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  • DE-86150 Augsburg
  • 10/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-331460)

Gestaltung öffentlicher Freiflächen im Innovationspark Augsburg


  • Anerkennung

    Perspektive Grüne Bänder, © faktorgruen

    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Schedlbauer

    Mitarbeit
    Ricardo Patings, Danilo Meixner

    Preisgeld
    3.333 EUR

    Erläuterungstext
    Die Philosophie
    Im direkten Anschluss an die Universität entsteht in Augsburg ein zukunftsweisender Innovationspark als Campus von Hochschul-, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Unter dem Leitbild „Technologien für Ressourceneffizienz“ werden hier zukunftsfähige Lösungen in den Bereichen Mechatronik, Umwelttechnologie, Automation und Leichtbau gesucht.
    Die dramatische Entwicklung der letzten Jahre in Form von Klimaerwärmung, Umweltzerstörung und Landschaftsverbrauch hat gezeigt, dass die Menschheit lernen muss, mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten, um dauerhaft auf diesem Planeten überdauern zu können. Die Gestaltung der Freianlagen will einen lebendigen Beitrag leisten, um den Blick wieder mehr auf die Natur zu richten, von ihr zu lernen und neue Lösungen für die aktuellen Fragen zu finden.

    „Greenovation“ – Lernen von der Natur
    Unter dem Motto „Greenovation- Lernen von der Natur“ entstehen innovative Freiräume, die dem gesamten Campus seine eigene Identität verleihen und zum Schauen, Nachdenken und Nachahmen anregen.
    Dabei werden auf allen Ebenen die Wirkweisen der Natur von der Molekularstruktur über dem Zellaufbau bis hin zum Aufbau einer Pflanze sichtbar gemacht und in innovative sowie alltagstaugliche Anwendungen umgesetzt.
    Die zentralen Themen und Herausforderungen des Klimawandels sind Hitze, längere Trockenheitsphasen und zunehmende Starkregenereignisse. Von den Pflanzen und hier besonders von den Bäumen können wir lernen, wie sie mit dem Wasserhaushalt umgehen, Schatten spenden und Licht in Energie umwandeln können. Speziell entwickelte „Klimabäume“ thematisieren diese Fähigkeiten und bieten Vorschläge für eine anwendungsbezogene Umsetzung im Rahmen des Innovationsparks. Die Grundstruktur besteht aus einer Holzrahmenkonstruktion als Leichtbauweise, inspiriert durch die Strukturen und Bauweisen aus der Natur. Sie sammeln und speichern Wasser, spenden Schatten sowie Kühle und erzeugen Strom für die verschiedensten Anwendungen und Nutzungen.

    Die Themen und Bereiche
    Die Freiflächen des Innovationspark setzen sich auf den folgenden Teilbereichen zusammen, die sich alle mit verschiedenen Teilaspekten der Natur beschäftigen, neue Gestaltungsansätze ableiten und innovative Anwendungen vorschlagen: Grüne Mitte, Grüne Fugen, Wissenschaftsboulevard, Quartiersplätze.
    Daneben werden Gestaltungsvorschläge für die Bereiche Hangkante/ Campus-Aue sowie für den Eingang Süd getroffen.

    Nutzungskonzept
    Den Freiflächen des Innovationsparks liegt ein differenziertes Nutzungskonzept zugrunde: Der Wissenschaftsboulevard bildet dabei das Rückgrat und die urbane Achse des Parks. Hier herrscht Vernetzung, Austausch, Kommunikation und Begegnung. Die Grüne Mitte bildet den großen Treffpunkt der Nutzer, Anwohner und Bürger der Stadt. Die Mitte ist offen für informelle Nutzung, die Ränder bieten die unterschiedlichsten Betätigungsmöglichkeiten und laden zum Sitzen, Treffen und Verweilen ein. Die grünen Bänder sind dagegen eher ruhig gehalten und bieten Rückzugsräume zur Kontemplation und ruhigen Naturerfahrung. Die 3 Plätze bilden Kontakt- und Begegnungszonen innerhalb der Quartiere. Durch ihren experimentellen und innovativen Charakter sind sie gleichzeitig von öffentlichem Interesse, was klimagerechte Lösungen und Antworten der Zukunft angeht. Sie bilden die grünen Visitenkarten der hier ansässigen Firmen und Institutionen sowie für den gesamten Innovationspark.

    Die Grüne Mitte - das Herzstück des Innovationsparks
    In der Grünen Mitte wird das Motto des Campus-Gedanken unmittelbar erlebbar. Die Grundstruktur bezieht sich auf immer wiederkehrende Organisationsformen und zitiert hierbei in abstrahierter Form die Großaufnahme eines Blattes bzw. dem Verbund von Zellen. Das Flächenlayout setzt sich aus größeren und kleineren Zelleinheiten zusammen, welche ein breites Angebots- und Nutzungsspektrum anbieten. Die Mitte bleibt dabei frei von Einbauten und bildet eine weite grüne Ruhezone, um welche sich die einzelnen Solitärgebäude gruppieren. Dies wird erreicht, indem die ankommende Wegeverbindung der vorhandenen Brücke in Form einer Rampe nach Norden verschwenkt wird. Eine Treppenanlage in Verbindung mit Sitzstufen führt unmittelbar in die Grüne Mitte. Die Große Wiese steht für eine frei individuelle Nutzung und kann durch topografische Neigungen Retentionsräume für stärkere Regenereignisse aufweisen.
    Ein umlaufender Rahmen aus unterschiedlich großen Zellstrukturen beherbergt verschiedene Pausen- und Freizeitangebote. So sind dort beispielsweise einen Spielplätze, eine Chill-Zone mit Hängematten sowie Sportangebote wie ein Basketballfeld, Beachball oder ein Workout-Bereich Teil des Angebots. Kleinere Zellen bieten in Form der „Denkzellen“ Orte des Treffens und Rückzug für Arbeitstätigkeiten oder Meetings im Grünen. Die Klimabäume gruppieren sich zu Pavillons und sorgen für die erforderliche „Grüne Infrastruktur“ in Form von Schatten, Solarstrom, Klimatisierung, Wassermanagement und Sensibilisierung der Besucher.
    Großzügige Sitzstufen verknüpfen die Grüne Mitte mit dem Grünraum der Universität. Sie nutzen die Topografie der Hangkante und können als Theater sowie Freilichtbühne genutzt werden. Flankierende Wegeverbindungen vernetzen den Innovationspark mit dem Sportpark der Universität.

    Die Grünen Bänder - Naturerlebnis und ökologischer Ausgleich
    Die beiden Ost-West-orientierten grünen Bänder bilden jeweils ein Pendant zur grünen Mitte und nehmen die Formensprache der Zellstrukturen wieder auf. Im Gegensatz zur Grünen Mitte sind die Angebote und Inhalte eher naturnah gehalten und bieten Möglichkeiten der Naturerfahrung in Form von Lesesteinhaufen, Totholzstrukturen und Blumenwiesen. Einzelne kleine Spiel-Naturerlebnispunkte ergänzen das Angebot und laden zu einem kurzweiligen Pausenaufenthalt ein. Die Flächen in den Randbereichen dienen der Reinigung, Rückhaltung sowie Versickerung des Regenwassers und schaffen ökologische Ausgleichsflächen zur Ansiedlung von Insekten, Vögeln und Reptilien.

    Der „Wissenschaftsboulevard“ - die DNS des Innovationsparks
    Die Nord-Süd-Wegeachse als wichtige Verbindung zwischen den Instituten und Quartieren wird als urban geprägte städtebauliche Wegeachse ausgebildet. Sie bildet sozusagen die DNS des Innovationsparks. Die Grün- und Wegegestaltung greift die X-/ Y- Form der Chromosomen auf, in welchen sämtliche Erbinformationen in Form der DNS gespeichert. Vergleichbar mit einer Gen-Datenbank finden wir eine reiche Pflanzauswahl der Wiesen- und Ackerflur wie Gräser, Wildkräuter und Nutzformen. Auch die Auswahl der Bäume spiegeln zum Teil die Arten der Feldflur wieder.
    Gleichzeitig weisen die Beläge aufgrund des hohen Fugenanteils eine hohe Wasserdurchlässigkeit auf und können das Wasser an Ort und Stelle versickern. Das überschüssige Wasser kann in Form von unterirdischen Zisternen gespeichert und zum Beregnen/ Bewässern genutzt werden. Dies erfolgt natürlich voll automatisiert, wobei der Strom wiederum durch die „Klimabäume“ geliefert wird, die genau dann Strom erzeugen wenn dieser zum Gießen benötigt wird. Lange Bänke laden als Kommunikationsorte zum Sitzen und Treffen ein. Das Gestaltungsprinzip verfügt über ein hohes Maß an Flexibilität und kann so an die aktuellen Grundrisse der angrenzenden Gebäude mit Eingängen, Terrassen und Flächen für Außengastronomie angepasst werden.

    Die Quartiersplätze – „Grüne Visionen“
    Die Gestaltung der drei Quartiersplätze steht unter dem Motto „Grüne Visionen“. Hier werden, abgeleitet von der Natur, konkrete Lösungen für eine zukunftsweisende Platzgestaltung präsentiert, welche sich die Phänomene der Natur zu Eigen macht und Antworten auf die geänderte klimatische Situation unserer Städte bieten. Wie durch eine Lupe werden Wirkmechanismen der Pflanzen untersucht und in technisch unterstützte Anwendungen umgesetzt. Gleichzeitig thematisieren sie die unterschiedlichen Materialien und Elemente der Natur. So beschäftigen sich ein Platz mit dem Thema Boden und Wasser, ein anderer mit dem Thema Bäume und ein dritter mit Licht und Energie.

    Boden und Wasser – „Die Oase“
    Ausgangsbild ist das geometrisierte Bild einer Zellstruktur, die schollenartig die Erscheinung eines trockenen Erdbodens repräsentiert. Durch das Hinzukommen von Wasser entsteht im zentralen Platzraum ein üppiges charaktervolles Grün und Leben inmitten des Technologieparks. Das Wasser wird gesammelt, in unterirdischen Reservoirs gespeichert und steht zur Klimaverbesserung sowie zum Wässern der Bäume und Pflanzen zur Verfügung. Über Schilfflächen wird das Wasser gereinigt und trägt in Form von Tropfdüsen sowie Fontänen zur Verbesserung des Kleinklimas bei. Der „Klimabaum“ tritt hier in Form eines berankten Schattendaches auf, Tropfdüsen erzeugen im Sommer eine angenehme Frische. Der Platz ist zur Mitte hin leicht vertieft und kann bei Starkregenereignissen zusätzlich angestaut werden. In Verbindung mit den erhöhten Pflanzbeeten entsteht ein geschützter Bereich, der den Lärm der naheliegenden Bundesstraße reduziert. Die „Oase“ schafft einen grün geprägten Platz, der im Sommer eine angenehme Kühle verspricht. Gastronomische Angebote sorgen für eine zusätzliche Aufenthaltsqualität.

    Lernen von den Bäumen – Der „Klimaplatz“
    Eines der Probleme der Klimaveränderung sind zunehmende Starkregenereignisse in Verbindung mit länger anhaltenden Trockenperioden. Der Klimaplatz versucht dafür Antworten für den städtischen Raum zu liefern. Von den Bäumen können wir lernen, wie sie das im Boden gespeicherte Wasser wieder nach oben führen können und in Form von Verdunstung wieder zu Verfügung stellen. Neben der Pflanzung von klimaverträglichen und zukunftsfähigen Stadtbäumen wird ein spezieller „Klimabaum“ als pavillonartige Struktur auf dem Platz entwickelt. Eine trichterförmige Dachkonstruktion ist mit einer speziellen abgestuften Substratschicht ausgestattet, die das Regenwasser sammelt und gereinigt in eine unterirdische Zisterne leitet. Von hier kann es wieder hochgepumpt werden und trägt in Form von feinen Nebeldüsen zur Verbesserung des Kleinklimas bei. Bei entsprechendem Einsatz von Substraten und Kohlefiltern kann der Klimabaum sogar in der Lage sein, Trinkwasser aus Regenwasser zu erzeugen. Der Belag des Platzes erinnert an die Faserstruktur von Holz, welche als Vorbild für die verschiedensten Leichtbauweisen dient. Grüne Bänder gliedern den Platz. Durch ihre kulissenartige Staffelung entsteht beim Hindurchgehen ein grüngesäumtes Gesamtbild. Gleichzeitig sind die Flächen für Pausenaufenthalt und Meetings nutzbar.

    Licht und Energie – Der „solare Platz“
    Der nördliche Platz steht unter dem Thema der solaren Energiegewinnung. Wir lernen hierbei wiederum von den Bäumen. Diese können durch Photosynthese Energie aus Sonnenlicht umwandeln und speichern. Der Klimabaum wird mit Solarpaneelen versehen. Der Strom wird in Batterien gespeichert, die sich im Inneren des Baumstammes befinden. Der Solarstrom kann für die verschiedensten Nutzungen, als Stromversorgung für Laptops bei Meetings, zum Laden von E-Bikes und E-Scootern und zur automatischen Bewässerung der Pflanzflächen genutzt werden. Gleichzeitig bietet der Klimabaum Schatten und schafft so neben der Pflanzung von echten Schattenbäumen für Aufenthaltsqualität. Die Bepflanzung des Platzes erfolgt durch ein lichtes Baumdach mit Gleditschien sowie Licht- und Sonnenstauden wie Sonnenhut und verschiedenen Gräsern.

    Grünraum Hangkante – „Campus-Aue“
    Die Gestaltung des vorhandenen Grünraums der Universität wird in ihrem naturnahen Charakter aufgenommen und nach Süden fortgeführt. Geschwungene Wege stellen die erforderlichen Wegeverbindungen her und stehen im Kontrast zur linearen Zellenstruktur des Innovationsparks. Im Schnittpunkt von Hangkante und Grüner Mitte stellt eine großzügige Sitzstufenanlage in Form von Grünen Terrassen die Verknüpfung der beiden Bereiche her. Ein Holzdeck am Wasser kann als Bühne genutzt werden. Die naturnahe Gestaltung der Aue wird in neuer Interpretation in der Grünen Mitte des Innovationsparks fortgeführt. Das Thema des Hangschichtwassers wird aufgegriffen und analog zum nördlichen Teil ein tragendes Element des gesamten Aueparks. Die Baumauswahl nimmt Bezug auf die nährstoffarmen Böden und besteht vorwiegend aus Kiefern und Eichen. Daneben werden auch hier zukunftsfähige und klimaresistente Arten eingeführt.

    Eingang Süd
    Die südliche Vorfläche ist dem Arten- und Biotopschutz vorbehalten. Eine Gabione sorgt dafür, dass die Flächen nicht betreten werden. Gleichzeitig soll ein markantes Entrée erzeugt werden, dass den Eingang des Innovationsparks inszeniert. Das Motiv der trockenen, artenreichen Magerrasen und Heideflächen wird aufgegriffen und zum Gestaltungsprinzip des südlichen Eingangs weiter entwickelt. In Verlängerung der Gabionenwand wird das Logo des Innovationsparks in mehreren Stäben sichtbar platziert. Der Bereich bleibt wie ein Fenster frei von Baumpflanzungen. Die seitlichen Bereiche können dagegen locker mit Bäumen überstellt sein, ohne die Magerrasenflächen zu sehr zu beschatten. Als Baumarten werden hier wiederum Kiefern und Eichen vorgeschlagen. Das Logo erhält einen Rahmen in Form eines bunten Blumenwiesenteppichs.

    Baumkonzept / Klimabäume
    Die Artenauswahl erfolgt zum einen auf der Grundlage der potentiell natürlichen Vegetation der unterschiedlichen Landschaftsräume. So werden im Bereich der eher nährstoffreichen Hochterrasse Baumarten wie Eiche, Buche, Linde und Bergahorn eingesetzt. Daneben kommen aber auch neue, exotische Bäume aus südlicheren Regionen zum Einsatz, die besser auf die sich verändernden Klimaverhältnissen eingestellt sind und die heimischen Arten unterstützen und begleiten. Die Niederterrasse wird mit den hier typischen Kiefern mit dem Verweis auf die trockenen, mageren Sandböden bepflanzt. Ergänzt wird das Bild durch Eichen und vereinzelt Birken. Auf den Quartiersplätzen werden zusätzlich spezielle, auf das jeweilige Thema des Platzes zugeschnittene Baumarten verwendet, wie z.B. Trauerweiden, Erlen, Flügelnuss, Schnurbaum, Hopfenbuche oder Gleditschien.

    Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
    Es werden ausschließlich heimische und regionale Materialien verwendet. Als Beläge werden Ortbetonflächen und wassergebundene Decken unter Verwendung von örtlichen Kiesen und Sanden verwendet. Dadurch können die Transportwege gering gehalten werden. Das Bild des Betons nimmt die Nagelfluh als heimisches Ausgangsgestein auf. Sämtliche Bänke und Holzdecks werden aus heimischen Hölzern angefertigt. Das Regenwasser wird gesammelt, gereinigt und in unterirdischen Zisternen gespeichert und steht zum Wässern und für klimaverbessernde Wasserspiele zur Verfügung. Das überschüssige Wasser wird versickert. Der Strom für die Wasseranlagen wird vor Ort aus solarer Energie in Form der Klimabäume gewonnen. Bei hoher Sonneinstrahlung steht auch mehr Solarstrom zur Verfügung, dann wenn auch kühlende Elemente in Form von Nebeldüsen und Fontänen benötigt werden. Eine automatische Steuerung sorgt für die ausgewogene Dosierung.

    Beleuchtung
    Die bereits festgelegten Leuchtentypen für die wichtigen Wegeachsen werden übernommen. Daneben kann es für einzelne Platzsituationen zusätzliche Beleuchtungsanlagen und Sonderleuchten geben, die die angestrebte Platzwirkung unterstützen und inszenieren. Die Leuchten erzeugen eine warme, angenehme Lichtstimmung. Die angrenzenden Gebäude tragen durch ihre Lichtführung zur Stärkung und Betonung der Platzkanten bei. Daneben werden die markante „Klimabäume“ sowie die Wasserspiele durch eine akzentuierte Beleuchtung inszeniert. Die Holzdecks können ebenfalls durch Lichtlinien sowie eine Anstrahlung der Bäume hervorgehoben werden. Bei der Auswahl der Leuchten wird auf eine zeitgemäße Bestückung durch LED-Technik geachtet.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Leitidee „Greenovation – Lernen von der Natur“ wird in Form von Zellstrukturen umgesetzt. Dies führt in den Grünräumen zu räumlich interessanten Situationen. Der inhaltliche Anspruch von „Greenovation“ wird gewürdigt, lässt in der Ausführung jedoch noch Fragen offen. Die Grüne Mitte lebt von der zentralen, offenen Fläche mit den nördlich und südlich angelagerten Taschen, denen unterschiedliche Funktionen zugeordnet werden. Der Umbau der Fußgängerbrücke über die B17 mit einem Parkbalkon und Sitzstufen wird positiv bewertet. Die schräg gestellte neue Rampe fügt sich gut in die elegante Wegeführung ein. An der Schnittstelle der Nord-Süd-Achse und der Grünen Mitte ist folgerichtig ein kleiner Platz angeordnet. Die Querung der Forschungsallee mit den beiden Wegeästen ist gut platziert und gelöst. Als Pendant zum westlichen „Parkbalkon“ findet die Grüne Mitte im Osten mit den „Parkterrassen“ und einer Bühne am Fuß der Hangkante einen Abschluss, der vom Preisgericht als starkes Element positiv gewertet wird. Die Stufenlösung ist jedoch nicht barrierefrei. Die Hangkante wird durch begleitende Baumpflanzungen und eine Retentionsfläche gestärkt, was eine schlüssige Weiterentwicklung des Grünzugs der Universität darstellt. Die beiden Quartiersplätze sind relativ stark versiegelt und werden durch teilweise erhöhte Pflanzin-seln strukturiert, wodurch die Nutzung der befestigten Flächen eingeschränkt wird. Die artifiziellen „Klimabäume“ überzeugen weder in ihrer pädagogischen Aussage noch in ihrer Dimension. Die Verwendung von großen Ortbetonplatten in Zellen und Faserstruktur schafft einen hohen Wiedererkennungswert und ist durch die Verwendung von lokalen Materialien ökologisch begründet. Die Entwässerung in eine mittige „Quelle“ bedingt die vollflächige Verlegung ohne offene Fugen, was kritisch gesehen wird. Die Arbeit enthält interessante Teillösungen, kann aber nicht durchgängig überzeugen.