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  • DE-86343 Königsbrunn
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-338601)

Neues "Forum" für die Stadt Königsbrunn


  • 2. Rang Realisierungsteil


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    Architekten
    Schrammel Architekten, Augsburg (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Aalto Architekten, Augsburg (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebaulicher Zusammenhang

    Die städtebauliche Struktur des Betrachungsareals wird schwerpunkmäßig durch das Achsenkreuz Promenade/Hauptstraße mit der Querachse Marktstraße/Forum - Mobilitätsdrehscheibe gebildet.
    Dort verzahnen sich die kommerziellen Nutzungen mit dem Gemeinbedarf, Sport, Freizeit und Kultur.
    Die Königsallee – Raiffeisen-/Egerländerstraße bildet die verkehrliche Querverbindung zwischen West- und Oststadt und zwischen den anliegenden unterschiedlichen Bildungs- und Sportangeboten.
    Die Stellplätze für Pkw und Zufahrten für Anlieferung werden entlang dieser Querverbindung angeordnet und entlasten die Promenade.
    Als Vorfahrt für Taxi und Busse bei Veranstaltungen in der Eishalle bzw. im Bürgersaal dient die Plaza vor dem großen Vordach von Bürgersaal und Eishalle.
    Der Alte Postweg/Siedlerweg als Fuß- und Radweg verbindet die Wohnquartiere der Weststadt untereinander und mit dem Freizeit- und Sportpark West. Die Querung und kurze Verbindung von der großen Parkplatzanlage über Art Village zum Bürgersaal, Eishalle/Vereine und Museen stellt ein weiteres Achsenkreuz innerhalb des Planungsareals dar.

    Die zentrale Parkierungsanlage im Westen dient dem gesamten Besucherverkehr aller Anlagen und Angebote im Forum. Die bisherigen Parkplätze nördlich Mobilitätsdrehscheibe sollen künftig als P+R -Parkplatz genutzt werden. Eine Mehrfachnutzung ausserhalb der Werktage am Wochenende für Besucher der Eishalle ist möglich. Busse sollten nach Ausstieg an der Plaza an dem zentralen Parkplatz einen Verweilstandort finden; dafür und bei starker Frequentierung der Vereinsräume, Amfitheater, Museen oder Ateliers kann der zentrale Platz erweitert und der Wohnmobilplatz weiter nach Westen verlegt werden.
    Besucher der Vereine Für interne Nutzer, wie die Verwaltung und Rotes Kreuz, werden markierte Stellplätze im Keller des Thermen-Bestands angeboten. Für Musikvereinsmitglieder und Andere mit schwerem bzw. feuchtigkeitsempfindlichen Instrument sind Parkplätze vor dem Eingang der Vereine eingerichtet. Nördlich der überdachten Eislauffläche im Freien ist eine begrenzte Zahl Parkplätze für Eishockeyvereinsspieler vorgesehen.

    Das Amfitheater ist als Teil des Grünzuges der vom Sport- und Freizeitpark zum Zentrum führt geplant. Die Tribünenstufen sind als offenporige Steinflächen mit Begrünung angedacht. Die Bühne in der Tiefenlage von ca. – 4,5 m befindet sich unter einem muschelförmigen vom nördlichen Wegrand ansteigenden begrünten Dach. Die Bühnennebenflächen können unterirdisch mit den Kellerräumen der Museen verbunden werden und dort die notwendigen Sozialräume anmieten.

    Die Fläche für das Bad mit Sportbecken, Saunadorf/Gesundheitsangeboten und separatem Kinderbereich wird an der Westtangente-Wertachstraße angeordnet, da er von den Zielgruppen her auch auf Quellorte außerhalb Königsbrunn / Weststadt ausgerichtet sein wird. An der Wertachstrasse können bis über 200 Pkw-Stellplätze angeboten werden. Bei hoher Frequenz dient die zentrale Parkplatzanlage als Überlaufsangebot.


    Die vertikalen Grünstrukturen folgen den Ost-Westgerichteten Wegen, Bauten und den vorhandenen Flurstrukturen. Ein Wechsel von großflächig raumbildenden Gehölzkanten und weiten Wiesenflächen im Westen die variabel von Jedermann bespielt werden können sowie entsprechend klaren Platzstrukturen für den ÖPNV und für den Aufenthalt im Freien oder unter Dach vor den großen Hallen beim Regen im Osten, ist ein Leitthema der Freiraumgestaltung.


    Erläuterungen zu den einzelnen Gebäuden

    Die Konzeption der Gebäude trägt der Erfordernis nach stufenweiser Realisierung Rechnung. Die Konzeption ist so angelegt, dass jede Entwicklungsstufe für sich ein funktionierendes Ganzes bildet.

    Stadthalle:
    Zentrales Element des Entwurfs ist die neue Stadthalle mit der davor liegenden Plaza. Dieser stellt auch eine Aufenthaltsfläche für unterschiedliche Nutzungen, z.B. in der Eishalle. Aus der Innenstadt kommend schiebt sich dem Betrachter ein großes Dach entgegen, als einladende Geste über dem Platzraum. Das auf der Unterseite mit gebrochenen Elementen aus fein reflektierendem Aluminium belegte Dach lässt den Raum hell wirken. Die einzelnen silberfarbenen Elemente brechen das Licht und entmaterialisieren die Decke. Prägendes Element sind monumentale Stützen, die durch ihre vertikale Begrünung bis auf eine Höhe von 6 m ebenfalls entmaterialisiert erscheinen. Dadurch wird der schwebende Effekt des großen Daches nochmals verstärkt.

    Der kubische Baukörper beinhaltet den teilbaren Saal mit den dazugehörigen Nebenflächen. Der Körper des Saals erscheint wie ein großes hölzernes Musikinstrument. Der warme Charakter des Holzes unterstreicht die Nutzung, sorgt für eine hervorragende Akustik und steht im Kontrast zum Eingangsbereich und Foyer. Der Bau erhält eine ausreichende Tagesbelichtung über eine große zweischalige Glasfassade nach Süden sowie Oberlichter an der Nordwand. Somit ist eine gleichmäßige Belichtung sichergestellt. Das östlich gelegene Foyer mit seiner raumhohen Verglasung ist ein Übergangsraum zwischen außen und innen. Das Dach schiebt sich nach innen, der Saalkörper mit seiner Holzverkleidung wirkt nach außen.

    Museen:
    Westlich der Stadthalle befindet sich der Standort für den neuen Museumskomplex. In einem Gebäude finden alle unterschiedlichen Museen Platz. Von einem Eingangsbereich sind über Glasfassaden bereits unterschiedliche Inhalte erlebbar. Vom zentralen Foyer aus werden die einzelnen Abteilungen erreicht. Die Themen können im Containersystem untergebracht werden, die eine zeitlich differenzierte Realisierung begünstigt und dem Sammelcharakter unterstützt.

    Art Village: Pavillons
    Das Art Village ist ein Angebot kreativ zu sein. Es besteht aus einer frei zu bestimmten Anzahl an kubischen Ateliers, Experimentierräumen und maker-spaces, in denen sowohl Künstler arbeiten, als auch öffentliche Aktionen stattfinden können. Raum und Freiraum können gleichermaßen genutzt werden. Die Fläche bietet sich auch für temporäre Nutzung an, nicht alle Pavillons müssen auf eine lange Standzeit hin konzipiert werden. Der work-in- progress Charakter des Art Villages bietet ohne großen baulichen Aufwand das Umfeld, dass Künstlerinnen und Künstler suchen.


    Bestandsgebäude Königstherme:
    Ganz bewusst wurden große Teile der noch vorhandenen Bestandteile der ehemaligen Königstherme wiederverwendet. Gerade für Gemeinschaftsbereiche, das Rote Kreuz und die Musikschule ist die vorhandene noch intakte Baustruktur sehr gut geeignet. So kann zugleich nachhaltig und wirtschaftlich agiert werden. Die neue vorgehängte Fassade erlaubt durch eine gleichmäßige Rasterung ein flexibles Reagieren auf die unterschiedlichen Nutzungen. Sonnenschutzlamellen schaffen eine zweite Schicht, die im Spiel von Licht und Schatten Tiefe gibt.

    Eishalle:
    Die vorhandene Eishalle samt Freisportfläche und Nebengebäuden stellt ein für sich intaktes Volumen dar. Insofern wird auf einen aufwändigen Eingriff in die Fassade verzichtet. Die Optik entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an ein modernes Zentrum. Die optische, und damit primär wahrnehmbare Sichtebene wird auf ein circa 7 m hohes, vor der Fassade freistehendes Gerüst verlagert. So wird der dahinterliegende Körper der Eishalle durch einen homogenen dunklen Farbton in den Hintergrund gerückt. Das Gerüst, das sich zwischen monumentale Lichtstelen spannt kann mit unterschiedlichsten Funktionen belegt sein: es können statische oder bewegte Werbeflächen angebracht, es können Ergebnisse von Kunstaktionen präsentiert werden. Ein Großteil der oberen Felder soll mit flächigem Grün belegt sein, die untere Hälfte ist offen und betont die Tiefe der Struktur. Für die aus der Stadt ankommenden Besucher ergibt sich der Blick auf eine durchgrünte Multi-Media Wand, die durch ihre Flexibilität den Charakter permanent ändern kann. Die Lichtstelen selbst bestehen aus einer gekanteten Reflektorfläche, die von unten angeleuchtet das Licht reflektiert. Der Besucher erlebt eine Lichtkaskade.

    Energiekonzept:
    Auf Nachhaltigkeit wird besonderer Wert gelegt, so sind die neuen Gebäudehüllen energetisch optimiert. Die Dachflächen können extensiv begrünt sein und eine PV-Anlage aufnehmen. In die Versorgungszentralen der Eishalle wird nicht eingegriffen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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