachoberlichter werden die am Atrium vorbei führenden Flure natürlich belichtet und belüftet. Über Verbindungen zwischen den Geschossen soll auch die untere Ebene mit in das Lüftungskonzept eingeschlossen werden. Inwieweit das damit einhergehende brandschutztechnische Problem kostenseitig den Einsatz von Brandschutzvorhängen rechtfertigt, wäre noch zu untersuchen.
    Die nord- und südausgerichteten Patientenzimmer haben alle Bezug zum Außenraum, was ein deutliches Unterscheidungskriterium zu anderen Entwürfen darstellt und mit Sicherheit von den Patienten geschätzt wird.
    Die klar strukturierte, aber nicht gleichförmige Fassade ist hell verklinkert, wobei zwischen einer Lochfassade für Funktionsräume und Pfosten-Riegelfassade für Therapieräume und Patientenzimmer unterschieden wird, was einen interessanten Spannungsbogen bildet. Komplett bodentiefe Fenster sowohl nach außen als auch zum Lichthof belichten die Räume großzügig. Die gut proportionierte Fassade in der Mischung der genannten Strukturelemente bietet für zukünftige Neubauten auf dem Klinikgelände eine variable Formensprache, was ebenfalls von der Jury als besonders gelungen hervorgehoben wird. Dem Bau gelingt beispielhaft die Verknüpfung der inneren Funktionen mit seiner logischen Repräsentation nach außen. Inwieweit Patienten von einer Vollverglasung der Patientenzimmer in ihrer Privatsphäre beeinträchtigt werden, wurde – wie auch die Wasserfläche im Außenbereich – kontrovers diskutiert.
    Alles in allem stellt der Beitrag trotz einiger offener oder noch zu vertiefender Fragestellungen einen für den Nutzer und das Areal attraktiven Entwurf mit Realisierungspotential und vielfältigen Möglichkeiten für weitere Ersatz- und Erweiterungsbauten dar.

    Energetisches Nachhaltigkeitskonzept
    Das A/Ve-Verhältnis liegt mit 0,52 etwas oberhalb des mittleren Bereichs. Die vorgesehenen U-Werte stehen für einen guten Wärmeschutz des Gebäudes. Es ist ein außenliegender Sonnenschutz in Kombination mit einem Blendschutz vorgesehen. Die Lüftung soll weitestgehend natürlich über die Fenster erfolgen. Für definierte Bereiche soll die Lüftung hybrid mit einer mechanischen Grundlüftung mit ergänzender Fensterlüftung erfolgen. Das Lüftungskonzept ist stimmig und auf die Nutzung des Gebäudes zugeschnitten.
    Für die Wärmeversorgung wird in der Grundlast eine geothermisch versorgte Wärmepumpe vorgesehen. Die Option der Kühlung im Sommer über das Erdreich wird sinnvoll genutzt. Strom soll regenerativ über eine Photovoltaik-Anlage mit optionalem Batteriespeicher erzeugt werden. Eine Tageslichtnutzung über Shed-Dächer ist vorgesehen und trägt positiv zur Grundbelichtung der innenliegenden Bereiche bei. Das Energiekonzept ist stimmig und gut dargestellt.
    Maßnahmen zur Nachhaltigkeit werden nur in geringem Umfang angesprochen.
    Der Entwurf weist ein stimmiges Energiekonzept mit sinnvoll kombinierten Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs und der Nutzung regenerativer Energie auf.