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  • DE-70771 Leinfelden-Echterdingen
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-342080)

Erweiterung und Generalsanierung der Zeppelinschule in Leinfelden-Echterdingen


  • 1. Preis

    wettbewerb_leinfelden_echterdingen_zeppelinschule_perspektive_eingang, © STUDIOSF Simon Fischer & Architekten GmbH

    Architekten
    STUDIO SF Simon Fischer & Architekten GmbH, Mannheim (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Simon Fischer

    Mitarbeit
    Kathrin Jelen, Nicola Violano, Saltuk Solmaz, Kai Kretschmer

    Preisgeld
    27.000 EUR

    Erläuterungstext
    Konsequente städtebauliche Raumbildung - bei respektvoller Ergänzung des Bestandes.

    Der Bestand der Grundschule und der Musikschule wird durch einen schlanken, selbstbewussten Gebäuderiegel ergänzt. Es entsteht ein Gesamt-Ensemble mit einer klaren städtebaulichen Figur. Nach Außen bilden die Schulgebäude einen geschlossenen Blockrand aus, so dass im Inneren ein geschützter Schulhof entsteht. Die Stellung des Neubaus würdigt den Bestand und erlaubt einen Durchgang zwischen dem zentralen Schulhof und dem tiefer liegenden, östlichen Schulgarten, so dass ein insgesamt durchlässiges Schulgelände entsteht. Die Bestandsgebäude werden in Ihrer Struktur erhalten und über einen transparenten Steg mit dem Ergänzungsbau verbunden. Durch die Anordnung der Sporthalle im Untergeschoss wirkt das neue Ensemble angenehm leicht und offen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen mit Ihrer Arbeit vor, die Sporthalle als ersten Bauabschnitt direkt entlang der Brühlstraße zu platzieren. Der neue Erweiterungsbau wird dann in einem zweiten Schritt quer über die Turnhalle, parallel zur Kantstraße erstellt. Dieser Ansatz ermöglicht, das neue Haus für die Schulräume sehr schlank zu halten und so einen großen Teil des Schulhofs zu erhalten. Es entsteht ein klar gefasstes Ensemble, bei dem die einzelnen Bauteile ausreichend Abstand zu einander halten.

    Der Erweiterungsbau ist nur im Untergeschoss mit dem bestehenden Schulhaus verbunden So können der Schulhof und der Freibereich vor der Mensa über eine großzügige Freitreppe verbunden werden.

    Die Schüler betreten die einzelnen Gebäude an verschiedenen Stellen. Dies gewährleistet einerseits kurze Wege zum jeweiligen Schulraum. Andererseits fehlt der Schule ein eindeutiger zentraler Eingang. Die als Hauptzugang definierte Rotunde wird im Schulalltag wohl nur von einem kleineren Teil der Schüler verwendet werden.

    Die Schulklassen selbst werden über großzügige Flure erschlossen, die vielfältige Möglichkeiten zur räumlichen Differenzierung des Unterrichts bieten und so auch die Bespielung als Clustertypus ermöglichen. Gleichzeitig bieten diese einbündigen Erschließungsflächen das Potential, den Pausenhof räumlich in das Gebäude hinein zu erweitern. Negativ werden dabei jedoch die beiden isoliert im Untergeschoss untergebrachten Schulräume bewertet.

    Während die Sporthalle direkt an den Schulerweiterungsbau angebunden ist, kann die Mensa nur über einen unterirdischen Verbindungsgang oder ein Treppenhaus erreicht werden. Sie ist zwar etwas größer, als im Raumprogramm vorgesehen. Eine Erweiterung ist jedoch nur in über die Aufgabe der Räume „Sozialraum“ (über den Flur) oder „Schulkindbetreuung“ (benachbart) möglich.

    Die beiden Räume für Schülerveranstaltung sind an der Nordseite des Bestandsgebäudes untergebracht und lassen sich gut für die Schulkindbetreuung aber auch für außerschulische Veranstaltungen nutzen.

    Die Sporthalle ist für die Vereinsnutzung über einen leicht auffindbareren, separaten Zugang erschlossen. Sie wird über zwei Oberlichter jeweils an den Stirnseiten natürlich belichtet, was eine eher ungleichmäßige Belichtung erwarten lässt.

    Architektonisch formuliert der Erweiterungsbau das Bild eines Holzhauses auf einer massiven Basis und nimmt so das Sockelthema der Bestandsbauten auf. Die Gestaltung der holzverkleideten Fassaden formuliert dabei eine typologisch glaubwürdige Interpretation eines Hauses für Kinder.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen sehr guten Beitrag dar. Besonders überzeugen können dabei die Eleganz der Proportionen des Erweiterungsbaus, die logische Verbindung der großzügigen Außenflächen und die räumliche Qualität und gute Nutzbarkeit der Erschließungsflächen für unterschiedlichste Unterrichtsformen.