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  • DE-76137 Karlsruhe, DE-76189 Karlsruhe
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-341273)

Neubau von Wohngebäuden im Zanderweg in Karlsruhe


  • ein 2. Preis | Realisierungsteil

    Lageplan mit Ideenteil, © ASTOC / urbanegestalt

    Architekten
    ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH, Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: urbanegestalt, Köln (DE)

    Preisgeld
    17.500 EUR

    Erläuterungstext
    Mitten in Daxlanden
    Der Zanderweg liegt zwischen dem Ortskern des Stadtteils Daxlanden und der Rheinstrandsiedlung. Während „das alte Fischerdorf“ kleinteilig und eng bebaut ist, besteht die Rheinstrandsiedlung aus unterschiedlichen aufgelockerten und durchgrünten Siedlungsmustern.
    Die Lage ist attraktiv: direkt am Naherholungsgebiet dem alten Rheinarm in der Fritschlach, gut erschlossen durch Bus- und S- Bahnlinien und nicht weit von den wichtigen städtischen Erschließungsachsen Rheinhafenstraße und B36.

    Städtebauliche Transformation
    Die städtebauliche Idee der Bestandsgebäude war zur Entstehungszeit klar und eindeutig. Die kammartige Gesamtanlage bildete zur nördlichen Seite zum Karpfen- und Zanderweg eine städtebauliche Kante und verzahnte sich im Südwesten mit dem weitläufigen Grün im Übergang zur Fritschlach. Mit der weiteren Bebauung der Lindenallee verschwand aber die ursprüngliche Großzügigkeit und die Übergänge erscheinen heute abrupt und unvermittelt.
    Aus der ursprünglichen Randlage ist eine wichtige „Schnittstelle“ geworden, mit der Chance, die sehr unterschiedlichen Nachbarschaften in Beziehung zu setzen und eine eindeutige gemeinsame Identität auszubilden. Durch die „Spiegelung“ kehrt sich dieses Prinzip um und es entsteht eine klare städtebauliche Kontur nach Süden und ein offener Übergang zum Bestand nach Norden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Als neues „Quartier am Zanderplatz“ vermittelt dieser Entwurf zwischen seinen unterschiedlichen Nachbarschaften. In dieser städtebaulichen Setzung gelingen im ersten und zweiten Bauabschnitt eine sinnfällige Aufnahme und Weiterentwicklung der Baustrukturen, indem an den Bestand im Norden anknüpft und eine klare städtebauliche Kontur nach Süden ausbildet wird. Die städtebauliche Setzung überzeugt in ihrer Anschlussfähigkeit, aber auch ihrer Eigenständigkeit und der Höhenentwicklung im Kontext des Bestandes.
    Der Zanderplatz als neue Quartiermitte ist mit der Vielfalt der angebotenen Nutzungen und Gestaltungselemente (wie z.B. Spielplatz, Mobilitätsangebote, soziale Einrichtungen, ergänzende Einrichtungen, wie Café, Pflegeangebote, Hausmeister, bis hin zum Kleinspielfeld in Wohnungsnähe) überinstrumentalisiert und an diesem Standort nicht notwendig. Der Erhalt der Bestandsbäume und der durchgrünte Platz am Übergang der unterschiedlichen Areale stehen schon für eine identitätsbildende Qualität.
    Diskutiert wird im Preisgericht die Setzung des Turmgebäudes in der Mitte des Ensembles und die Öffnung die Öffnung zum südlichen Planungsgebiet. Der Dialog mit den Punktgebäuden im Süden des Areal C ist denkbar. Die städtebauliche Setzung von Realisierungs- und Ideenteil ist sehr schlüssig.
    Es wird eine Grundrisstypologie für alle Wohngebäude aus Zwei – und Dreispännern angeboten, die in der Gestaltung des Wohnungsgemenges noch modular verändert werden kann. Trotz dem Angebot von Zweispännern sind jedoch nur innenliegende Bäder geplant.
    Die einfache Gebäudestruktur wird gestalterisch in einfache Lochfassaden umgesetzt, die nur durch ihre Höhenentwicklung und das einfache Farbkonzept mit unterschiedlichen erdigen Farbtönen variiert werden.
    Es wird bemängelt, dass die Tiefgaragenabfahrt gestalterisch nicht integriert ist. Der Nachweis der notwendigen Stellplätze im ersten Bauabschnitt gelingt nicht.
    Die Größe, die Dimension und die Nutzungsmöglichkeiten der Innenhöfe sind gut gewählt. Mit der sehr pragmatischen Lösung der überdachten Fahrradstellplätze und Abfallcontainer werden die Innenhöfe zum Straßenraum des Zanderwegs abgegrenzt. Das Angebot der Mietergärten im Innenhof wird vom Preisgericht begrüßt. Zum sogenannten Zanderplatz aber wird im Vorbereich der Wohnungen nur ein kleiner Pflanzstreifen ausgebildet, der die Privatheit der Erdgeschosswohnungen wohl kaum zu schützen vermag. Ein Regenwasserkonzept verbindet Zanderplatz und die Innenhöfe und zeigt den Gestaltungsanspruch in den Freiräumen.
    Die Gesamtzahl der Wohnungen für den Teilbereich A erreicht nicht die Zielvorgabe der Ausloberin. Die leichte Verschiebung des Wohnungsgemenges von 4 Zimmer-Wohnungen zu Gunsten von 3 Zimmer-Wohnungen entspricht nicht dem gewünschten Wohnungsmix.
    Die Gebäude im NO, O, SO und NW überschreiten die Bauflucht. Das Turmgebäude im 1.BA. ist mit sieben Geschossen eine neue Setzung im Planungsgebiet, die aber durchaus im Kontext der Nachbarschaften vom Preisgericht positiv bewertet wird.
    Der Entwurf überzeugt durch die selbstverständliche städtebauliche Setzung im Anschluss an den Zanderweg und den stimmigen Übergang zur Valentinstrasse- und Lindenallee. Die großzügige Öffnung zur Valentin- und Agathenstrasse wird mit der geringen Anzahl an Wohnungen erkauft.


INFO-BOX

Angelegt am 19.11.2019, 11:42
Zuletzt aktualisiert 20.11.2019, 10:05
Beitrags-ID 4-183179
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