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  • DE-86150 Augsburg
  • 10/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-331460)

Gestaltung öffentlicher Freiflächen im Innovationspark Augsburg


  • 1. Preis


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    Landschaftsarchitekten
    SARL Miething, Paris (FR)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Mila Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin (DE)

    Preisgeld
    24.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit geht sehr stark auf die räumlichen, strukturellen und gestalterischen Leitlinien des städtebaulichen Konzeptes ein und entwickelt diese gekonnt weiter.
    Das Konzept erschliesst sich allerdings erst bei näherer Betrachtung. Die Darstellung des Lageplanes als Isometrie lässt die räumlichen Qualitäten nicht auf Anhieb erkennen. Erst bei einem vertieften Ein-lesen in die einzelnen Bereiche erschließen sich die innovativen Ansätze der zeitlich, räumlich als auch programmatisch unterschiedlich bespielbaren Matrix. Sie wird gebildet aus einem Netzwerk aus Wegen in Ost-West- wie Nord-Südrichtung, welches innerhalb der städtebaulichen Struktur die zentralen öffentlichen Räume integriert. Dieses ‘connective tissue’ wird gebildet aus Wegen, Flächen, Aufenthaltsbereichen, Grünräumen, Platzräumen, es bettet sich wie selbstverständlich in das städtebauliche Gesamtsystem ein und bildet klare Hierarchien zwischen Haupt- und Nebenachsen sowie einem darüber liegenden, kleinteiligeren Gewebe, das unterschiedliche Differenzierungsgrade an Orientierung und Öffentlichkeit anbietet. Es wirkt unaufgeregt und angenehm und bietet gleichzeitig eine maximale Offenheit und Zugänglichkeit der Räume. Die Arbeit setzt sich sehr präzise mit den doch sehr großen Maßstäblichkeiten des Innovationsparks auseinander und entwickelt einen Ansatz, diese auf ein menschliches Maß herunterzubrechen, ohne die angestrebte Offenheit aufzugeben; im Gegenteil, sie verstärkt sie. Innerhalb des feinmaschigen Wegenetzes schlagen die Verfasser ein breites Spektrum von Nutzungsmöglichkeiten vor, welches von naturbelassenen Feldern über Obst- und Gemüsegärten bis hin zu Feldern zum Anbau energiegewinnender Pflanzen, Sport, Spiel- und Freiraumflächen unterschied-lichster Couleur, Flächen für definierte und spontane Nutzungen sowie naturnahe und wirtschaftlich genutzte Flächen reicht. Darüber liegend schlagen die Verfasser ein Baumraster oder Baumdach aus einheimischen Baumarten vor. An den Plätzen gesellt sich hierzu ein Lichtdach. Der Entwurf liefert ein Toolkit, sozusagen einen Systembaukasten, der sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammensetzt. Ein Katalog aus Materialien, Straucharten und Baumarten lässt mit wenigen sehr naturnahen und ortstypischen Elementen vielfältige Nutzungen zu, die den Freiraum sowohl unterschiedlich gestaltbar als auch bespielbar machen. Der innovative Ansatz liegt hierbei in der so robusten wie flexiblen räumlichen und zeitlichen Komponente, die es erlaubt, den Transformationsprozess an sich verändernde Ausgangslagen, Anforderungen und Randbedingungen anzupassen. Innerhalb dieses Gewebes werden die Quartiersplätze nochmals separat herausgehoben. Die Verfasser reagieren auch hier auf die sehr großen Dimensionen der Plätze, die sie selbst als ‘außergewöhnlich’ bezeichnen und ‘die nicht durch die Dichte vorhandener oder urbaner Strukturen ihren Charakter erhalten, sondern durch eine neuen Typologie.’ Eine Überlagerung von Baumdach, Lichtdach, räumlichen Setzungen von Wasserflächen, Spiel- und Sportflächen sowie Mobiliar definiert einen multifunktionalen Raum hoher Porösität und Permeabilität. Diese Porösität und Permeabilität in der zweiten Dimension setzt sich fort in der Verwendung von hochgradig permeablen Materialien, die eine schnelle Versickerung des Oberflächenwassers ermöglichen. Das subtile Konzept von low tech - high quality setzt sich hier fort. Wenige sensible, subtile Setzungen und Mittel, wohl abgestimmt auf die strukturellen Anforderungen und Voraussetzungen, prägen ebenso wie die vor Ort vorgefundenen Materialien und Arten dieses innovative und vorausschau-ende und gleichzeitig sensible wie unprätentiöse Konzept. Die Arbeit zeichnet aus, dass sie mittels eines behutsamen Umgangs mit wenigen naturnahen Elementen dem Ort eine neue Identität einhaucht. Zurückhaltend, der Natur wie dem Bestand Tribut zollend, generiert sie für Mensch und Tier aneigenbare Räume, die unaufgeregt zum Verweilen einladen und Rückzugsräume für Aufenthalt, Rekreation, Inspiration so wie auch für das Arbeiten im Freien schaffen. Unterschiedlichste Formen der Aneignung der Flächen, ob Grün-, Wasser- oder Platzraum scheinen hier möglich. Der innovative Ansatz liegt in der Flexibilität der sehr dezidiert gewählten, wenigen und naturnahen Mittel, die je nach Bedarf der jetzt zum großen Teil noch nicht definierten Nutzer und EG-Nutzungen adäquat reagieren, aber auch in Zwischenzuständen Lösungen anbieten können, die zur Aktivierung und Aneignung der Flächen einladen.
    Das Konzept erlaubt den Pioniergedanken sowohl in Bepflanzung als auch Bespielung und Programmierung. Dies erfordert sicherlich Kümmerer, bietet aber unzählige Möglichkeiten für den Innovationspark Augsburg, die Flächen für Rekreation als auch Innovation, Meet and Greet sowie Testing und Prototyping zu nutzen und verschiedene Akteure einzubeziehen.


INFO-BOX

Angelegt am 15.11.2019, 12:18
Zuletzt aktualisiert 18.11.2019, 11:20
Beitrags-ID 4-182979
Seitenaufrufe 23

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