loading
  • DE-75175 Pforzheim, DE-75173 Pforzheim
  • 12/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-350627)

Wohnbebauung Kallhardtstraße in Pforzheim


  • 2. Preis

    © ee concept gmbh

    Energieplaner
    ee concept gmbh, Darmstadt (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: MIND Architects Collective, Bischofsheim (DE)
    Landschaftsarchitekten: KRAFT.RAUM., Krefeld (DE), Düsseldorf (DE)

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen einen langgestreckten Gebäuderiegel vor, der sich aus der
    Linearität des Grundstücks ableitet und sich direkt an den Metzelgraben anlehnt.
    Es entsteht ein klar strukturierter und konsequent durchgearbeiteter, 5-geschossiger
    Baukörper, der über eine hohe eigene Identität verfügt und sich selbstbewusst im
    Stadtgefüge positioniert.
    Zur Kallhardtstrasse hin entsteht durch das Heranrücken des Gebäudes an den Graben
    ein grosser, neuer linearer Freiraum, der positiv bewertet wird.
    Die architektonische Ausformulierung als „ein“ gemeinsames Wohnhaus in Form einer
    aufgeständerten Laubenganghaustypologie gibt eine Antwort auf den Wunsch der
    Auslober auf neue, innovative, gemeinschaftliche Wohnformen.
    Auf Stadtebene entsteht durch den aufgeständerten Baukörper eine schöne Transparenz
    zum Stadtgraben und gleichzeitig entstehen witterungsgeschützte, vielfältig nutzbare
    Aussenräume für die Gemeinschaft. Die Laubengangerschliessung wird als grün beranktes, vorgestelltes Gerüst ausgebildet und wird damit zum räumliche-plastischen
    Element. Dabei entstehen vielfältige Wegebeziehungen und großzügige Terrassen vor den
    Wohnungszugängen. Die Wohnungen sind ost-west-orientiert und durchgesteckt konzi-piert und lassen einen hohen Wohnwert erwarten. Im sich verjüngenden Kopfteil entstehen spannende, gut geschnittene Clusterwohnungen.
    Das klar strukturierte Gebäude bietet ein hohes Mass an Flexibilität und kann wirt-schaftlich erstellt werden. Es ist konsequent als Holzbau auf einer aufgeständerten
    betonierten Bodenplatte konzipiert und überzeugt durch den hohen Detailierungsgrad im
    Fassadenschnitt. Gleichwohl sind die gesamten Fassaden leider nur sehr schematisch
    dargestellt.
    Die Ausbildung der Tiefgarage als halboffene Garage sowie deren unmittelbarer Anschluss
    an die Mauern des Metzelgrabens werden von der Jury kontrovers diskutiert.
    Freiraum: Die Entwurfsverfasser interpretieren das Planungsgrundstück als Teil der Fluss
    – Parklandschaft von Mangold, Metzelgraben und Stadtgarten.
    Dies wird als Grundmotiv des Entwurfs durchaus wertgeschätzt.
    Schlüssig aus dieser Grundhaltung entwickelt wurde der aufgeständerte schlanke Baukörper; präzise an den Metzelgraben platziert, inszeniert er von der Kallhardtstrasse
    aus der Fußgängerperspektive bereits Ausblicke in den Stadtgarten.
    Der großzügig dimensionierte Parkraum im Westen bietet sowohl der bestehenden
    Bebauung, als auch dem Neubau ein sehr erfreuliches Umfeld, das nachmittägliche Sonne einfängt.
    Der berankte „Filter“, ein Spalierregal, das die Laubengänge aufnimmt, eröffnet einen
    schönen Dialog zum westlichen Parkteil.
    In der locker bepflanzten Freifläche werden gekonnt Implantate gesetzt, die spezielle
    Freiraumnutzungen aufnehmen.
    Die Kindergartenfreifläche im Süden ist etwas „eingeklemmt“ zwischen TG-Abfahrt und
    Jugendzentrum.
    Der kontinuierliche Übergang des westlichen Parks hin zum Marktplatz der Hausge-
    meinschaft, oder zu anderen Wohnfolgeeinrichtungen wird ausdrücklich begrüsst.
    Richtig dimensionierte Öffnungen im ebenerdigen Gartenhofgeschoß lassen Licht und Luft
    in die Tiefgarage.
    Schallschutz: Der lange Nord-Süd-ausgerichtete Baukörper ist den Schallemissionen vom
    benachbarten Jugendzentrum Kupferdächle insbesondere auf der Westseite ausgesetzt.
    Der Entwurf reagiert darauf, indem er dort die Eingangsbereiche anordnet. Soweit Fenster schutzbedürftiger Räume nach Westen ausgerichtet sind, müssten die mit Belüftungseinrichtungen ausgestattet werden, um öffenbare Fenster gemäß TA Lärm zu
    vermeiden.
    Mit seiner klaren städtebaulichen Figur sowie seiner starken Geste des „gemeinschaft-
    lichen“ Wohnens stellt der Entwurf einen intelligenten Beitrag zur Wettbewerbsaufgabe
    dar.