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  • DE-10178 Berlin, DE-10117 Berlin
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-346283)

Neugestaltung des Hegelplatzes in Berlin Mitte


  • ein 3. Preis

    Lageplan, © bbz landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH) Büroprofil

    Preisgeld
    5.900 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Ziel der Entwurfsverfasser ist es, die Baufluchten des ehemaligen Hegelplatzes als Raumgrenzen im Stadtraum wieder ablesbar zu machen. Dies geschieht, indem die bestehende Baumreihe auf der Ostseite entfernt und parallel zur Flucht des Humboldt-Palais eine neue gesetzt wird. Hierdurch entsteht eine östliche, steinerne Fläche und eine westliche baumüberstandene.
    Als Auftakt für die östliche Fläche verbleibt das Hegeldenkmal an seinem derzeitigen Standort und wird von einer mehrstämmigen Platane gerahmt, die zugleich eine gelungene Fassung der Freifläche vor dem Hufelandhaus mit seinem Antiquariat bildet. Die nach Norden anschließende Fläche wird spielerisch definiert durch ein Fontänenfeld (Wasserspiel). Die Einfügung des Elements Wasser mit seinen Spiel- und Klimapotentialen wird positiv bewertet, auch wenn sich hieraus erhöhte Kosten in Bau und Unterhalt ergeben.
    Bankelemente aus recyceltem Plastik, die im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts hergestellt werden sollen, ergänzen diesen Bereich. Auch dieser Ansatz wird vorwiegend positiv gewertet.
    Der westliche Teil des Platzes ist zweigeteilt und weist entlang der Dorotheenstraße einen attraktiven lockeren Baumhain aus Silberahorn über Tennenbelag auf, während im nördlichen Bereich die bestehende Rasenfläche weiterentwickelt wird. Diese Fläche wird durchschnitten durch einen die Bauhofstraße verlängernden Weg, der auf die HU hinführt, und eine an den derzeitigen Trampelpfad erinnernde Diagonale zur Georgenstraße. Das Scharnier, das sich an dieser Wegegabelung ergibt, ist grundsätzlich nicht falsch platziert, jedoch noch nicht überzeugend gelöst. Die zwischen den beiden Baumreihen verbleibende Rasenfläche ist sehr schmal.
    Im südlichen Teil sind die Spielelemente sinnvoll platziert. Die vorgeschlagenen Silberahorne sind zu überdenken (Bruchanfälligkeit, Größe nicht realistisch dargestellt). Die großflächige Verwendung von wassergebundener Wegedecke ergibt zwar günstige Werte bzgl. der Versiegelung, ist an dieser exponierten Stelle (z.B. wegen des Querverkehrs durch Fahrräder) unangebracht und zu pflegeintensiv.
    Die Arbeit, stellt einen interessanten Beitrag zur Organisation des Gesamtraumes dar, indem sie historische Raumkanten neu interpretiert. Dies erkauft sie sich jedoch zu einem hohen Preis, indem sie durch das „Versetzen“ der östlichen Baumreihe nach Westen die bestehende Grünfläche räumlich deutlich verschmälert.
    Der Kostenrahmen wird wegen des Wasserspiels und der großflächigen Verwendung von Natursteinpflaster erheblich überschritten.