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  • DE-72070 Tübingen, DE-72074 Tübingen
  • 12/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-348168)

Quartiersentwicklung Strütle/Weiher in Pfrondorf


  • 3. Preis

    Perspektive Quartiersplatz, © Eble Messerschmidt Partner Architekten und Stadtplaner

    Stadtplaner
    Eble Messerschmidt Partner Architekten und Stadtplaner PartGmbB, Tübingen (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Joachim Eble , Rolf Messerschmidt

    Mitarbeit
    Oliver Lambrecht, Daniel Prinz, Marcelo Rivera Leyton, Lea Wenzel, Imke Gräff, Stephan Lettinger

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Ramboll Studio Dreiseitl, Überlingen (DE), Singapur (SG), Beijing (CN), Hamburg (DE)
    Bauphysiker, Energieplaner: ee concept gmbh, Darmstadt (DE), Berlin (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit verbindet die bestehenden Wege Pfrondorfers geschickt mit der neuen Erschließungsund Wegestruktur. Die Verfasser gehen hierbei flächensparend mit dem Baugrund um und entscheiden sich für wenige aber richtig gesetzte Freiräume. Die mittige Grünstruktur wird begleitet von einer rhythmisch gesetzten verdichteten Bebauung, die interne Fläche für urban Gardening ist dem Pflegeheim zugeordnet, die Retentionsfläche nimmt einige der bestehenden Bäume auf und eine Spielwiese öffnet sich angenehm bescheiden zu den westlichen Feldern an denen richtiger Weise weitere Mehrfamilienhäuser liegen. Demgegenüber ist die östliche Ausschleifung des Grünzugs über den ‚Platz’ und die Parkplatzfläche weniger geglückt.

    Die Entscheidung, den Freiräumen i.d.R. dichtere Wohnbebauungen zuzuordnen und die Einfamilienhaustypologien tendenziell im inneren südlichen Bereich anzuordnen wird von der Jury begrüßt. Positiv ist auch, dass der interne Quartieranger der auf der Kuppel liegt von der höheren Bebauung betont wird. Dem Wohnhaus am östlichen Ende für eine Wohngruppe wird hierbei eine besondere Position eingeräumt. Kontrovers wird die Vielzahl der winkelförmigen Bauten diskutiert, die das gewählte Wegenetz kompromisslos nachzeichnen. Auch wenn die einen die spitzen Gebäudeenden beklagen und den anderen die Schrägen am Quartiersanger unangenehm auffallen zeigen diese schiefwinkeligen Baukörper ein Problem der Arbeit.

    Die Straße zwischen Gewerbe- und Mischgebiet wird angenehm gegliedert, wird so aber für größere LKWs schwieriger zu befahren sein. Damit wird die grafisch sympathische Platzfläche in Realität einem reinen Verkehrsraum weichen müssen. Die Vorstellungen der Baukörper im Gewebegebiet sind zwar angenehm fraglich ist jedoch ob diese in der Vielzahl zu realisieren sein werden.
    Das Gebiet wird über einen Ring erschlossen, wobei der Weiherweg mit einbezogen wird ebenso wie der im östlichen Bereich gelegene Quartiersplatz. Hier wird diskutiert, dass die Überfahrbarkeit nur für den Bus und für Versorgungsfahrzeuge sein sollte. Allerdings ist die Anfahrbarkeit mit dem privaten Auto für die Überlebensfähigkeit des Cafés und des Dorfladens, zwingend notwendig und wird zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führen, auch da die Lage im Gesamtwegesystem von Pfrondorf nicht sofort einsichtig ist. Positiv ist das System aus Wegen mit kleineren Platzaufweitungen,

    Die Stellplätze werden dezentral in Tiefgaragen in den einzelnen Baufeldern untergebracht. Schade ist, dass hierbei einige der Rampen wertvolle Südfassaden besetzen. Die Struktur ist in einen kompakten nördlichen und in einen weniger kompakten südlichen Teil aufgegliedert. Dies wird in einem ausführlichen Energiekonzept gut aufgegriffen. Die Nahwärmekonzeption ist plausibel und zielgerichtet. Die weniger kompakten Einfamilienhäuser sind in Dichte und Typologie (Kettenhäuser) energetisch eher ungünstig.

    Die Geschoßflächen sind durchschnittlich, die im Gewerbegebiet unterdurchschnittlich im Vergleich zu den anderen Arbeiten.

    Insgesamt kann die Arbeit aufgrund der sparsamen und im Großen und Ganzen gut gesetzten Grünstruktur und des gut vernetzten Wegesystems überzeugen. Allerdings führt die Entscheidung
    dieses sklavisch mit Baukörpern nachzuzeichnen zu unguten Baukörperkonfigurationen.