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  • 3. Preis

    Entwurf Freianlagen, © r+b landschaft s architektur

    Landschaftsarchitekten
    r+b landschaft s architektur, Dresden (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: ahrens & grabenhorst architekten stadtplaner BDA, Hannover (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Entwurfsverfasser schlagen eine orthogonale Anordnung der Gebäude mit unterschiedlichen Höhendimensionen vor. Der 7-geschossige Hochpunkt an der nordwestlichen Grundstücksgrenze ist richtig angeordnet und dimensioniert. Das gesamte Gebäudeensemble ist gekennzeichnet von einem abwechslungsreichen Höhenspiel.
    Eine große Bedeutung kommt dem mittig angeordneten verglasten Ausstellungspavillon zu.
    Zu kritisieren ist in diesem Zusammenhang die unklare Erkennbarkeit, die Auffindbarkeit eines Haupteinganges.
    Durch die lineare Ausrichtung der beiden Hauptbaukörper entsteht ein eher urbaner Raum, der eine Campus-atmosphäre eher vermissen lässt. Zusammen mit der genannten linearen Gebäudeanordnung und der „geschäftsmäßigen“ Fassade bleibt doch der Charakter eines Seminar- und Internatsgebäudes ein wenig auf der Strecke. Positiv bleibt anzumerken, dass durch die kompakte Anordnung der Baumasse auf dem westlichen Teil des Grundstücks ausreichend Reserveflächen im östlichen Teil verbleiben. Die Arbeit erfüllt im Bereich der Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und Programmerfüllung, die vom Auslober gesetzten Anforderungen.
    Die Trennung von fußläufiger- und Kfz-Erschließung ist plausibel und kommt dem Gesamtentreé zu Gute. Allerdings wird durch die südliche Umfahrung der Außenraumbezug zum angrenzenden Wissenschaftspark abgetrennt. Die bewusst gewählte kühle Ausstrahlung in der architektonischen Ausgestaltung bzw. der ausgeprägte urbane Charakter kann an diesem Standort insbesondere für die geplanten Schul- und Unterbringungsnutzungen den Bauherrn/die Jury nicht überzeugen.

    Freianlagen
    Der offene Vorplatz zur Hollerithalle vermittelt zunächst eine einladende Geste und leitet über eine Treppen/ Rampenanlage in den langgestreckten, steinernen Campus über.
    Aufgrund der südlich um die Gebäude führenden Parkgaragenzufahrt wird der Übergang der Campusachse in die Grünfläche noch einmal durch KFZ gequert. Die Straßenbreiten scheinen in einigen Bereichen dennoch etwas schmal, die Anlieferungszone im Böschungsbereich des Schnellwegs ist knapp dimensioniert. Grüne Kabinette für den Unterricht im Freien sind innerhalb der U-förmigen Erschließung verortet. Diese formt einen strengen Rahmen im Übergang zur Landschaft.

    Energie
    Die Fassaden des Entwurfs werden als klassische Mauerwerksfassaden entwickelt und ergeben für das Gebäude eine wirtschaftliche und dauerhafte Hülle. Neben dem einfachen Energiekonzept wird dadurch ein wirtschaftliches Gebäude vorgeschlagen. Ein Nachteil der Fassaden sind die kleinen Fenster und die tiefgezogenen Stürze, die das Tageslicht in den Innenräumen und in den Fluren deutlich einschränkt. Konzeptionell gut, fehlen dem Entwurf jedoch ausreichende Technikflächen. Durch die Teilung der Obergeschosse in einzelne Türme sind 5 Aufzüge erforderlich. Insgesamt entsteht jedoch ein Entwurf mit einem einfachen Konzept, das in der Überarbeitung tragfähig wäre.

    Wirtschaftlichkeit
    Das Gebäude ist als Stahlbetonbauwerk mit davor gehängter, dunkelroter Ziegelmauerwerksfassade (mit Kerndämmung) konzipiert. Stahlbetondecken und gemauerte Wände sind beim Schallschutz und als Speichermassen positiv zu bewerten. Die bewährte Bauweise wird geringe Folgekosten nach sich ziehen. Die Baukörper sind in der Höhe gestaffelt, daraus folgt ein etwas ungünstigeres Verhältnis von Grundfläche zur Fassadenfläche. Die kleinen und nicht öffenbaren Fenster stellen eine Nutzungseinschränkung dar. Die Kosten für Gebäudebetrieb und Bauunterhaltung liegen mit geschätzt 198 T€ p.a. im mittleren Bereich.