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  • DE-91052 Erlangen
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-341775)

Neubau Kinderkrippe und Studentenwohnheim am Langemarckplatz in Erlangen


  • 1. Preis

    kein Bild vorhanden
    Modellbauer
    modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Hartmann + Helm Planungsgesellschaft mbH, Weimar (DE)
    Landschaftsarchitekten: freiraumpioniere landschaftsarchitekten, Weimar (DE)

    Preisgeld
    30.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser schlägt als zentralen Platzraum einen multifunktionalen Kommunikations- und Aufenthaltsraum vor, indem der Baumbestand abgesehen von wenigen Entnahmen erhalten wird, das Fahrrad gestärkt und der PKW-Verkehr durch eine Einbahnstraßenregelung reduziert wird. Eine weitere Differenzierung des Platzes wird nicht angeboten. Der vorgelagerte Kiosk / Pavillion am Langemarktplatz und die hohe Konzentration der Fahrradabstellplätze wird nicht positiv beurteilt. Die Konzeption zur Gestasltung des Freiraumes beschränt sich im wesentlichen auf die Erhaltung des Baumbestandes. Auf der Westseite sind einige mehr oder weniger motivierte Ergänzungsbäume zu erkennen. Der Abschnitt zwischen Henke- und Hofmannstraße wird offenbar als Mischverkehrsfläche ausgeschnitten, ohne dass wesentliche Qualitätsgewinne in den einzelnen Bereichen zu erkennen sind. Die Grünfläche im Zentrum des Neubaugrundstücks wäre eine wohltuende Bereicherung im Anschluss an den Platz, wird jedoch unverständlicherweise durch eine Mauer ausgegrenzt

    Die städtebauliche Setzung des Baukörpers für das Studentenwohnheim als 6-geschossiger Hochpunkt an der Hofmannstraße / Langemarkplatz dagegen überzeugt und folgt damit vergleichbaren höheren Eckbebauungen der näheren Umgebung. Das Volumen wird stadtraumwirksam an der südwestlichen Grundstücksgrenze positioniert, wodurch die Freiflächen zur Mensa maximiert werden. Der Abstand des Neubaus zur Mensa ermöglicht einen großzügigen Garten- und Terrassenbereich, der ausschließlich der Mensa zugeordnet ist und einen ungezwungenen Gartenzugang von der geplante Achse der Wissenschaften zum Außenbereich der Mensa ermöglicht. Die Ausbildung der Kinderkrippe als zweiter eingeschossiger Baukörper entlang der Ostgrenze und damit losgelöst vom Studentenwohnheim ist konsequent. Der Zugang Kinderkrippe ist folgerichtig und konfliktfrei auf der Ostseite. Auf der Südostseite wird von der Hofmannstraße ein Nebeneingang mit direkter Anbindung an die Küche / Speisebereich angeboten.

    Die leicht polygonale Ausbildung des Studentenwohnheims wird kontrovers diskutiert. Einerseits werden durch gebrochene Kanten und bewusst gesetzte Fluchten Außenräume sensibel gestärkt, andererseits wirkt die Herkunft der Winkel unbegründet. Dennoch gelingt es dem Verfasser, mit einfachen Mitteln einen Solitär vorzuschlagen, der die öffentlichste Süd-West-Ecke selbstbewusst besetzt und gleichzeitig den privaten Hofbereich zwischen Solitär und Kinderkrippe wohltuend proportioniert. Das vorgeschlagene Verblendmauerwerk als Lochfassade unterstützt die angemessen subtile, keinesfalls simple architektonische Haltung.

    Die Studentenapartments sind als konventioneller Zweibund organisiert, die Proportionen des Individualraumes mit 3,5 x 4 m angenehm. Die Wohngruppen sind nicht gelöst. Der fehlende zweite Rettungsweg für einen Großteil der Zimmer müsste dringend untersucht werden. Die Kompaktheit des 6geschossigen Gebäudes und Massivbauweise lassen eine wirtschaftliche Realisation erwarten.

    Die Kinderkrippe ist eingeschossig organisiert. Gruppenraum, Ruheraum und einzeln zugeordnete Sanitärbereiche bilden eine gut nutzbare Funktionseinheit. Die einzelnen Nutzungseinheiten sollten räumlich trennbar sein. Der derzeit gefangene Wirtschaftsraum sollte im Gebäude integriert und von innen erschlossen sein. Der separate Eingang für die Essensanlieferung in unmittelbarer Nähe der Küche wird positiv gesehen. Lager, Putzraum und Vorratsraum Küche fehlen.

    Der Außenbereich der Kinder westlich der Gruppenräume ist gut natürlich belichtet. Der überdachte Außenspielbereich unterhalb des Studentenwohnheimes ist in der dargestellten Form und Tiefe dunkel und so nicht nutzbar.

    Vorbeugende Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Feuer und Rauch wurden getroffen. Im Studentenwohnheim ist die Eigenrettung über gesicherte unabhängige bauliche Rettungswege nicht gegeben. Ein zweiter Rettungsweg aus den Nutzungseinheiten über Rettungsgeräte der Feuerwehr ist nicht überall möglich. Erforderliche Aufstellflächen für das Hubrettungsfahrzeug der Feuerwehr für das 3.OG -5.OG sind nicht gegeben. Wirksame Löschmaßnahmen können aufgrund der Straßennähe und der Gebäudegeometrie nachgewiesen werden. Die Genehmigungsfähigkeit kann erst mit Darstellung des erforderlichen zweiten Rettungsweges für alle Nutzungseinheiten erarbeitet werden.


INFO-BOX

Angelegt am 19.11.2019, 15:05
Zuletzt aktualisiert 19.11.2019, 16:00
Beitrags-ID 4-183203
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