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  • DE-33334 Gütersloh
  • 11/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-330983)

Ergänzender Neubau am Kreishaus Gütersloh


  • 3. Preis


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    Architekten
    Heitmann Architekten, Gütersloh (DE)

    Verfasser
    Raimund Heitmann

    In Zusammenarbeit mit:
    Modellbauer: Modellwerkstatt Mijalski + Nasarian GmbH, Dortmund (DE)
    Bauphysiker: IPJ Ingenieurbüro P. Jung GmbH, Köln (DE), Wien (AT)

    Preisgeld
    18.000 EUR

    Erläuterungstext
    Ziel des Gebäudekonzeptes ist es, durch die Gliederung des Volumens in kleinere Baukörper, einen fließenden Übergang zwischen den bestehenden Strukturen und dem angrenzenden Wohngebiet zu schaffen. Außerdem wird durch die Vor- und Rücksprünge nicht nur ein abwechslungsreicher Außenraum gestaltet, sondern auch eine klare Adressbildung und Orientierung für die unterschiedlichen Nutzer ermöglicht.
    Gleichzeitig soll durch gezielt platzierte Begegnungsflächen und begrünte Atrien im Gebäudeinneren die Atmosphäre für die hilfesuchenden Besucher aufgelockert werden. Ein entspannter Austausch mit den Mitarbeitern wird somit durch die Architektur unterstützt.
    Die Anpassungsfähigkeit des neuen Verwaltungsgebäudes wird durch schwellenlose Übergänge der einzelnen Kuben, aber auch durch wechselnde Bundbreiten geschaffen. Dies ermöglicht flexible Erweiterung und Abtrennbarkeit der Abteilungen sowie unterschiedliche Bürogrößen in Zukunft.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit ist ein guter Beitrag zur Lösung der Wettbewerbsaufgabe. Sie überzeugt durch eine eigenständige Haltung sowohl gegenüber dem Umfeld sowie in ihrer architektonischen Ausgestaltung.
    Der Entwurf zeichnet sich durch das Spiel von drei Kuben, die als Hofgebäude ausgestaltet sind und einen gemeinsamen harmonischen Baukörper ergeben, aus. Zudem ergibt sich eine klare Adressbildung und Orientierung für die unterschiedlichen Nutzergruppen.
    Der Entwurf besticht insbesondere durch eine hochwertige Gestaltung der Platzsituation und des Zugangs, auf den durch die Achse der Herzebrocker Straße sowohl der Fuß- und Radverkehr sowie der MIV direkt geführt wird.
    Die gewählte Kubatur fügt sich gut ins heterogene Umfeld aus Wohnen und Verwaltungsgebäuden ein und zeigt dennoch als viergeschossiger Baukörper eine klare Haltung. Durch das Spiel mit den Höhen nimmt das Gebäude zum Westen hin an Masse ab und bildet einen guten Übergang zur künftigen Nachbarschaft. Die Viergeschossigkeit wird im Preisgericht kontrovers diskutiert.
    Das gewählte Fassadenmaterial lehnt sich an das bestehende Kreishaus an, wirkt jedoch aufgrund der gewählten Ausgestaltung als eigenständige Lösung. Hier wäre es wünschenswert, der sehr gleichmäßigen horizontal angelegten Aufteilung etwas Spannung und Lebendigkeit zu geben. Mehr Mut in der Fassadengestaltung und Materialwahl würden den guten Entwurfsgedanken unterstützen. Das Fassadenraster ist mit 1,65 m großzügig gewählt, sodass die Basis für eine gelungene Grundrissstruktur gegeben ist.
    Die Fahrradabstellanlagen sind den Eingängen direkt zugeordnet. Auch findet dieser Entwurf eine Lösung, das notwendige Parken in unmittelbaren Vorzonen zu realisieren. Die Erweiterungsoptionen sind nach Norden gegeben.
    Die Entwurfsverfasser haben konsequent beim Entwurf der Grundrissstruktur die Wünsche des Auslobers umgesetzt. Somit kann der Bereich des Jobcenters sowie des Jugendamtes getrennt voneinander bespielt werden und autark funktionieren. Der Bereich des Front-Office ist als ein mit Tageslicht belichtetes Foyer geplant, dass eine helle und freundliche Atmosphäre schafft. Hier wird die Umsetzung des Brandschutzes mit einem entsprechend hohen Aufwand verbunden sein.
    Die Bundbreiten der drei Kuben sind so gewählt, dass sie zu erweitern und abzutrennen oder umzuorganisieren sind. Damit wird eine flexible und somit nachhaltige Gebäudestruktur geschaffen. Begegnungsbereiche für die Mitarbeiter wurden mitgedacht und an strategisch sinnvollen Stellen untergebracht. Die Positionierung der Flucht- und Treppenhäuser erfolgte sinnvoll im Grundrissablauf.
    Die ermittelten Kosten bleiben im Rahmen der Wettbewerbsvorgabe. Die Kosten liegen im mittleren Bereich, aufgrund der gewählten Konstruktion ist mit Kostensteigerung zu rechnen. Die Anforderungen an die Bauweise und Gebäudetechnik werden erfüllt. Mit Photovoltaik und Geothermie wird dem nachhaltigen Gedanken des Auslobers Rechnung getragen und werden die gewünschten ökologischen Rahmenbedingungen geschaffen.


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