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  • DE-76137 Karlsruhe, DE-76189 Karlsruhe
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-341273)

Neubau von Wohngebäuden im Zanderweg in Karlsruhe


  • 1. Preis | Realisierungsteil

    Perspektive, © h4a Gessert + Randecker Architekten

    Architekten
    h4a Gessert + Randecker Architekten | h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten, Stuttgart (DE), München (DE), Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Gessert , Albrecht Randecker , Andreas Nies

    Mitarbeit
    Leonard Beltramo, Lisa Hirsch

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    35.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser gruppieren jeweils fünf polygonale Baukörper um zwei Wohnhöfe. Die Neubebauung fügt sich in ihrer Höhenstaffelung (drei- bis fünf Geschosse) selbstverständlich in die bestehende Siedlungsstruktur ein und reagiert so an den Rändern auf die Nachbarbebauung. Die Polygone werden geschickt gesetzt, sodass nach außen ruhige und klare Straßenfluchten entstehen.
    Im Inneren entstehen spannungsvolle Blickbeziehungen und Räume. Das Verhältnis zwischen Freiraum und Baukörpern wirkt kompakt, jedoch wohl proportioniert. Die Räume zwischen den Randgebäuden wirken teilweise trotz konischer Form beengt. Die „grüne Fuge“ führt folgerichtig den Karpfenweg Richtung Fritschlach fort und verfügt über eine angemessene Dimension. Die Gebäudezugänge erfolgen hauptsächlich über die Höfe, die dadurch eine Belebung erfahren und Begegnungen ermöglichen. Die beiden Tiefgaragenzufahrten befinden sich – entgegen den Vorgaben der Auslobung – entlang des Zanderweg, was jedoch vom Preisgericht als unkritisch bewertet wird. Eine Einhausung zur Schallminderung sollte geprüft werden.

    Architektur
    Bei den polygonalen Baukörpern handelt es sich lediglich um drei Typologien. Die Architektursprache wirkt angemessen, ruhig und klar strukturiert. Die dezente Farbgebung der Putzfassaden ist angenehm differenziert. Die Eingangsbereiche wirken großzügig und adressbildend, jedoch fehlen nutzerfreundliche Kinderwagen- und Rollatorabstellflächen. Die innenliegenden Treppenhäuser sind qualitätsvoll ausgearbeitet.
    Die Freiraumgestaltung führt die polygonale Gesamtkomposition konsequent fort und wirkt aber teilweise formal. Die den EG-Wohnungen zugeordneten Außenbereiche sind in den Schnittdarstellungen erhöht dargestellt und würden somit ein notwendiges Mindestmaß an Privatsphäre bieten. In Lageplan und Perspektive ist die Geländemodellierung mit den damit verbundenen Treppen- und Rampenanlagen für die Barrierefreiheit nicht eindeutig dargestellt. Hier 9 vermisst das Preisgericht eine klare Aussage zur Zonierung von halböffentlichen und privaten Räumen zum Schutz der EG-Wohnungen. Das Potential der angedeuteten Mittel zur Gestaltung der Höhenversprünge wirkt jedoch durchaus vielversprechend.
    Die Außenflächen sind frei von Nebenanlagen. Vereinzelte Mülleinhausungen entlang der Straßen wirken unterdimensioniert. Die Ausformulierung der TG-Abfahrten als grüne Pergola wirkt angesichts der Immissionskonflikte nicht realistisch. Der Bereich der „grünen Fuge“ ist nicht unterbaut und ermöglicht somit großkronige Bäume mit Erdanschluss. Die Bäume oberhalb der Tiefgaragen und der Erdverbund des zu erhaltenden Baumes sind nicht glaubwürdig dargestellt. Der Versiegelungsgrad der Außenanlagen ist bedingt durch die Feuerwehrflächen verhältnismäßig hoch, hier wäre eine differenzierte Gestaltung der Pflasterflächen wünschenswert.
    Jeder Baukörper verfügt über ein Treppenhaus und ist als drei-fünf Spänner organisiert. Die Grundrisse sind gut zoniert und verfügen größtenteils über mindestens zwei Blickausrichtungen. Die großzügigen Loggien sind an den Außenecken angeordnet und verfügen über eine hohe Freiraumqualität. Der wirtschaftlichen Erschließungstypologie geschuldet haben die Wohnungen ausschließlich innenliegende Bäder.
    Die generierten Flächen und die Anzahl der Wohneinheiten liegen im Durchschnitt und erfüllen die Erwartungen der Auslobung. Insgesamt wird der Entwurf – allein durch die kompakte Bauform und den Wiederholungsfaktor - als wirtschaftlich eingestuft. Eine Optimierung der Installationsführung wäre anzustreben.
    Die Gesamtkomposition hält die vorgegebenen Baufluchten ein. Der Nachweis der Anleiterbarkeit aller Wohnungen durch die Feuerwehr ist im weiteren Projektverlauf zu erbringen. Der zwingend erhaltenswerte Baum wird nachgewiesen, eine realistische Anpassung der Planung ist jedoch unumgänglich.
    Der Entwurf ist als eigenständige Setzung in seiner Durcharbeitung ein wertvoller Wettbewerbsbeitrag.


INFO-BOX

Angelegt am 19.11.2019, 11:41
Zuletzt aktualisiert 21.11.2019, 14:48
Beitrags-ID 4-183175
Seitenaufrufe 233