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  • DE-39104 Magdeburg
  • 09/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-333743)

Neugestaltung des Platz-Ensembles "Alter Markt" in Magdeburg


  • 2. Rundgang

    © Lützow7

    Landschaftsarchitekten
    Lützow 7 Müller Wehberg Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Alter Markt - neugedacht-

    1. Stadträumlicher Kontext
    Der Aufruf „Alter Markt – neudenken“ bietet die einmalige Chance, den historischen Kontext zu würdigen und durch einen aktuellen und zukünftigen Gestaltansatz transformatorisch in das 21.Jahrhundert zu übertragen. Hierbei ist jedes Gebäude, denkmalgeschützt oder nicht, sowie der Freiraum ein Zeitzeuge aus jeder Epoche, die aus dem Bestand heraus eine informative Geschichte in der Vielfalt als Ganzes erzählen.

    2. Platz-Ensemble
    Den Mittelpunkt der Altstadt prägt im Stadtbild der „Alte Markt“ mit seinem ältesten Gebäude, dem Alten Rathaus, das an der nordöstlichen Ecke einen Biergarten mit einer Solitärpflanzung (Gleditsia triacanthos) zum Verweilen anbietet.
    Direkt anschließend folgt in unmittelbarer Nachbarschaft und Sichtbeziehung zum Rathaus nördlich der Platzraum Bei der Hauptwache und bietet unter Würdigung des Otto-von-Guericke-Denkmals sowie dem Erhalt des Baumbestandes (Aktion „Mein Baum für Magdeburg“) Angebote zum Verweilen und Beobachten. Ost-West flankierend sind Fahrradstellplätze angeordnet.

    Im Südosten wird der Martin-Luther -Platz unter Erhalt des Linden-Baumbestandes neu für den Ort akzentuiert. Als Auftakt wird in diesem Bereich ein weiterer Solitärbaum (Gleditsia triacanthos) gepflanzt und die Platzanlage als ein grünes Pendant (RasenCarrée) mit breiter Rahmung als langes Sitzmodul (h 45 cm) mit integriertem Wasserspiel (Intervalle) Richtung Gasse und Rathaus zum Aufenthalt und Kontemplation gesehen.
    Die nordwestlich bereits vorhandene schmale Wegeführung zum Gewölbekeller in der Buttergasse wird durch schmalkronige Baumhochstämme (Carpinus betulus Fastigiata) als Akzentuierung der Gasse mit einem besonderen Plattenband als Läufer geführt. Der Standort der vorhandenen Eiche in der Buttergasse selbst ist durch eine vegetative behutsame Arrondierung plus Sitzstufe mit Blick auf den Alten Markt ergänzt.
    Der im Platz-Raumkontinuum zentral gelegene Alte Markt mit westlicher Anbindung bildet Dreh- und Angelpunkt des Platzensembles mit Auftakt an der Baumpromenade Breiter Weg mit Steinbank vis à vis von Karstadt. Hier bildet eine neue Baumreihe (Malus tschonoskii) mit dem neu akzentuierten Standort für den Eulenspiegel-Brunnen am westlichen Eingang im direkten Kontext zum nördlichen Gebäudeensemble den westlichen Auftakt des Platzensembles.
    Dieser Standort ist auch der wichtigste Starter für das Marktgeschehen bzw. Weihnachtsmarkt etc.
    Direkt im Übergang zum Platzraum des Alten Markt ist hier als Auftakt auf nördlicher Seite ein weiterer Solitärbaum Hochstamm (Gleditsia triacanthos) als Treff- und Orientierungspunkt vorgeschlagen. Die südlich flankierende Baumreihe von Hochstämmen (Malus tschonoskii) wird als fixe Pflanzung weitergeführt und bildet als „transparent grüne Raumkante / Linie“ eine Zonierung zu den Café- Geschäftsvorflächen zur Platzinnenfläche sowie zur Sicht-Flanierachse auf die Landmarke der Johanneskirche aus.
    Im nördlichen Bereich wird der gegenüberliegende Platzrahmen durch mobile Großtöpfe mit schirmförmiger Gehölzpflanzung als Akzentuierung der Café- Geschäftsvorflächen zur offenen Platzfläche hin thematisiert. Die multifunktionale offen gehaltene Platzfläche ist durch das imposante Kunstwerk des Magdeburger Reiters charakterisiert und lässt von allen Stand- und Sichtpunkten den Blick auf das signifikante Rathaus zu. Des Weiteren sind auf dem Platz die Bodenintarsien wie die Stolpersteine, die Wappen und die Roland-Platte mit angemessenem Umfeld beibehalten.
    Die Möblierung und Ausstattung der drei Plätze verhält sich dem historischen Ort und den Nutzungsansprüchen entsprechend zurückhaltend. Bei der Hauptwache, zwei Steinbänke, den dortigen Baumhain an zwei Seiten einfassend, an der Straße Breiter Weg den westlichen Zugang mit einer Steinbank zum Platzensemble markierend sowie die bildhauerisch, skulptural ausgebildete „Brunnensteinbank“ am Markt Martin-Luther-Platz bieten neben dem reichen Angebot an geschäftsbezogenen und frei verfügbaren Mobiliar im Bereich der Vorflächen attraktive Verweilmöglichkeiten an. Papierkörbe und notwendige Marktinfrastrukturobjekte werden innerhalb der linearen Baum- Topfpflanzungen integrativ vorgeschlagen.

    3. Angebote und Optionen
    Die Beleuchtung erfolgt atmosphärisch unter besonderer Berücksichtigung einer pointierten Beleuchtung der die Plätze rahmenden Fassaden und Solitärbäume. Die Beleuchtung der Platzensemble selbst erfolgt durch einfache, zurückhaltende Mastleuchten (Lichtsäule zft 440 von we-ef) deren Standorte im Platzraum integrativ positioniert sind. Eine situative Programmierung des Lichtstromes und der Leuchtenleistung, mit integriertem Dimmer und eine Stromversorgung für externe Anschlüsse im Mast ist vorgesehen. Als Leuchtmittel wird LED mit einer warmen Farbtemperatur vorgeschlagen. Die Denkmale und Skulpturen werden durch Bodenscheinwerfer akzentuiert, in die Bänke sind Lichtleisten integriert, Solitärbäume und das Baumdach an der Hauptwache erhalten Bodenstrahler.

    Die Materialität des Platzensembles entwickelt sich aus dem Ort heraus, Passepartouts von Steinsetzungen (Natursteinplatten) in unterschiedlicher Breite und Größe unterstreichen und stärken den individuellen Charakter der Plätze zueinander. Für die Inletts der Platzmitte werden robuste Pflasterungen in Reihe (Naturgroßsteinpflaster), für die geometrisch heterogenen Randbereiche des Ensembles eine richtungslose robuste Pflasterung (Naturgroßsteinpflaster) im Fischgrätverband vorgeschlagen. Die Bauweise erfolgt unter Berücksichtigung der vorgesehenen Nutzungen in gebundener Bauweise, um ein nachhaltig langlebiges Erscheinungsbild der Gesamtanlage zu gewährleisten.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.