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  • CH-6312 Steinhausen, DE-78315 Radolfzell am Bodensee
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-360834)

Städtebauliche und gestalterische Neuordnung des "Gleisdreiecks" in Radolfzell


  • 3. Rang


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    sonstige Fachplaner
    gruppe dezentral, München (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: a p d | bauWerke für Menschen, Architekturbüro Patrick Daul, Baden-Baden (DE)
    Landschaftsarchitekten: Hannes Hörr Landschaftsarchitektur, Remseck (DE), Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen eine differenzierte Bebauung bestehend aus fünf aufgelösten Wohnhöfen mit unterschiedlichen Gebäudehöhen vor. Durchzogen wird das neue Quartier in West-Ost-Richtung von einem neu geschaffenen, großzügigen, parkähnlichen Grünbereich. Dieser soll, neben der Steigerung von Aufenthaltsqualität im Quartier, eine mögliche städtebauliche Anbindung an den östlich gelegenen See ermöglichen. Diese räumliche Anbindung wird im Gremium kritisch diskutiert. Zum einen muss der Übergang, über die Bahntrassen ermöglicht werden und zum anderen ist der Anschluss an den See derzeit verbaut. Nur wenn diese Anbindung gelingt, kann eine deutliche Aufwertung des Quartiers durch grünräumliche Vernetzung gelingen.

    Die Wohnhöfe werden konsequent von außen her erschlossen. Somit erreichen die Verfasser ruhige, eher private Innenhöfe, was begrüßt wird, spielt doch der Übergang von öffentlich zu Privat eine ganz wesentliche Rolle. Auch die notwendige Adressbildung wird über dieses Organisationsprinzip geordnet und erleichtert die zukünftige Orientierung im Quartier.

    Die Entscheidung die Baumassen der einzelnen Wohnhöfe in ihren Volumenverteilungen sehr differenziert zu behandeln, weiß nicht zu überzeugen. Zwar wird die Chance der sozialen Durchmischung durch unterschiedliche Gebäudetypologien erkannt und positiv bewertet, aber die bauliche Setzung schafft Zwangspunkte und Engstellen.

    Der Vorschlag durch drei Hochpunkte eine zusätzliche Akzentuierung des Quartiers, auch im Sinne einer Fernwirkung, weiß nur in Teilen zu überzeugen. Kritisch werden hier die zu geringen Abstandsflächen bewertet und auch die Verschattung einiger angrenzender Gebäude durch die Hochpunkte.

    Exemplarisch werden von den Verfassern einige Wohnungstypologien aufgezeigt. Auch diese können nicht wirklich überzeugen. Ein vorgeschlagenes Winkelgebäude als 8-Spänner konzipiert, mit langen, nur unzureichend belichteten Erschließungsfluren, die eher Unbehagen hervorrufen, als einladende Geste wahrgenommen werden. Auch ein Großteil der Wohnungsgrundrisse weist bei diesem Typ deutliche Nachteile auf – sehr tiefe Häuser und einseitige Ausrichtung der Wohnung, fehlende Querlüftungsmöglichkeiten. Ganz anders die vorgeschlagenen Townhäuser. Ihre Struktur verspricht gute Wohnverhältnisse.

    Durch die weit auseinanderliegenden Tiefgaragenzufahrten auf dem Areal, wird ein deutlicher Anteil des Individualverkehrs an den östlichen Quartiersrand gezogen. Dies führt zu erhöhten Belastungen in diesem Bereich. Die Erreichbarkeit der westlichen Gebäude ist nur über lange Wege durch Tiefgaragen gegeben.

    Der Entwurf bewegt sich, betrachtet man seine wirtschaftlichen Kenndaten, im oberen Bereich der Flächenausnutzung. Es handelt sich hier um eine insgesamt gute Arbeit. Der Mehrwert des Entwurfs liegt in der Qualität des gemeinsamen, grünen Innenbereichs als Kommunikationsmittelpunkt für ein lebendiges Gemeinschaftsleben.


INFO-BOX

Angelegt am 26.11.2019, 15:46
Zuletzt aktualisiert 30.11.2019, 10:52
Beitrags-ID 4-183516
Seitenaufrufe 19

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