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  • DE-53637 Königswinter
  • 05/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-9920)

Neuordnung Drachenfelsstraße Königswinter


  • 1. Rang

    Perspektive Treppenanlage

    Architekten
    Konrath und Wennemar Architekten Ingenieure, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Private Bauherren: UCIM Unternehmensconsulting und Hochtief AG, Düsseldorf (DE)

    Erläuterungstext
    Im Rahmen der Gesamtperspektive Königswinter soll der Bereich Drachenfelsstrasse / Winzerstrasse / Talstation Drachenfelsbahn städtebaulich neu geordnet werden, und die entstehenden öffentlichen Räume neu definiert werden.

    Dabei liegt ein Schwerpunkt der Aufgabenstellung in der Gestaltung der geplanten Bahnüberführung im Bereich der Drachenfelsstrasse, in der zukünftig die Fuß- und Radwege planfrei unterhalb des Gleisbettes und der parallel verlaufenden neu entstehenden Wilhelmstrasse geführt werden.

    Dieser Bereich ist Bestandteil eines Weges, der beginnend vom Rheinufer über die Drachenfelsstrasse und den Eselsweg bis zum Drachenfels führt.


    Am Beginn des Wegs das Ziel vor Augen – der Drachenfels

    Das Erleben dieses Weges ist die Grundlage unseres Entwurfsansatzes. Wie in den Fels geschnitten zeigt sich der Fußgängerweg unterhalb der Gleise mit seiner anschließenden Treppenanlage hinauf zum neu entstehenden Drachenfelsplatz. Die mit Naturstein belegten Wege, Stufen und Seitenwände erinnern in ihrer Materialität an den Drachenfels und spannen so den Bogen zum Ziel des Weges – dem Drachenfels.

    Die Treppenanlage mündet in den neu entstehenden Drachenfelsplatz – ein Felsplateau, das vom Niveau der ankommenden Winzerstrasse in gleicher Höhe in Richtung Rhein die Gleisanlagen überragt und den Blick zum Rhein freigibt. Der Platz liegt ca. 2m oberhalb der Gleisanlage, und wird so über die störenden Einflüsse der Gleisanlage und der parallel geführten Wilhelmstrasse hinweggehoben. Die hier erforderlich Brüstung zur Gleisanlage wird gläsern ausgeführt, so dass die schützende Wirkung des Niveausprunges noch unterstützt wird ohne die Blickbeziehungen in beiden Richtungen zu stören.

    Für behinderte Menschen sowie Kinderwagen und Fahrräder wird in die Treppenanlage entsprechend der Vorgabe des Auslobers eine Rampe integriert. Der ursprünglich vorgesehene Glasaufzug entfällt daher. Aufgrund der erforderlichen Rampenlänge sehen wir diese Lösung jedoch kritisch, und empfehlen weiterhin die Einrichtung eines Aufzuges anstatt der Rampe.

    Im Bereich des Treppenaufganges sind bewusst keine Einzelhandelsflächen angeordnet. Dieser Bereich wirkt bereits durch seine klare Gestaltung attraktiv und einladend. Kioske mit den üblichen Randerscheinungen wie Werbeaufstellern oder Leerständen von Ladenlokalen etc. würden die Situation deutlich verschlechtern. Viel geeigneter und wesentlich attraktiver für den Einzelhandel sind die Flächen im Bereich des Drachenfelsplatzes mit dem weitläufigen Blick zum Rhein und hinauf ins Siebengebirge.

    Vom Drachenfelsplatz gelangt der Besucher rechter Hand über die sanft ansteigende Drachenfelsstrasse zur Talstation der Drachenfelsbahn und dem beginnenden Eselsweg.

    Zur anderen Seite führt vom Drachenfelsplatz die Winzerstrasse bis zum Kunstforum, das als alternatives Wegeziel in der Stadtgestaltung berücksichtigt wird.


    Bebauung

    Alle geplanten Bebauungen sind mit Satteldach geplant, und fügen sich so nahtlos in das Innenstadtgefüge ein. Die Fassaden reagieren in Maßstäblichkeit, Material- und Farbgebung auf die vorhandene Situation.

    Der auf dem ehemaligen Rheingoldgelände entstehende Baukörper steht im EG zum Drachenfelsplatz für Einzelhandelsnutzungen und Kleinhandwerk zur Verfügung. Im EG zur Drachenfelsstrasse sowie in den Obergeschossen ist ein Seniorenzentrum mit 72 Plätzen geplant.

    Die umfangreichste Baumaßnahme entsteht auf dem ehemaligen Bobby-Gelände. Hier ist im Innenbereich des EG ein Vollsortimenter mit Zugang von der Winzerstrasse geplant. Entlang des Drachenfelsplatzes und der übrigen Winzerstrasse werden kleinteiligere Einzelhandelsflächen zur Belebung der städtischen Raumes integriert. Insbesondere zum Drachenfelsplatz ist die Anordnung von Aussengastronomie vorgesehen.

    In den Obergeschossen des Bobbygeländes sind betreute Wohnungen in unterschiedlichen Größen geplant. Hier werden Synergien in der Betreibung mit dem Seniorenzentrum auf dem ehemaligen Rheingoldgelände genutzt.

    Auf dem Kopfbaugelände sind weitere Flächen für Einzelhandel und Kleinhandwerk vorgesehen, Büros und Praxen im Obergeschoss. Diesem Gebäude kommt in der weiteren Ausarbeitung besondere Bedeutung zu, da es in der neuen städtebaulichen Geometrie eine zentrale Rolle am Kopf des Drachenfelsplatzes spielen wird.


    Erschließung / ruhender Verkehr

    Die Anordnung eines oberirdischen Parkgeländes halten wir für räumlich sehr nachteilig, da der städtebauliche Zusammenhang durch fehlende oberirdische Bebauung verloren geht. In der Machbarkeitsstudie wirkt das Kunstforum daher isoliert und abgekoppelt.

    In Ausnutzung des vorhandenen Niveauunterschiedes wird daher unterhalb der Bebauung Bobbygelände eine Garagenebene mit ca. 135 Stellplätzen geschaffen. Die Garagenebene ist zum Gleisgelände vollständig natürlich belichtet und belüftet und kann ebenerdig angefahren werden. Die neue Verbindungsstrasse zwischen „Am Palastweiher“ und „Winzerstrasse“ muss zu diesem Zweck zweispurig befahrbar sein, um die Garage auch von der Winzerstrasse kommend erreichen zu können.
    Die Garagenebene dient sowohl zur Aufnahme der erforderlichen Stellplätze für die Neubebauung, als auch als öffentliche Tiefgarage. In die Fußgängerunterführung ist eine direkte ebenerdige Verbindung vorgesehen. Als Option ist eine weitere Parkebene in E-2 möglich, ebenfalls direkt an die Fußgängerunterführung angebunden, die als Angebot für Besucher der Stadt zur Verfügung steht.

    Die Bebauung Rheingoldgelände wir entsprechend dem vorhandenen Verkehrskonzept über die Strasse „In der Gais“ erschlossen. Neben der Anlieferung befindet sich hier auch die Zufahrt zu 33 Stellplätzen in der Tiefgarage.

    Der Drachenfelsplatz selbst wird für den Privatverkehr gesperrt. Für Müll- und Rettungsfahrzeuge sowie Anlieferverkehr zu vorgegebenen Zeiten stehen Bewegungsflächen zur Verfügung. Sie werden unauffällig niveaugleich zum Platz gepflastert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.