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  • DE-88239 Wangen
  • 08/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-328020)

Neubau eines Kindergartens in Wangen im Allgäu


  • 1. Preis

    Wandaufbau der Holzkonstruktion, © MIND AC

    Bauphysiker, Energieplaner
    ee concept gmbh, Darmstadt (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: MIND Architects Collective, Bischofsheim (DE)

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit wählt das Dreieck als gestalterische Grundlage für die neue Kita in den Auwiesen. Die besondere Qualität der Arbeit liegt in der überwiegend eingeschossigen Bebauung. Der Arbeit gelingt es fast alle Funktionen im Erdgeschoss unterzubringen. Dies bietet neben einer guten Übersichtlichkeit auch eine gute Durchmischung der Kinder untereinander und kann so ein positives Gemeinschaftsgefühl fördern.

    Die Verfasser setzten das Gebäude richtigerweise mit seinen Schenkeln an die Süd-West Ecke des Grundstückes und schaffen so den städtebaulichen Abschluss an den neuen Quartiersplatz im Süden. Zugleich wird ein angemessener Übergang zu der westlich gelegenen Bebauung der Teppichsiedlung klar formuliert.

    Durch dreieckige Einschnitte nach dem Subtraktionsprinzip gliedern die Verfasser die Fassaden und nehmen ihnen damit auf einfache Weise ihre Länge.
    Das Gebäude passt sich durch seine dreieckige Form gut in das zur Verfügung stehende Grundstück ein und lässt einen zusammenhängenden und gut nutzbaren Freibereich entstehen.

    Man betritt das Gebäude von der Platzseite im Süden und gelangt in einen, durch Zuschaltbarkeit von Speise- und Multifunktionsraum vielfältig nutzbaren zentralen Foyerbereich. Dieser Bereich ermöglicht einen sympathischen Blick nach außen und erschließt alle dem Garten zugeordneten Gruppenräume. Die Lage der Gruppenräume im Erdgeschoss mit einem direkten Zugang zu den Außenspielbereich stellt ein sehr gutes Angebot an Funktionalität dar.

    Generell Gut ist die Lage des Krippenbereiches auf der Ostseite zur Straße, der zwar einen eigenen Außenbereich erhält, dieser ist jedoch zu klein und vom eigentlichen Gartenraum angeschnitten, er wird zudem durch eine Fluchttreppe aus dem Obergeschoss stark eingeschränkt.

    Eine Folge des Gestaltungsprinzips sind einige dreieckige und damit schwer nutzbare Räume im EG und im OG mit spitzen Winkeln.
    Durch die dreieckige Form entsteht zudem mit dem Auftreffen der südlichen Spitze auf die Grenze, eine Engstelle zur Erschließungsstraße und der anschließenden Bebauung, die kritisch gesehen wird.

    Im Obergeschoss liegen der Werkbereich für die Kinder und der Aufenthaltsbereich für das Personal, sie werden folgerichtig über eine Treppe vom Foyer erschlossen und bietet zusätzliche Freiflächen auf dem Dach. Der Raum für die Leitung sollte jedoch im Eingangsbereich liegen.
    Durch die Lage im OG bekommen die Räume einen eigenen, etwas abgeschiedenen Charakter, der ihrer Nutzung entgegenkommt.

    Unverständlich ist der Umgang mit der Höhensituation. Durch das Anheben des Erdgeschossniveaus um ca. 50 cm und einer Traufhöhe von 4,75 über Fertigfußboden entsteht eine Außenwandhöhe von über 5 Metern. Zudem wird durch den entstehenden Niveauunterschied die behindertengerechte Erschließung des Gebäudezuganges erschwert. Dies führt zu einer fast 2 geschossigen Anmutung des Gebäudes von außen, die eigentlich unnötig ist. Im Modell wird dies besonders deutlich und erschwert die städtebauliche Einbindung des gesamten Gebäudes in die umgebenden Strukturen.

    Kritisch gesehen wird die angebotene Fassade mit großflächigen geschuppten Dreischichtholzplatten, in Bezug auf eine einheitliche Vergrauung und Dauerhaftigkeit.

    Insgesamt aber nutzt die Arbeit sehr gut die Leistungsfähigkeit des neuzeitlichen Holzbaus. So wird die Massivholzkonstruktion als wandartige Träger und als Kasten- bzw.- Rippenelement eingesetzt. Auf die Robustheit der Konstruktion wurde großer Wert gelegt.

    Insgesamt bietet die Arbeit einen sehr guten und vor allem eigenständigen Beitrag für eine Kita in dieser sehr wichtigen städtebaulichen Situation. Die gewählte architektonische Ausformulierung lässt ein stark identitätsstiftendes Gebäude erwarten.